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Lucrezia Borgia – Das Leben einer Papsttochter in der Renaissance

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Lucrezia Borgia – Das Leben einer Papsttochter in der Renaissance

156 Seiten, mit Stammtafeln und 76 Bildern, Books on Demand GmbH, ISBN 978-3-8334-6568-0, 4. überarbeitete Auflage 2010, € 13,00
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Aktuelle Entwicklungen in der Geschichte und Kunstgeschichte


24/10/14

Werbe-Highlights der 50/60 Jahre:

Ach, was hatten wir Frauen es in dieser Zeit doch einfach. Da quälten uns nur zwei Fragen, was ziehen wir an und was kochen wir!

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16/09/14

Achtung Fußnoten!

Die Zeiten der berühmten Historiker wie z. B. Régine Pernoud (1909-1998), die glaubten, den Laien historische Sachbücher ohne Fußnoten vorsetzen zu können, sind schon lange vorbei. So weist ihr bestverkauftes Buch "Königin der Troubadoure - Eleonore von Aquitanien", das in der deutschen Sprache seit 1979 erhältlich ist, nicht eine einzige Fußnote auf. Im Vorwort dieses Werkes findet man hierzu folgende Anmerkung der Autorin: "Um diese Arbeit nicht durch Fußnoten und Anmerkungen zu belasten, wurde am Schluß des Buches ein Quellennachweis angefügt" (S. 7). In diesem Quellennachweis werden die acht Sekundär-Quellen genannt, die bei dieser Biografie verwendet wurden. Im Vergleich zu diesem Buch schauen Sie sich doch einmal den Eintrag über Eleonore von Aquitanien in der deutschen Wikipedia an, der 168 (!) Fußnoten aufweist und der auf sieben Sekundär-Quellen beruht. Sollte man es bei Wikipedia wagen, wie es die berühmte Historikerin Régine Pernoud zu tun pflegte, keine Fußnoten beizufügen, dann findet man auf seiner Seite hier schon bald von den wachsamen Hütern von Wikipedia folgenden Vermerk: "Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (also Fußnoten) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt." Es scheint sich mittlerweile bei den Laien der Glaube eingeschlichen zu haben, dass eine Behauptung in einem Geschichtsbuch oder einem historischen Artikel eine wissenschaftliche Grundlage hat, wenn sie mit einer Fußnote versehen wurde. Aber seien Sie da nicht so sicher! Wir wissen zum Beispiel aus zeitgenössischen Quellen aus der Zeit von Lucrezia Borgia, dass ihr ältester Vollbruder Juan (1474-1497) und nicht Cesare (1476-1507) war. Sie hatte noch einen Halbbruder Pedro Luis (um 1462-1488), der aus einer anderen Beziehung ihres Vaters stammte, und einen weiteren Vollbruder Jofré (1481-1517). Durch den Historiker Mariana, der im 19. Jahrhundert lebte und der behauptete (ohne eine historische Quelle nennen zu können), dass Cesare der älteste Vollbruder von Lucrezia Borgia war, und der immer wieder zitiert wurde, hat es sich mittlerweile leider eingebürgert, dass nun sehr häufig Cesare als der älteste Sohn aus Rodrigo Borgias Beziehung mit Vannozza de Catanei genannt wird. Als ich vor einigen Jahren in dem Artikel über Lucrezia Borgia bei Wikipedia diese falsche Behauptung vorfand, war diese ebenfalls pflichtgemäß mit einer Fußnote versehen worden. Das schien den Lesern und Leserinnen zu reichen, mir jedoch nicht. Denn in der Fußnote fand ich den Vermerk, dass der Autor dieses Wikipedia-Artikels seine Behauptung, Cesare wäre der älteste Vollbruder von Lucrezia, mit folgendem Buch unterstützte: Ferdinand Gregorovius: Lucrezia Borgia. Hatte der Autor dieses Buch jemals gelesen? Hatte er es vielleicht nur überflogen und nicht richtig verstanden (was übrigens sehr häufig vorkommt)? Hatte er das Werk von Ferdinand Gregorovius nur verwendet, um seine persönliche Meinung hinsichtlich der Reihenfolge der Brüder Nachdruck verleihen zu können? Denn Ferdinand Gregorovius hat niemals diesen Unsinn erzählt! Also Vorsicht, wenn Sie Fußnoten sehen!!! So lesen Sie bei Ferdinand Gregorovius: Lucrezia Borgia (München 1982) nämlich Folgendes: "... ich [Ferdinand Gregorovius] entdeckte in zweifellosen Urkunden dasjenige [das Datum der Geburt] Cesars und Lucrezias, wodurch viele Irrtümer in bezug auf die Genealogie und selbst die Geschichte jenes Hauses [Borgia] für immer beseitigt sind. Cesar war an einem ungenannten Tage des Monats April im Jahre 1476, Lucrezia am 18. April 1480 geboren. Ihr Vater gab so das Alter dieser Geschwister an, als er Papst war: denn im Oktober 1501 sprach er noch einmal davon mit dem Gesandten Ferraras, und dieser schrieb dem Herzog Ercole: 'Der Papst ließ mich wissen, das dieselbe Herzogin (Lucrezia) im Alter von zweiundzwanzig Jahren steht, welche sie im nächsten April vollenden wird; in welcher Zeit auch der Erlauchteste Herzog der Romagna (Cesar) sechsundzwanzig Jahre erreichen wird.' ... Demnach irrten Mariana und andere ihm nachfolgende Autoren, indem sie behaupteten, daß Cesar der zweitgeborene Sohn Rodrigo [Borgias] [nach seinem Halbbruder Pedro Luis (um 1462-1488)], also älter als sein Bruder Juan war. Vielmehr muß Don Juan wirklich zwei Jahre älter als Cesar gewesen sein. Venezianische Berichte aus Rom nennen ihn im Oktober 1496 einen jungen Mann von zweiundzwanzig Jahren; er war demnach im Jahre 1474 geboren."


13/09/14

Joachim Fuchsberger ist gestorben

Heute erzählte mir mein Holger auf der Heimfahrt nach Hause, dass er sich die News auf der Deutschen Welle von Donnerstag angeschaut hätte und mir eine traurige Nachricht mitteilen müsste: Joachim Fuchsberger sei am Donnerstag, den 11. September, gestorben. Es hat mich sehr getroffen, da ich diesen Schauspieler sehr geliebt und geschätzt habe. Heute Abend werde ich mir einen alten "Edgar Wallace" aussuchen ("Das Geheimnis der gelben Narzissen"), um zusammen mit Holger bei einem Gläschen Rotwein das Leben des Joachim Fuchsberger zu feiern. Eines ist sicher, Joachim Fuchsberger gehört zu den Menschen, die für alle Zeiten unsterblich sind. Schauen Sie sich doch noch einmal das Gespräch des Schauspielers am 20. Mai 2014 mit Markus Lanz an.


24/08/14

Mal' etwas Positives aus der Kunstwelt!

