Zeitreise 1 – Besuch einer spätmittelalterlichen Stadt
als Buch, Independently published, 264 Seiten, 93 SW-Bilder, € 12,54, ISBN 978-1-5497-8302-9
und als E-Book
Jean-Baptiste Poquelin "wuchs auf als Sohn eines Tapeten- und Teppichhändlers, der die königlichen Schlösser verschönern durfte und seine Boutique in den Hallen von Paris hatte. Dieses plebejische Ambiente hat Molière sein ganzes Leben nicht verleugnet; er spielte und dichtete für seinen König und für das einfache Volk. Jesuitisch erzogen, mit Unlust ein Jurastudium durchlaufend, weigerte er sich, in die Fußstapfen des Vaters zu treten. Statt dessen gründete er mit dem Erbe seiner Mutter - 630 Livres - und einer attraktiven Schauspielerin das "Illustre Théâtre", das aber bald Pleite ging. Seitdem zog Molière mit eigener Truppe und eigenen Stücken durch die Provinz, seine Lehr- und Wanderjahre unter härtesten Bedingungen verbringend. Im Jahre 1658, d. h. zu einer noch immer vom Freuden- und Festtaumel über die überwundene Fronde geprägten Zeit, erreichte Molière der Auftrag, vor dem König zu spielen. Ludwig zeigte sich begeistert, öffnete der Truppe zunächst das Theater im Palais-Royal und verlieh Molière und den Seinen den Rang von Hofschauspielern. Als Direktor erhielt Molière die stattliche Jahrespension von 7000 Livres, eine fürstliche Zuwendung, die ihn über Nacht zum reichen Mann machte. Großen Erfolg erzielte Molière 1659 mit dem Stück ... "Die lächerlichen Preziösen". Es folgten zahlreiche Werke, die noch heute zum Theaterspielplan gehören: ... "Tartüff", 1664, "Der Arzt wider Willen", 1666, "Der Menschenfeind", 1666, "Der Geizige", 1668, "Der Bürger als Edelmann", 1670, "Der eingebildete Kranke", 1673. So stand Moliére an der Wiege des modernen Schauspiels. Außergewöhnliche schöpferische Fruchtbarkeit verband sich mit einer deutlich kritischen Sicht auf die Gesellschaft: die dekadent-überfeinerte Adelskultur, der vor der Macht kriechende Bourgeois, die doppelte Ehemoral, Geiz, Kurpfuscherei, Scharlatanerie ... Nur der Monarch, dem solche Sicht behagte, blieb wohlweislich ausgenommen." (in: Manfred Kossok: Am Hofe Ludwigs XIV., ebenda, S. 89-91).
als Buch und als E-book
