Maria Adelaide (hier als Leda verewigt, der Schwan symbolisiert ihren Gatten) schenkte ihrem Gatten drei Söhne, die in die Geschichte mit einem ihrer vielen Vornamen eingingen, nämlich als Ludwig: 1. Ludwig (1704-1705), der erste Herzog der Bretagne, (als kleiner Liebesgott hinter ihr in der Luft schwebend; er war, als dieses Gemälde erstellt wurde, bereits gestorben); 2. Ludwig (1707-1712), der zweite Herzog der Bretagne, (der kleine Amorgott rechts von ihr mit der Blumengirlande); 3. Ludwig (1710-1774), Herzog von Anjou (der kleine Liebesgott links von ihr mit dem Köcher voll Pfeilen und dem Flammenträger - ein lila Bändchen verbindet Mutter und Sohn). Das Gemälde wurde kurz vor ihrem Tod erstellt. Sie starb am 12. Februar 1712 an den Masern, an denen auch ihr geliebter Gatte Ludwig am 18. Februar 1712 und ihr zweiter Sohn Ludwig am 8. März 1712 sterben sollten. Ihr jüngster Sohn Ludwig sollte der nächste König von Frankreich, Ludwig XV., werden.
Über die Geburt ihres ersten Sohnes Ludwig (1704-1705): "Als am 25. Juni 1704 in Versailles der älteste Sohn des Herzogs und der Herzogin von Burgund geboren wurde, war dies Anlaß zu großartigen Festlichkeiten. ... Die Entbindung war sehr langwierig und sehr schmerzhaft, und die damals achtzehnjährige Mutter erntete höchstes Lob für ihre Tapferkeit. Die gesamte königliche Familie war bei der Entbindung anwesend; Madame de Maintenon stand neben der Gebärenden, der König am Fußende des Bettes. Der Herzog von Burgund, der die Anspannung des langen Wartens nicht mehr ertragen konnte, hatte sich in einem Kabinett nebenan eingeschlossen, und sein Bruder Berry machte den Boten, um ihn über jede auch noch so geringfügige Veränderung auf dem laufenden zu halten. Es war genau 'fünf Uhr und eineinhalb Minuten' am Nachmittag, als der kleine Prinz endlich geruhte, in dieser Welt zu erscheinen. 'Man kann sich gar nicht vorstellen,' sagt Sourches, 'wie groß die Freude des Königs über dieses Geschenk des Himmels war, das bislang allen seinen Vorgängern versagt geblieben war, nämlich Urgroßvater zu werden ..." (in: Dirk Van der Cruysse: „Madame sein ist ein ellendes Handwerk“: Liselotte von der Pfalz – eine deutsche Prinzessin am Hof des Sonnenkönigs, S. 473).
Maria Adelaide und ihre Familie, beschrieben in ihren letzten Tagen in Briefen der Madame de Maintenon, datiert auf den 7. Februar, den 7. März und den 14. März 1712: "The Dauphiness [Maria Adelaide], after having taken a fourth dose of opium, chewed and smoked tobacco, finds herself a little better. I have this moment heard that she has slept for an hour, and is expected to have a good night. ... You now know the death of the Dauphiness, and perhaps of the Dauphin; and I have to inform you today that the Duke d'Anjou [der dritte Sohn von Maria Adelaide und ihrem Gatten] has got the measles. ... We are not as yet at the end of our misfortunes; you ere this know the Dauphin's death, and will soon learn that of the Duke of Brittany [der zweite Sohn von Maria Adelaide]; you may easily conceive into what a state the King and all the court are thrown. The Duke of Anjou, now Dauphin, appears saved from the measles ... The death of the Dauphiness [Maria Adelaide] has affected everybody; that of the Dauphin [ihres Gatten] has been overwhelming. The Duke of Brittany's loss gives rise to various conjectures, and dismal forebodings." (in: The Secret Correspondence of Madame de Maintenon with the Princess des Ursins, Volume I, London 1827, pp. 366-369).