Bis mindestens 1912 besaß das Bildnis unten links noch den richtigen Titel "Beatrice d'Este" (siehe: Edgcumbe Staley: Lords and Ladies of the Italian Lakes, London 1912, gegenüber der S. 236). Erst dann änderte einer der "Experten" unter den Kunsthistorikern den Titel in "Barbara Pallavicino" um, und wie üblich in der Kunstwelt plapperte (fast) jeder und jede diesen Unsinn schon bald mit Überzeugung nach. Wenn Sie heute nach Bildnissen von "Beatrice d'Este" im Internet suchen, finden Sie dieses Bedeutendste von ihr, das von ihrem mailändischen Hofmaler Ambrogio de Predis im Jahr 1495 erstellt wurde, nicht mehr unter ihrem Namen (mit Ausnahme von meiner Seite). Dabei handelt es sich bei diesem Porträt um ein Identifikationsporträt. Wer also die Symbole bzw. Embleme der Sforza-Dynastie kennt, wird die junge Dame relativ leicht identifizieren können. Zu meinem Erstaunen habe ich entdeckt, dass zumindest die Kunsthistoriker in den Uffizien (Florenz) bereits Zweifel haben, ob es sich bei dieser Dargestellten wirklich um Barbara Pallavicino handelt, denn der Titel zu diesem Porträt "Barbara Pallavicino" wurde mit einem Fragezeichen versehen, und in Oxford läuft eine Kopie dieses Bildnisses (unten rechts) in der Christ Church Gallery auch noch heute unter dem richtigen Titel "Beatrice d'Este". In der Mitte finden Sie übrigens eine Büste von Beatrice d'Este, die vollkommen mit Symbolen bzw. Emblemen der Sforza und der Este versehen wurde.


07/08/14

Inkompetenz lässt wieder einmal grüßen!

Es ist wirklich nicht zu glauben, dass Kunsthistoriker nicht in der Lage sind, nach zehn Jahren endlich einzugestehen, dass sie bei der Identifizierung der jungen Dame im unteren Bild links einen riesigen Fehler gemacht haben, weil sie sich überhaupt nicht mit der Geschichte der Renaissance, den Mitgliedern der unterschiedlichen Dynastien in dieser Zeitepoche und deren Wappen, Symbolen oder Emblemen auskannten bzw. auskennen. Schließlich sind zehn Jahre wirklich eine lange Zeit, in der man die große Wissenslücke hätte füllen können. Aber nein, nicht Kunsthistoriker, denn bei denen scheint es zwei Gesetze zu geben: 1. Kunsthistoriker haben bei ihren Vermutungen und "Gefühlen" hinsichtlich der großen Kunstwerke immer recht. 2. Sollten sie nicht recht haben, tritt automatisch das 1. Gesetz in Kraft: Sie haben recht. So las ich heute im Buch: Kings, Queens, and Courtiers - Art in Early Renaissance France" bezüglich des linken Porträts Folgendes: "Although sometimes identified as Suzanne de Bourbon, the only child of Jean Hey's patrons Pierre II of Bourbon and Anne of France, the somber subject of his refined portrait must be the Habsburg princess Margaret of Austria. The alternating enamel C's and M's that edge her underdress and her large fleur-de-lis pendant support this identification. The scallop shells on her cap probably relate to the French royal order of Saint Michael." (p. 126) Hierzu meine Antwort (ja, ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Kunsthistoriker lernfähig sind!): 1. Die fleur-de-lis oder "Französische Lilie" dürfen nicht nur die französischen Könige und Königinnen, sondern auch die Mitglieder des Hauses der Bourbonen verwenden (einfach einmal das Wappen der Bourbonen anschauen!). 2. Das Symbol der Muschel ist ein Emblem der Bourbonen, das in der Tat auch im Orden des Heiligen Michael zu finden ist. Übrigens durfte sich in der Vergangenheit keine Frau mit diesem Orden schmücken. Durch das Symbol der Muschel wissen wir, dass wir es bei der Dargestellten mit einem weiblichen Mitglied des Hauses der Bourbonen zu tun haben. 3. Bei den Buchstaben handelt es sich nicht um ein "C" und ein "M", sondern um "C" und "II", das heißt "Charles II", der ein Cousin und der Gatte von Suzanne von Bourbon war. Ihr Porträt war anlässlich ihrer Heirat im Jahr 1505 von dem Hofmaler ihrer Eltern, Jean Hey, erstellt worden. Die Kunsthistoriker sollten sich jetzt doch endlich einmal in den zeitgenössischen Quellen des 15. und 16. Jahrhunderts anschauen, wie ein "M" in dieser Zeit geschrieben wurde. Das ist doch wirklich nicht zuviel verlangt, oder? Und nun schauen Sie sich einmal an, wie Margarete von Österreich aussah. Entdecken Sie außer der Kleidung, die typisch für die Zeit von Margarete von Österreich und Suzanne von Bourbon war, irgendeine Ähnlichkeit? Die Kunsthistorikerin Martha Wolff, die obigen Unsinn geschrieben hat, sieht auch keine Ähnlichkeit und benutzt daher das bei den Kunsthistorikern so beliebte "Idealisieren", um ihre Behauptung, bei der Abgebildeten handle es sich trotzdem um Margarete von Österreich, aufrechterhalten zu können: "... Because other likenesses of Margaret in her childhood and later years survive for comparison, we can see how Hey idealized his sitters." (p. 126) Ist doch wirklich plump für die eigene Inkompetenz der Kunsthistorikerin, die Dargestellte korrekt identifizieren zu können, den Hofmaler der Bourbonen, Jean Hey, für schuldig zu erklären, der nie "idealiziert" hat. Er malte Suzanne von Bourbon nämlich immer, wie sie wirklich aussah (siehe im unteren Bild rechts, auf dem sie ungefähr zwei Jahre alt war). Weitere Bildnisse von Suzanne von Bourbon finden Sie hier.


01/08/14

Wer Bücher liest, lernt immer noch dazu!

In dieser Woche habe ich das hochinteressante Buch von Martin Kuckenburg: Die Kelten (Stuttgart 2010) gelesen und wieder etwas dazugelernt. Wissen Sie zum Beispiel, seit wann es den Schottenrock gibt? Vielleicht liegen Sie mit Ihrer Vermutung so falsch wie ich. Nichts da mit "seit dem Mittelalter". Der Schottenrock wurde erst um 1730 (!) erfunden (S. 6). Und haben Sie eine Ahnung, wo die Schotten, die seit dem Mittelalter dem Norden von Großbritannien ihren Namen geben, zur Zeit der Errichtung des berühmten Hadrianswalls um 122 n. Chr. lebten? "Vielmehr siedelten sie [die Schotten] damals im Nordosten Irlands, in der heutigen Provinz Ulster, und bezeichneten sich selbst nach ihrer Sprache vermutlich als Gaelen. Den Namen Scotti, der ursprünglich nichts anderes als 'Seeräuber' oder 'Bandit' bedeutete, haben ihnen erst die Römer gegeben, als Gruppen dieser Nordiren ab dem 3. Jh. n. Chr. immer öfter den Meeresstreifen nach Wales und Schottland überquerten, um dort Raubzüge zu unternehmen" (S. 194). Und wie Sie mittlerweile vielleicht bereits alle wissen, haben unsere christlichen Feiertage alle einen heidnischen Ursprung, so zum Beispiel auch der Allerheilige am 1. November, an dem wir der Verstorbenen gedenken. So haben der Allerheilige und auch die Halloween-Nacht (vom 31. Oktober auf den 1. November) ihren Ursprung in der heidnischen Glaubenswelt der Inselkelten: "In der späteren inselkeltischen Kultur brach die Grenze zwischen diesen beiden Welten [dem Diesseits und dem Jenseits] in der Nacht zum 1. November - dem keltischen Neujahr - sogar völlig zusammen und das Tor zum Reich der Toten, der Geister und der anderen jenseitigen Mächte stand für einige Stunden weit offen." (S. 130).


