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12/06/2021

Uta Ranke-Heinemann (1927-2021)

Eine außergewöhnliche Frau des 20. und 21. Jahrhunderts

Mit allem, was diese großartige Frau in ihren vielen Jahren intensiven Studiums der Bibel und der Werke der weisen Männer und Frauen in unserer Vergangenheit entdeckt hat, stimme ich überein:

  1. Die Bibel ist nicht Gottes-, sondern Menschenwort.
  2. Dass Gott in drei Personen existiert, ist menschlicher Fantasie entsprungen.
  3. Jesus ist Mensch und nicht Gott.
  4. Maria ist die Mutter von Jesus und sie hat mehr als nur ihn als Kind gehabt. Jesus hatte mindestens sechs jüngere Geschwister. Die Namen seiner Brüder kennen wir: Jakobus, Josef (oder Joses), Simon und Judas. Maria ist nicht eine Gottesmutter.
  5. Gott hat Himmel und Erde geschaffen, die Hölle und auch das Fegefeuer haben die Menschen hinzuerfunden.
  6. Es gibt weder die Erbsünde noch den Teufel.
  7. Eine blutige Erlösung am Kreuz ist eine grausame, heidnische Menschenopferreligion. "... ob nicht das Christentum durch seine unmenschliche Kreuzestheologie, statt die Menschen menschlicher zu machen, nur die Unmenschlichkeit der Menschen fördert."
  8. "... denn Krieg und Religion waren immer ein harmonisches Paar ..."

Zu diesem Thema schrieb Uta Ranke-Heinemann noch Folgendes:
„Und unter ihnen [den Zweiflern] fand ich einige, die an einem doch nicht zweifeln konnten: dass alles, was ist, eine Ursache hat, weil von nichts nichts kommt. ... Und ich fühlte mich bereit, mit dem Genie unter den Zweiflern, dem Philosophen Descartes, angesichts der Vollkommenheit des Urhebers zu sprechen: ‚Ich möchte einen Augenblick verweilen bei der Betrachtung dieses vollkommenen Gottes. Ich möchte bedenken, bewundern und anbeten die unvergleichliche Schönheit dieses unendlichen Lichts, soweit es die Fassungskraft meines Geistes erlaubt, der vor diesem Licht geblendet steht‘.“ [in: Meditations metaphysiques, III; und: Nein und Amen. Mein Abschied vom traditionellen Christentum (Ergänzte Neuausgabe), München 2002, S. 413ff]

Uta Ranke-Heinemann (verfügbar bis 30. September 2027)

Uta Ranke-Heinemann (1927-2021): "Ich habe beharrlich gezweifelt."