Anna von Sachsen – Gattin von Wilhelm von Oranien
124 Seiten, mit Stammtafeln und 64 SW-Bildern, ISBN 978-1-9733-1373-1, 4. überarbeitete Auflage, € 7,80
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Über die Geburt von Katharina von Bourbon und Navarra: "Am 7. Februar 1559 brachte Jeanne [d'Albret, die Königin von Navarra und Mutter von Katharina] schließlich ihre zweite Tochter auf die Welt, die den Namen ihrer Urgroßmutter Katharina von Navarra und ihrer Patentante Katharina de’ Medici erhielt. Wie ihr Schwesterchen Madelaine wurde das Neugeborene bereits kurz nach der Geburt schwer krank, und Jeanne, die ihre Kinder über alles liebte, befürchtete, dass sie auch diese Tochter verlieren würde. Zu ihrer großen Freude blieb die kleine Katharina am Leben." (in: Maike Vogt-Lüerssen: Frauen in der Renaissance – 30 Einzelschicksale, ebenda, S. 288).
"Einen Teil ihrer raren Freizeit widmete die Königin von Navarra [Jeanne d'Albret] in diesem Jahr [1571] außerdem dem Beginn des Baues eines Fantasie-Schlösschens für ihre geliebte Tochter [Katharina], die sie stets „mein einziger Trost“ nannte. Katharina sollte sich hierhin für ihre Studien mit ihrer Erzieherin, Madame de Thignonville, zurückziehen können. Die Fertigstellung dieses außergewöhnlichen Geschenkes sollte Jeanne jedoch [durch ihren Tod am 6. Juni 1572] leider nicht mehr miterleben." (in: Maike Vogt-Lüerssen: Frauen in der Renaissance – 30 Einzelschicksale, ebenda, S. 304).
"Hebrew, Greek, Latin, history, poetry and theology, composed the graver branches of her [Katharinas] studies. Theodore Beza, the celebrated contemporary and friend of Calvin, superintended her education ... Nor was Catherine deficient in the elegant branches of a lady's education; she played well on the lute, sang still better, and danced gracefully. She was a skilful needlewoman, and could work at the spinning-wheel as well as any of her family." (in: George Campbell Overend: The Persecuted Princess: A Chapter of French History, Edinburgh 1875, p. 28).
"In her will and testament the Queen of Navarre [Jeanne] exhorted her son Henry, to take his sister Catherine under his protection, to be her guardian and defender, to serve her next to God, his heavenly Father, and never to admit any ladies to be near her, except the Baroness de Tignonville, Madame de Vaux and Fontrailles, and Mademoiselle du Perray, all of the Protestant religion, and whose whole lives were an example: 'I forbid him ever to use severity towards her,' wrote the Queen in this will, 'on the contrary, I desire that he may treat her with gentleness and kindness, that above all he has her educated at Béarn, and that she does not quit it until she shall be of age to be married to a Prince of her own rank and of the same religion as she is, and whose morals are such that the two may, by a good and holy marriage, thereby live piously together.' Whatever may have been the wishes of the Queen of Navarre, they were little regarded [nach ihrem Tod], for Catherine de Medicis and Charles IX. assumed the guardianship of Catherine, who had to reside in the Louvre at Paris." (in: George Campbell Overend: The Persecuted Princess: A Chapter of French History, id., pp. 41-43).
Da ihr Bruder über viele Jahre keine legitimen Kinder besaß, galt Katharina in dieser Zeit im Falle seines Todes als seine Nachfolgerin. Deshalb gab es viele ehrgeizige Männer, die um ihre Hand baten wie z. B. der spanische König Philipp II. (1527-1598) und der zukünftige englisch-schottische König Jakob I. (1566-1625). Schließlich bestimmte ihr Bruder ihren Cousin Karl von Bourbon (1566-1612), den Grafen von Soissons und jüngsten Sohn ihres Onkels Louis von Bourbon (1530-1569), dem Prinzen von Condé, den sie seit ihrer frühen Kindheit kannte, zu ihrem Ehemann. Vier Jahre lang - von 1587 bis 1591 - waren die beiden verlobt und hatten sich bereits sehr lieb, als ihr Bruder die Eheschließung der beiden plötzlich verbot. "... it is certain that Catherine and the Count [Karl von Bourbon] signed a written promise of marriage, attested by witnesses. Before their plans [sie wollten heimlich heiraten] could be carried out, Henry, who had been secretly warned of the affair, sent orders to M. de Ravignan, the president of the Royal Council at Pau, who assembled the Council, and surrounded with troops the castle in which Catherine was. He then, accompanied by all the magistrates, had an interview with her, and accused her of wishing to marry the Count de Soissons without the consent of the King ... M. de Ravignan briefly informed her, in reply, that so long as the Count de Soissons remained in the castle or the town she must consider herself as a prisoner. The Count de Soissons, enraged at the destruction of his hopes, attempted an armed resistance, but was overpowered." (in: George Campbell Overend: The Persecuted Princess: A Chapter of French History, id., pp. 85-86). Heinrich IV. wollte seine Schwester schließlich mit Henri de Bourbon (1573-1608), dem Herzog von Montpensier, und dann mit dem ältesten Sohn des lothringischen Herzogs Karl II. (1543-1608), Heinrich II. (1563-1624), vermählen. Letzterer sollte im Jahr 1599 der Gatte von Katharina werden, den sie ebenfalls sehr schätzte und liebte. Aber sie war im Gegensatz zu ihrem Bruder nicht bereit, zum katholischen Glauben zu konvertieren. Sie wollte das Versprechen, das sie ihrer Mutter gegeben hatte (beim Calvinismus zu bleiben), nicht brechen. Was große Probleme in ihrer Ehe bereiten sollte.
"Nach dem Aussterben der männlichen Königslinie der Valois wurde Jeannes Sohn Heinrich [IV.] der erste König von Frankreich aus dem Haus der Bourbonen. Dafür war er bereit gewesen, seinen calvinistischen Glauben abzulegen und Katholik zu werden. Seine Schwester Katharina war hierzu trotz der vielen Probleme in ihrer Ehe mit dem katholischen Herzog Heinrich [II.] von Lothringen (1563-1624), den sie über alles liebte, nicht bereit. Sie hielt dies für einen Verrat an ihrer Mutter. Die religiösen Schwierigkeiten in der Ehe seiner Schwester konnte Heinrich [IV.] mit Hilfe des Papstes lösen, der auf den Konfessionswechsel von Katharina verzichtete, aber die Kinder aus dieser Ehe im katholischen Glauben erzogen sehen wollte. Hierzu gab Katharina ihr Einverständnis. Dann entwickelte sich jedoch ein Tumor bei ihr. Sie glaubte, dass sie endlich – sie war mittlerweile 44 Jahre alt ‒ schwanger geworden sei und wollte sich von ihren Ärzten daher nicht medizinisch behandeln lassen, da dies den Fötus schädigen könnte. Ihre letzten Worte waren „rettet mein Kind!“ Aber da war kein Kind. Katharina hatte wie die englische Königin Maria Tudor und die Herzogin von Braunschweig-Calenberg, Sidonie von Sachsen, eine Scheinschwangerschaft durchgemacht. Nach ihrem Tod am 13. Februar 1604 wurde sie neben ihrer geliebten Mutter beigesetzt." (in: Maike Vogt-Lüerssen: Frauen in der Renaissance – 30 Einzelschicksale, ebenda, S. 306-307).
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