11/07/14

Leonardo da Vinci, der Musiker

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08/07/14

Margarete Maultasch (1318-1369), die Gräfin von Tirol

Über diese sehr interessante Frau aus dem 14. Jahrhundert gibt es ein sehr gutes Kurzvideo (15 Minuten): Margarethe, Gräfin von Tirol. Wenn Sie etwas mehr über Margarete und ihr nicht gerade einfaches Leben, in dem die mächtigen Adelgeschlechter ihrer Zeit, die Luxemburger, Habsburger und Wittelsbacher, und die verschiedenen Päpste kräftig mitmischten, wissen möchten, kann ich Ihnen den Artikel von Wilhelm Baum: Margarete Maultasch, in: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern, herausgegeben von Karl Rudolf Schnith, Graz, Wien und Köln 1997, S. 299-330 empfehlen


04/07/14

Der unkorrekte Titel "Königin Margarethe II. von Dänemark"

Eigentlich hätte sich die dänische Königin Margarethe II. von Dänemark bei ihrer Thronbesteigung nicht "Margarethe II." nennen dürfen, denn dann hätte es vor ihr eine Königin Margarethe I. von Dänemark geben müssen, die es nicht gab. Es gab in der Vergangenheit allerdings eine sehr berühmte dänische Königstochter, die Margarethe hieß. Sie wurde im Jahr 1352 geboren und starb am 28. Oktober 1412, als sie das Opfer einer schweren Epidemie in Flensburg geworden war. Diese Margarethe war die zweite Tochter des dänischen Königs Waldemar IV. gewesen. Sie wurde am 9. April 1363 mit dem norwegischen König Hakon VI. verheiratet und trug daher den Titel "Königin von Norwegen". Als ihr Vater im Jahr 1375 starb, ließ dieser nur zwei Töchter zurück: Ingeborg und Margarethe. Ingeborg, die mit dem Herzog Heinrich III. von Mecklenburg verheiratet war, hatte einen Sohn Albrecht IV., der nach alter Tradition eigentlich der Nachfolger seines dänischen Großvaters hätte werden müssen. Margarethe kam diesem Ereignis jedoch zuvor und konnte durch ihr hohes politisches Geschick erreichen, dass diese Position ihrem einzigen Kind, ihrem Sohn Olaf, geboren im Jahr 1370, gewährt wurde. Als ihr Gatte, der König von Norwegen, bereits im Jahr 1380 starb, wurde Margarethe für ihren minderjährigen Sohn nicht nur seine Regentin für Dänemark, sondern auch für Norwegen. Außergewöhnlich für ihr Geschlecht war jedoch, was im Jahr 1387 geschah, als ihr Sohn, der König von Norwegen und Dänemark, aus dem Leben schied. Die Dänen und Norweger hatten sich mittlerweile so sehr an ihre hochintelligente und diplomatisch sehr geschickte Herrin gewöhnt, dass sie sie gern als ihr Oberhaupt behalten wollten. Aber der Königstitel stand im 14. Jahrhundert dem weiblichen Geschlecht nicht zu. "Aber sie war kein Mann, und nach dänischem wie norwegischem Recht war es nicht möglich, eine Frau auf den Königsthron zu heben. Es kam also darauf an, einen Rechtstitel zu finden, der Margarethe die Möglichkeit eröffnete, die Herrschaft als ein in den Verfassungsvorstellungen der Zeit nicht vorgesehener 'weiblicher König' zu behalten und Zeit genug zu finden, sich nach einem Erben für beide Reiche in Ruhe umzusehen ... Nach wohl gründlicher Beratung fand man einen Ausweg, indem man für Margarethe eine Rangstellung schuf, die der eines auf Dauer regierenden Reichsverwesers gleichkam. So konnte sie Königsgewalt ausüben, ohne König zu sein; den Titel 'Königin' führte sie weiter als Königin-Witwe für Norwegen, sie war also nie Königin Margarethe I. von Dänemark. Die erste offiziell regierende dänische Königin ist erst in unseren Tagen nach Änderung der Thronfolgerechte, nun aber - historisch unkorrekt - als Margarethe II. proklamiert worden." (in: Karl Schnith (Hrsg.): Frauen des Mittelalters in Lebensbildern, Graz, Wien und Köln 1997, S. 396). Margarethe blieb übrigens bis zu ihrem Tode im Jahre 1412 - also rund 25 Jahre lang - die Reichsverweserin nicht nur von Norwegen und Dänemark, sondern auch von Schweden.


04/07/14

Die "sprachlichen" Unterschiede zwischen einem Norddeutschen und einem Bayern

Zu diesem Thema meinte Peter von Zittau, Abt des böhmischen Klosters Königsaal (Zbraslav), der um 1320 lebte, Folgendes: "Ein Sachse, also ein Mann aus dem niederdeutschen Sprachraum, spitzt den Mund, wenn er spricht, ein Bayer muht wie ein Ochse, jener versteht die sächsische Sprache ebensowenig wie die Eule eine Elster, obwohl sie doch beide als Deutsche bezeichnet werden können." (in: Karl Schnith (Hrsg.): Frauen des Mittelalters in Lebensbildern, Graz, Wien, Köln 1997, S. 278)


29/09/12

Wandruszka-Genealogie

Web-Seite von Dr. Nikolai Wandruszka


27/07/12

Exklusives Interview mit Mona Lisa (in Englisch)


20/04/12

La storica: "La Gioconda non è la Monna Lisa ma Isabella d'Aragona"

Folgender Artikel ist im FirenzeToday erschienen: La Gioconda non è la Monna Lisa ma Isabella d'Aragona


20/04/12

"Il mistero della Gioconda, la risposta nel DNA?"

Marco Ferri schrieb den folgenden Artikel über meine Forschungsarbeiten auf "The National Geographic Online": Il mistero della Gioconda, la risposta nel DNA?

Leider ist in dem Artikel ein kleiner Fehler unterlaufen: Die Büste auf der rechten Seite zeigt nicht Isabella von Aragon, sondern ihre Stiefgroßmutter Juana von Spanien, die eine Schwester des spanischen Königs Ferdinand II. des Katholischen und die zweite Gattin ihres Cousins, des neapolitanischen Königs Ferrante war. Sie ist übrigens die Mutter der berühmten "Dame mit dem Hermelin" (= Giovanna von Aragon, Königin von Neapel).


19/04/12

"Da Vinci Code"

Penelope Debelle schrieb den folgenden Artikel über meine Forschungsarbeiten im Magazin "Advertiser - SA Weekend": Da Vinci Code


13/02/12

Die „teuflisch-böse“ Menstruation

Hier eine kurze Beschreibung, wie um die Zeit der Geburt von Jesus Christus die Menschen des alten jüdischen Glaubens über die „unheiligen“ Körperflüssigkeiten, besonders die Menstruation, dachten. Ihre Ansicht wurde von den Christen übernommen und galt zumindest bis zum Ende des späten Mittelalters hinein:

„Wenn ein Mann einen Samenerguss hat, dann soll er seinen ganzen Körper in Wasser waschen, und er soll unrein bleiben bis zum Abend. Sämtliche Kleidungsstücke oder Ledersachen, die mit Samen beschmutzt wurden, sollen in Wasser gewaschen werden, auch sie bleiben unrein bis zum Abend ...

Wenn eine Frau einen Ausfluss hat, und es sich bei diesem Ausfluss um Blut von ihrem Körper handelt, dann soll sie sieben Tage in ihrer Unreinheit bleiben; wer auch immer sie anrührt, soll unrein sein bis zum Abend. Alle Gegenstände, auf denen sie während ihrer Unreinheit liegt, sollen unrein sein; und alle Gegenstände, auf denen sie sitzt, sollen [ebenfalls] unrein sein. Jeder, der ihre Bettwäsche berührt, soll seine Kleidungsstücke waschen [und] ein Bad nehmen, und er soll unrein bleiben bis zum Abend; und jeder, der was auch immer für einen Gegenstand, auf dem sie gesessen hat, berührt, soll seine Kleidungsstücke waschen [und] ein Bad nehmen, und er soll unrein bleiben bis zum Abend. Sei es die Bettwäsche oder sei es der Gegenstand, auf dem sie gesessen hat, wenn diese berührt wurden, soll er unrein sein bis zum Abend. ...

Wenn ihr Ausfluss aufgehört hat, dann soll sie noch sieben Tage hinzuzählen, und danach soll sie [wieder] rein sein. Am achten Tag soll sie zwei Turteltauben oder Tauben nehmen und sie zu dem Priester am Eingang des Bundeszeltes bringen. Der Priester soll die eine als Sühneopfer und die andere als Brandopfer opfern; und der Priester soll ihretwegen - wegen ihres unreinen Ausflusses - eine Wiedergutmachung vor dem Herrn vornehmen“. (in: Hughes, Sarah Shaver, and Brady Hughes: Women in World History, Volume 1: Reading from Prehistory to 1500, New York and London 1995, S. 71-72)


21/12/11

Gibt es wirklich so etwas wie historische Romane? Das gepriesene Werk der Amerikanerin Elizabeth Loupas: Die zweite Herzogin

Als Historikerin, die sich seit den letzten 24 Jahren intensiv mit dem Mittelalter und der Renaissance beschäftigt hat, ist es für mich leider mittlerweile unmöglich geworden, historische Romane zu lesen. Was heute unter dem Titel "historischer Roman" von den Verlagen herausgegeben wird, hat die Bezeichnung "historisch" nämlich nicht im Geringsten verdient. Auch wenn vom Verlag und der Presse behauptet wird, dass der Autor oder die Autorin sich seit vielen Jahren intensiv mit der historischen Epoche beschäftigt hat, in der ihre Geschichte spielt. Als Beispiel möchte ich das hochgelobte Werk der Amerikanerin Elizabeth Loupas, "Die zweite Herzogin", erwähnen. Nein, ich habe dieses Buch nicht gelesen. Schon die Kurzbeschreibung in amazon.de hat mich davon zurückgehalten: "Man sagt, er habe sie umgebracht ... Diese Warnung erhält die junge Barbara von Habsburg am Vorabend ihrer Hochzeit mit Alfonso d'Este. Der dunkle Herzog steht im Verdacht, seine erste Frau, die bildschöne Lucrezia Borgia, vergiftet zu haben. Ob dasselbe Schicksal auch ihr bestimmt ist? Inmitten von Verschwörungen, Intrigen und Bündnissen am Hofe nimmt Barbara ihr Schicksal selbst in die Hand ... Liebe, Neid und Intrigen am Hofe von Ferrara: ein berauschendes Sittengemälde der italienischen Renaissance."

Da rollen sich wirklich die Fußnägel auf! Dabei hat dieses Buch angeblich viele Auszeichnungen bekommen und ist bei uns sogar im angesehenen Rowohlt Verlag übersetzt und herausgegeben worden. Über die Autorin liest man zudem Folgendes: "Elizabeth Loupas war Werbetexterin, Redakteurin, Marketingleiterin und hat Englische Literatur unterrichtet, bevor sie Autorin wurde. Ihre Leidenschaft (neben dem Schreiben) gilt der Kunstgeschichte, besonders die Präraffaeliten haben es ihr angetan. Die Autorin hasst Hausarbeit, kaltes Wetter und zu enge Schuhe. Sie liebt Tiere, ihren Kräutergarten und Popcorn. Zusammen mit ihrem Mann und zwei Beagles lebt sie am Trinity River in Texas."

Die deutschen Leser und Leserinnen sind zudem von ihrem Werk hellauf begeistert, da die Autorin die Geschichte des 16. Jahrhunderts angeblich so treffend und spannend vermitteln könnte. Dabei hat die Autorin vermutlich nicht ein einziges Geschichtsbuch für ihren historischen Roman in ihren Händen gehabt. Hat sie doch bei ihrer männlichen Hauptfigur Alfonso I. d'Este und Alfonso II. d'Este, also Großvater und Enkel, durcheinandergebracht. Lucrezia Borgia war nämlich nicht die erste Gattin von Alfonso II. d'Este, über den die Autorin eigentlich schreiben wollte, sondern die zweite, sehr geliebte Gattin seines gleichnamigen Großvaters. Die erste Gattin von Alfonso II. d'Este war Lucrezia de' Medici, eine Tochter des florentinischen Großherzogs Cosimo I. de' Medici, die bereits im Alter von 15 Jahren an Tuberkulose verstarb und übrigens nicht von ihrem Gatten umgebracht wurde. Seine zweite Gattin war in der Tat Barbara von Österreich, eine Tochter des Kaisers Ferdinand I. Da wir nicht sehr viel über sie wissen, eignet Letztere sich natürlich sehr gut als Hauptfigur in einem Roman. Aber warum hat man nicht ein Porträt von ihr auf dem Cover abgebildet? Ach ja, ich vergaß, die Autorin hat ja keine Ahnung, dass es Porträts von dieser Habsburgerin gibt. Daher hatte ihr Verleger wohl Ippolita della Rovere, die erste Gattin von Antonio von Mailand und Aragon, als Ersatz-Coverbild für "Barbara von Habsburg" ausgesucht.

Was die Quantität der herausgegebenen sogenannten historischen Romane angeht, kommen wir Leser und Leserinnen des 21. Jahrhunderts darin fast um. Aber was ist aus der Qualität geworden? Anscheinend ist diese in unserer schnelllebigen Zeit auf der Strecke geblieben! Gut Ding will [aber] Weile haben!!! Wer also glaubt, sich geschichtliches Wissen mit der Hilfe von "historischen Romanen" aneignen zu können, irrt sich gewaltig!


21/11/11

Das Traurige an unserer Geschichte ist, dass wir nie aus den Fehlern der Vergangenheit lernen!

Uri Avnery: Weimar wiederholt sich in Israel


18/11/11

Die „Geschichtsexperten“ auf der deutschen Wikipedia

Eigentlich schaue ich nicht mehr auf die Geschichtsseiten der deutschen Wikipedia, da sich viele von ihnen im Besitz von einigen wenigen, völlig von sich überzeugten, sogenannten „Experten“ befinden, deren Unsinn kaum zu ertragen ist. Und jetzt habe ich doch meine eigene Grundregel gebrochen und auf folgende Geschichtsseite geschaut: Juan Borgia

So liest man also Folgendes über Juan Borgia: „Über Juan Borgias Kindheit ist recht wenig bekannt. Er wurde 1476 oder 1478 als zweiter Sohn des spanischen Kardinals Rodrigo Borgia und seiner langjährigen italienischen Mätresse Vanozza de' Cattanei vermutlich in Rom geboren. (Früher ging man von 1474 als Geburtsjahr aus und hielt Juan für den Erstgeborenen, dies ist aber überholt [und hierzu die Anmerkung 1], in der man noch zusätzlich Folgendes erfährt: Siehe Brambach S. 92, Schüller-Piroli S. 40, Hibbert S. 30; Juan wurde lange für den ältesten Sohn des Paares gehalten, da für ihn und Cesare keine genauen Geburtsdaten bekannt sind. Die Forschung ist sich heute aber einig, dass er jünger als Cesare gewesen sein muss. Hinweise dazu liefern die 1947 wiederentdeckte Grabplatte Vanozza de Cattaneis, in der Juan als Zweitgeborener genannt wird, und eine päpstliche Bulle von 1493, in der Cesare als der Ältere beschrieben wird.“

Als Beweis für diese falsche Behauptung, Juan wäre der zweite Sohn aus der Beziehung seiner Eltern gewesen, wird also die Grabplatte von seiner Mutter herangezogen und eine päpstliche Bulle von 1493 erwähnt. Letztere ist selbstverständlich nicht zitiert worden, sonst könnte sich der Leser oder die Leserin ja selbst ein Urteil fällen. Die Grabplatte von Vannozza de Catanei wurde nach ihrem Tod im Jahr 1517 erstellt. Auf ihr nannte man den Sohn zuerst, der der Bekannteste unter seinen Zeitgenossen war, und das war ohne Frage ihr Sohn Cesar.

Die Hauptquellen des Verfassers dieser Wikipedia-Seite sind zudem die Autoren Sarah Bradford und Joachim Brambach, deren Werke zu der Sekundärliteratur über die Borgia zählen. Primärquellen sind nicht gelesen worden, und trotzdem spielt sich der Verfasser dieser Seite als Fachmann über Juan Borgia auf, was er noch durch den Kommentar „Die Forschung ist sich heute aber einig, dass er jünger als Cesare gewesen sein muss“, bestätigen möchte. Wenn er denn nur über die heutige Forschung wirklich richtig informiert wäre. Sämtliche zeitgenössischen Quellen sagen uns, dass Juan der erste Sohn von Vannozza de Catanei aus ihrer Beziehung mit dem zukünftigen Papst Alexander VI. gewesen ist, was uns auch ihr Freund Marcantonio Altieri, einer der angesehensten Männer Roms, mitteilt: "Wir dürfen auch nicht die liebevollen Stiftungen vergessen, welche die hochangesehene und hochgeehrte Frau Madonna Vannozza vom Haus Catanei machte, die glückliche Mutter der Erlauchtesten Herren, des Herrn Herzogs von Gandia [Juan], des Herrn Herzogs von Valence [Cesar], des Prinzen von Squillace [Jofré] und der Madonna Lucrezia, Herzogin von Ferrara ..." (in: Ferdinand Gregorovious, Lucrezia Borgia, München 1982, S. 287-288). Nach dem Brauch der Zeit hatten die Söhne übrigens das Vorrecht vor den Töchtern genannt zu werden.

Da kann sich Vannozza de Catanei winden und drehen und uns über ihren Freund mitteilen, dass Juan ihr erster Sohn von Rodrigo Borgia ist, was übrigens auch vom großen italienischen Historiker ihrer Zeit, Francesco Guicciardini, bestätigt wird, der Verfasser dieser Wikipedia-Seite weiß es schließlich besser. Schließlich lebt er im 21. Jahrhundert, über 500 Jahre später, und ist daher sehr viel klüger (immerhin hat er fünf Bücher über die Borgia gelesen!). Wo kämen wir hin, wenn wir den Müttern glauben würden, dass sie wüssten, welche Kinder sie in welcher Reihenfolge auf die Welt gebracht haben?

Super ist auch der Titel unter dem Bildnis von Juan Borgia, das, nebenbei erwähnt, meiner Bildersammlung entnommen wurde: „Traditionell für Juan Borgia gehaltenes Porträt, entstanden nach seinem Tod“. Ich möchte wirklich wissen, wo der Verfasser diesen Blödsinn gelesen hat. Dieses Porträt von Juan Borgia, das mit Sicherheit zu seinen Lebzeiten entstand, ist von mir im Jahr 2005 als Porträt des Erstgeborenen von Vannozza de Catanei und Rodrigo Borgia identifiziert worden. Die Tradition ist also gerade einmal ganze sechs Jahre alt.


18/11/11

Was mich auf die Palme bringt!

Vielleicht geht es Ihnen wie mir und Sie finden es wie ich sehr frustrierend, auf ungerechtfertigte Kritiken nicht reagieren zu können. So las ich vor Kurzem eine Kritik über mein Buch „Lucrezia Borgia – Das Leben einer Papsttochter in der Renaissance“, an dem ich mittlerweile seit über 20 Jahren arbeite, da man gerade in den letzten Jahren in dem englischsprachigen Raum den wahren Borgias – die alles andere als unheimlich waren – auf die Spuren kommt. Die Kritik über mein Buch stammte von einem Anonymen, kurz „ein Leser“ genannt, von dem wir immerhin wissen, dass er in Münsterlingen (Schweiz) zu Hause ist. Er betitelte seine Rezension, die er am 22. Mai 2010 schrieb, mit: „Ein Kinderbuch?“ und hatte Folgendes zu meinem Buch zu sagen: „Auf die Empfehlungen meiner Vor-Rezensenten habe ich dieses Buch gekauft. Leider ist es nicht ausreichend als Kinderbuch gekennzeichnet. Reich bebildert, in einfacher, munterer Erzählweise wird das Schicksal der Borgia-Dynastie berichtet. Die Fakten werden korrekt aneinandergereiht, die Autorin hat recherchiert. Für einen schnellen, einfachen, unkritischen Überblick ist das Buch gut genug. Aber für jeden ernsthaft interessierten Leser über 12 Jahre möchte ich zu diesem Thema das Buch "Der unheimliche Papst" von Volker Reinhardt empfehlen.“

Immerhin erhielt ich großzügigerweise drei Sterne!

Am gleichen Tag, dem 22. Mai 2010, schrieb dieser anonyme Leser aus der Schweiz auch eine Rezension über das Buch „Der unheimliche Papst: Alexander VI. Borgia 1431-1503“ von Volker Reinhardt, über dessen „unheimliche“ Vorgehensweise bei der Verbreitung von Geschichtswissen ich mich bereits ausführlich in meinem Weblog „Neutralität und Objektivität in der Wiedergabe historischer Ereignisse und Gestalten“ und bei Juan Borgia ausgelassen habe. In diesem Fall wurde die Rezension mit „Grosser Überblick“ betitelt und liest sich folgendermaßen: „Geschichten aus dem Zeitalter Alexander VI werden ob ihrer Skandalträchtigkeit gern und oft publiziert. Dieses Buch geht zurück auf die Originalquellen und ist um detailgetreue historische Wahrheitsfindung bemüht. Sehr sorgfältig berichtet der Autor den Lebensweg und die Karriere von Rodrigo Borgia und seiner Familie. Die politischen Verwicklungen Europas in der frühen Renaissance finden Eingang. Der Autor setzt die unterschiedlichen "Spieler" der Zeit sehr anschaulich in Beziehung zueinander und erleichtert das Verständnis der damaligen Entscheidungen. Ob allerdings die Motivation des Papstes wirklich nur und ausschliesslich dem Wohl der Familie galt, wie das Buch immer wieder betont, stellt vielleicht seine Handlungsweise etwas zu einschichtig dar - da wünschte sich der Leser eine etwas detailliertere psychologische Analyse. Ein wissenschaftliches, objektives, gründliches Buch, das dennoch - ich stimme meinem Vor-Rezensenten vollkommen zu - in einer lebendigen Sprache geschrieben wurde. Der "Tagesspiegel" nannte das Buch einen "Vatikankrimi" - so liest es sich auch, man kann es kaum aus der Hand legen. Das umfangreiche Literaturverzeichnis hilft demjenigen Leser weiter, der sich noch intensiver mit der Zeit beschäftigen möchte. Karte und Stammbaum erleichtern die Orientierung in den damaligen Wirren. Ein Punkt Abzug, weil der C.H.Beck-Verlag eine ungewöhnlich kleine Schriftart gewählt hat, die das Lesen sehr erschwert. Das hätte dieses spannende Buch besser verdient.“

Man muss sich fragen, was diesem anonymen Leser das Recht gibt, sich als sogenannter Fachmann der italienischen Renaissance auszugeben und mein Buch als Kinderbuch abzuwerten, da es anhand von zeitgenössischen historischen bildlichen Quellen, nämlich den herrlichen Porträts der Renaissance, zeigt, wie die Leute, über die wir hier schließlich reden, ausgesehen haben, und das Buch von Volker Reinhart, dem es an jeglicher Objektivität im Umgange mit zeitgenössischen Quellen fehlt, in den Himmel zu loben. Okay, der anonyme Leser hat auch dem Buch von Volker Reinhardt nicht fünf Sterne, sondern nur vier Sterne gegeben (wegen der kleinen Druckschrift). Wir Historiker haben übrigens seit den detaillierten psychologischen Fehlanalysen von Sigmund Freud von "detaillierten psychologischen Analysen", die der anonyme Leser bei Volker Reinhardt so vermisste, Abstand genommen! Fünf Sterne ist schließlich nur er, der Rezensent aus der Schweiz, wert. Man fragt sich nur, warum er eigentlich nicht über den neuesten Wissensstand bezüglich der Borgia informiert ist und warum er nicht die einseitige Darstellungsweise von Volker Reinhardt erkannt hat (wie wohl alle wahren Kenner der italienischen Renaissance).

Ich habe selbstverständlich keine Ahnung, was er zudem persönlich als 11-jähriger und ungehörig weiser Junge gelesen hat. Aber seine persönliche Empfehlung, dass alle Leser über 12 Jahre lieber zum Buch von Volker Reinhardt als zu meinem Buch greifen sollen, folgen Sie bitte nicht. Das Bildmaterial ist in diesem Buch z.T. absolut nicht zu gebrauchen. Ja, es sind in der Tat neun kleine Bilder vorhanden, was der anonyme Leser wohl gerade noch ertragen konnte, denn in diesem Fall wird das Werk nicht zum Kinderbuch degradiert. Die Zuweisung der Bilder zu bestimmten historischen Gestalten entbehrt jedoch, immer wenn es sich nicht um Münzen handelt, jeder Wissenschaftlichkeit. Die Geschichte der Borgia ist zudem auch in meinem Buch etwas zu komplex für einen "normalen" 12-Jährigen, mit dem natürlich unser außergewöhnlich hoch begabte anonyme Leser nicht verglichen werden kann. Außerdem möchte ich nicht, dass noch weitere Leser mit dem Unsinn von Volker Reinhardt "infiziert" werden. Ist der nämlich erst einmal in Ihren Köpfen, dann ist er kaum noch "ausrottbar".

Andererseits sage ich mir selbst, müsste ich diese Kritik doch als Kompliment auffassen. Schließlich bin ich dank meiner pädagogischen Fähigkeiten in der Lage, Geschichtsbücher zu schreiben, die jeder lesen kann, was leider viele Historiker nicht können (denken Sie nur an Ihren Geschichtsunterricht in der Schule!) und wozu man auch besonders im C.H. Beck Verlag nicht ermuntert wird. Hier ist schließlich Prestige die Devise und nicht Wissensvermittlung!


18/11/11

Neutralität und Objektivität in der Wiedergabe historischer Ereignisse und Gestalten

He did it again! Ja Volker Reinhardt, der Liebling des deutschen C. H. Beck Verlages, kann es nicht lassen, uns seine persönliche Meinung über bedeutende Gestalten in der Geschichte, seien es die Borgias oder Johannes Calvin, als objektive Geschichtsschreibung zu verkaufen (siehe die Rezension zu seinem Buch "Die Tyrannei der Tugend. Calvin und die Reformation in Genf"). Auch sein Werk über die Borgia, "Der unheimliche Papst Alexander VI. Borgia 1431-1503", weist eine große Wissenslücke hinsichtlich der Borgia, der Sforza und anderer wichtiger Gestalten in der italienischen Geschichte des 15. und 16 Jahrhunderts auf und ist gefüllt mit der persönlichen Meinung des Autoren, die er durch ihm genehme, z. T. dubiose Quellen und durch sein nicht endenwollendes Heruminterpretieren zur "historischen Wahrheit" erheben möchte. "Unheimlich" ist in seinem Buch nicht der Papst Alexander VI., unheimlich ist die Vorgehensweise von Volker Reinhardt als Historiker, der nämlich sämtliche Regeln der Objektivität im Umgang mit historischen Quellen bricht (Fortsetzung meiner Kritik bezüglich Volker Reinhardt und seines Buches bei: Juan Borgia).

Lesen Sie bitte folgendes Schlusswort über den Papst Alexander VI. im Buch "The Renaissance Popes - Culture, power and the making of the Borgia myth" des Historikers Gerard Noel, das im Jahr 2006 in London herausgegeben wurde: "'The Borgia Myth' might have well been the name of an early historical crime novel – a novel to enthrall the world for all of 500 years. It is only in the last century that its veracity has been seriously called into question. Considerable damage had been done meanwhile, both to history and to the reputation of the Borgias. The myth is one of the greatest stories of all time – but myth it unquestionably is, rather than truth. The Borgias were people of their time, not ours ... It would be invidious to treat them as saints (although Lucrezia showed increasing saintliness towards the end of her life). But to treat them merely as arch-sinners shows a disrespect for historical accuracy, bordering upon outright contempt. ... In fact, there seems to have been remarkably little criticism of Rodrigo Borgia before he emerged from the conclave as Pope Alexander VI. ... It must also be said that some of the documents produced in the propaganda war against the Borgias are of questionable provenance. ... For the times he [Pope Alexander VI] lived in, Alexander's tolerance of criticism, both fair and foul, was quite amazing ... Many of the allegedly poisoned cardinals were not Alexander's enemies but, instead, his friends; conversely, many of his enemies outlived him. ... twenty-seven cardinals died during Alexander's eleven-year papacy, thirty-six cardinals died during the nine-year papacy of [Pope] Julius [II] ... Yet Alexander is regarded as a poisoner, whereas Julius is not. Surely this judgement is perverse. ... Cardinal Rodrigo Borgia is the most competent senior churchman of his time. He has managerial talents comparable to the chairman of the greatest multi-national of our own time. ... Alexander was entrusted with the sacred stewardship of the church; he served it well. Would that he had been less tolerant of the personal attacks upon himself. The vilification, which he treated good-humouredly, was used as source material for so much further calumny throughout the succeeding centuries. It has done his reputation terrible and lasting harm. ... Professor Michael Mallett on the vital effect of the hatred of Julius II on Alexander VI's reputation: 'It was this hatred which led the same Julius to torture confessions of crimes, supposedly committed at the comment of the Borgias, out of Alexander's servants, and to eradicate as far as possible every evidence of Borgia achievement.'" (in: Gerard Noel, he Renaissance Popes - Culture, power and the making of the Borgia myth, pp. 191-202).


16/11/11

Video über "The Face of Leonardo DaVinci in Renaissance Art" von Derri Sanchez

youtube


13/06/11

Video über "Mona Lisa" von Derri Sanchez

youtube


13/06/11

Das Bibbern unter den deutschen Doktoren und Professoren

Plagiate oder eigene Werke? Cartoon aus dem Stern 22/2011


12/04/11

"Die heimlichen Kinder von Leonardo da Vinci"

Artikel über die heimliche Ehe von Isabella von Aragon und Leonardo da Vinci und ihre Kinder (von Umberto Pasqui (auf Italienisch)).


04/02/11

Was habe ich doch für großartige Fans!!!!

Heute, am 4. Februar 2011, erhielt ich hinsichtlich meines Buches: Die Sforza III: Isabella von Aragon und ihr Hofmaler Leonardo da Vinci folgende Email, über die ich mich riesig gefreut habe. Mag sein, dass Herr Sarrazin mit seinem Buch über Muslime mittlerweile Millionär geworden ist, aber ob er einen so großartigen Fan besitzt, bezweifle ich:

Sehr geehrte Maike Vogt-Lüerssen
Viele Leute, die Bücher schreiben, sagen ja, dass man davon nicht leben kann - aber dass Ihr Buch nur 15 Leute gekauft haben, ist nicht nachvollziehbar - Herr Sarrazin ist mit seinem Buch und seinen umstrittenen Thesen über Muslime schon Millionär - dabei müsste Ihr Buch (Ihre Bücher) zum Weltkulturerbe ernannt werden, weil es die Kunst-Geschichte, die Geschichte des Mittelalters und soziale Bedingungen und Entwicklungen anhand Ihrer glaubwürdigen Recherchen und Erkenntnisse, verständlicher und nachvollziehbarer macht. Viele Doktoranden und Professoren können von Ihnen lernen und sollten dies mal zugeben. Es gibt keinen Grund, warum diese Zeitungsleute Sarrazin lesen und kaufen und in Talksendungen darüber streiten - Maike Vogt-Lüerssens Bücher jedoch weder kaufen noch lesen -
Liebe Grüße von Roswitha Osmers


25/04/10

Artikel in "Corriere di Romagna" am 14. April 2010.

Über meine Identifizierung der "Dame mit dem Jasmin" (eigentlich die "Dame mit den Orangen-Blüten und der Riario-Rose") als Caterina Sforza anhand der Symbole ihres Hauses. [Zeitungsausschnitt]


18/10/09

Artikel in "La Voce" über das neue Gemälde von Leonardo da Vinci

Am 18. Oktober 2009 schreibt Umberto Pasqui über meine Zuweisung des Bildes zu Leonardo. [Zeitungsausschnitt]


16/10/09

Neues Gemälde von Leonardo da Vinci entdeckt!

Am 13. Oktober 2009 berichteten die Zeitungen von einem weiteren neu entdeckten Werk von Leonardo da Vinci. [weiter ...]


06/06/09

Konferenz in Forlì zum 500. Todestag von Caterina Sforza

Am 16. Mai fand in der italienischen Stadt Forlì, einem der Regierungssitze von Caterina Sforza, eine Konferenz statt, in der das Leben und die Taten der "Tigerin von Forlì" gewürdigt wurden. Die Kommune Forlì hatte dazu Historiker und Kunsthistoriker aus Europa und der Welt eingeladen. Mein Vortrag behandelte die Darstellung von Caterina Sforza in zeitgenössischen Gemälden der Renaissance. Hier einige Zeitungsausschnitte. Artikel in "il Momento". Konferenz Poster.


26/04/09

Maike in der japanischen Fernsehshow "Best House 123"

Die japanische Fernsehshow "Best House 123" mit dem Thema "Madone de Laroque" und Leonardo da Vinci kann jetzt online gesehen werden: Video.


02/03/09

"Der wahre Leonardo !"

Am 01/03/09 erschien ein weiterer Bericht über Leonardo da Vinci in der italienischen Tageszeitung La Voce.


01/03/09

Selbstporträt von Leonardo da Vinci ???

Am 23/02/09 erschien in Times online ein Bericht über ein angeblich "neu entdecktes" Porträt oder gar Selbstporträt von Leonardo da Vinci. Daraufhin erschien am 27/02/09 in der italienischen Tageszeitung La Voce in Forli ein Bericht über das von mir gefundene Selbstporträt von Leonardo, das sich in der National Gallery of Art in Washington befindet.


26/11/08

Fund in der National Gallery of Victoria

Meine Antwort auf die Behauptung der National Gallery of Victoria, dass sie das einzige wahre Porträt von Lucrezia Borgia besitzen würden, das angeblich zwischen 1515 bis 1520 von Dosso Dossi erstellt worden wäre: [The Age: "Art Detective says the brother did it."]


26/11/08

Fernsehshow "The Best House 123" im japanischen Fernsehen Fuji TV über "Madone de Laroque"

["Mona Lisa model is the same!? New theory"]


06/11/08

"Art experts clash over 'Da Vinci' painting"

Am 06/11/08 fand im südfranzösischen Montpellier eine Pressekonferenz statt bezüglich der Identifizierung des Gemäldes "Madone de Laroque", das von mir eindeutig als ein Werk Leonardo da Vincis klassifiziert wurde. Der italienische Kunsthistoriker Alessandro Vezzosi würde meine Forschungsergebnisse nicht mit "absurd" kommentieren, wenn er bereit wäre, die "Sprache des Mittelalters und der Renaissance", den Symbolismus der hohen Dynastien, zu lernen. [Telegraph.co.uk]


25/09/08

"The Art Detective"

Penelope Debelle schrieb den folgenden Artikel über meine Forschungsarbeiten im Magazin "Adelaide Review": [PDF-Datei]


31/05/08

Selbstporträt von Leonardo da Vinci

Nun können zumindest die Florentiner dank des Journalisten Marco Ferri nicht mehr sagen, sie hätten niemals etwas von dem neuen Selbstporträt von Leonardo da Vinci gehört, siehe: Zeitungsartikel


19/05/08

Ein Kunstgenuss à la Philip Scott Johnson

Women in Art


14/05/08

Und wieder ein Bericht über Isabella von Aragon, diesmal von der florentinischen Journalistin Letizia Cini von der Zeitung "La Nazione"

Leider ist ein kleiner Fehler passiert: Die zweite Dame auf dem Bild ist nicht Isabella von Aragon, sondern ihre Urenkelin Costanza Colonna


27/04/08

Leonardo da Vincis Mutter eine Sklavin und von arabischer Herkunft?

An Leonardos 556. Geburtstag, am 12. April 2008, erschien in "The Guardian", einer englischen Zeitung, folgender Artikel: "Da Vinci's mother was a slave, Italian study claims", in dem zwei Behauptungen aufgestellt wurden: 1. Laut Francesco Cianchi war die Mutter von Leonardo da Vinci eine Sklavin gewesen, und 2. laut eines weiteren italienischen Akademikers würde ein Fingerabdruck des berühmten Malers eine Konfiguration aufweisen, die nur bei den Arabern zu finden sei. [weiter ...]


02/03/08

Das Geheimnis um "Mona Lisa" nun endgültig gelöst ???

Fund in der Heidelberger Universitätsbibliothek

Hätte mir im Jahr 2003, als es mir gelang, die Identität der berühmtesten Dame im Louvre zu enträtseln, jemand erzählt, dass es noch Jahre dauern würde, bis man meine wissenschaftlichen Aussagen überprüfen würde, hätte ich das damals in meiner absoluten Naivität niemals geglaubt. Ebenso hatte ich bis dahin nicht geahnt, wie leichtgläubig Journalisten sind. Ist uns in unserer Kindheit nicht das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ vorgelesen worden, um ja nicht einfach etwas zu wiederholen, ohne es zuvor mit unserem gesunden Menschenverstand überprüft zu haben? [weiter ...]


30/01/08

"LA GIOCONDA – E il ritratto di Isabelle d'Aragona"

In der italienischen Tageszeitung "Il Giornale della Toscana" erschien der Artikel "Die Gioconda – Ein Gemälde von Isabella von Aragon" über meine Forschung bezüglich der Identität von Mona Lisa. [PDF-Datei (in italienisch)]


09/08/07

Madonne de Laroque – ein Gemälde von Leonardo da Vinci ?

Im Oktober 1998 kauften François Leclerc und zwei Freunde in einem Antiquitätengeschäft im Dorf Cévennes ein Gemälde, das sich mittlerweile als ein Werk von Leonardo da Vinci herausstellt. Es zeigt die mailändische Herzogin Isabella von Aragon mit zwei von ihren Kindern aus ihrer Ehe mit Leonardo da Vinci. [Vollständiger Artikel aus "La Croix"]


03/08/07

Offener Brief an den Kölner Oberbürgermeister, Herrn Fritz Schramma:
betr.: Das Geburtsjahr der Stadtgründerin von Köln, Agrippina der Jüngeren

Lieber Kölner Oberbürgermeister, lieber Herr Schramma,

es ist nicht mehr allzu lang hin, bis wir den 2000. Geburtstag der Stadtgründerin von Köln, der großen römischen Politikerin Agrippina der Jüngeren, feiern dürfen. Die Fachwelt ist sich allerdings nicht mehr einig, in welchem Jahr Letztere geboren wurde. Zwar ist noch in vielen Büchern und auf vielen Webseiten als ihr Geburtsjahr das Jahr 15 n. Chr. zu finden, aber wie sich bei so vielen historischen Daten gezeigt hat, ist nicht immer das richtig, was am meisten zitiert wird. [mehr ...]


17/08/06

Neu entdecktes Porträt von Maria Stuart ???

Am 17. August 2006 erschien in Times online ein Artikel über ein neu (oder genauer gesagt, wieder) entdecktes Porträt von Maria Stuart.

Dieser Artikel zeigt mit aller Deutlichkeit, dass Kunsthistoriker, speziell was die Renaissance betrifft, Fehler über Fehler machen. Hatte doch nicht nur der bedeutendste englische Kunsthistoriker, Sir Roy Strong, dieses Porträt der schottischen Königin vor 30 Jahren für eine Kopie aus dem 18. oder 19. Jahrhundert erklärt und hiermit dafür gesorgt, dass dieses Bildnis erneut in den Lagerräumen der National Portrait Gallery in London verschwand, zeigt nun auch noch deren Entdeckerin, Dr. Cooper, dass sie ebenfalls, was die Disziplin Geschichte angeht, keine Ahnung hat. Sie hatte zwar mit Hilfe der Dendrochronologie bestimmen können, dass das Porträt in den Jahren 1560-1592 erstellt wurde, aber mehr kann sie ebenfalls nicht beitragen. [weiter ...]


25/06/04

"The Woman behind that Secret Smile"

Im Juni 2004 erschienen in den australischen Tageszeitungen "The Sydney Morning Herald" und "The Age" die folgenden Artikel über meine Forschungsergebnisse bezüglich der Identität der Mona Lisa als Isabella von Aragon: "Woman behind that smile stands up" und "Behind that secret smile"


01/09/04

Der Tod von Margarete von Österreich – Ärztliches Versagen oder Sterbehilfe?

Das Lebensende der habsburgischen Erzherzogin Margarete von Österreich, einer der großen Politikerinnen der Renaissance (siehe: mein Buch: Margarete von Österreich – Die burgundische Habsburgerin und ihre Zeit), kam für ihre Familie und ihre Freunde sehr überraschend. Eine kleine Glasscherbe sollte ihr zum Verhängnis werden. Über den Unfall am 15. November 1530, den Verlauf der dadurch entstandenen Infektion am Fuß und den eintretenden Tod in der Nacht vom 30. November auf den 1. Dezember 1530 werden wir detailliert durch die Aufzeichnungen eines Augustinermönchs informiert. So lesen wir bei ihm Folgendes: [weiter ...]


01/08/01

Rezension des Buches "Prettiest Love Letters in the world: Letters between Lucrezia Borgia and Pietro Bembo", 1503-1519 von Richard Shirley Smith and Hugh Shankland; David Godine Publisher, 2001

Dieses Werk, das bereits im Jahr 1985 zum ersten Mal unter dem Titel „Messer Pietro mio: Letters between Lucrezia Borgia & Pietro Bembo“ erschien und jetzt den Zusatz „Prettiest Love Letters“ erhalten hat, nur um die Verkaufszahl dieser Publikation voranzutreiben, betrachte ich als Betrug an allen Lesern und Leserinnen. Selbstverständlich erwarten jene – irregeführt durch den Titel – nun Liebesbriefe zwischen der Papsttochter Lucrezia Borgia, Herzogin von Ferrara, und ihrem Hofdichter, dem Venezianer Pietro Bembo, vorzufinden. [weiter ...]