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Frohe Weihnachten / Merry Christmas

Eine wunderschöne Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2018 wünscht Ihnen, meine lieben Leser und Leserinnen, Ihre Maike Vogt-Lüerssen von Downunder.

Möge das nächste Jahr für Sie mit Gesundheit, Freude, Spaß, Liebe und netten Überraschungen gefüllt sein! Ganz besonders möchte ich mich bei denjenigen bedanken, die meine Bücher und E-Books gekauft haben und mir damit ermöglichen, meiner großen Leidenschaft, der Geschichte, weiterhin nachgehen zu können.

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05/11/2015

Das Geburtsjahr von Agrippina der Jüngeren

Sämtliche Historiker und Kunsthistoriker, die sich mit der römischen Antike beschäftigen, hätten sich mindestens seit 2001 mit dem Problem des Geburtsjahres dieser großen römischen Politikerin auseinandersetzen können. Denn in diesem Jahr erschien die erste Auflage meiner Biografie über Agrippina die Jüngere. Wurde diese nun, wie bis weit ins 19. Jahrhundert hinein behauptet wurde, am 6. November 16 n. Chr., oder wie der deutsche Historiker Theodor Mommsen (1817-1903) postulierte, am 6. November 15 n. Chr. geboren?

Lesen Sie hierzu bitte diesen Artikel.

Bereits im letzten Jahr hatte ich an sämtliche große Zeitungen in Köln und auch an den WDR hinsichtlich des Problems des korrekten Geburtsjahres von Agrippina der Jüngeren geschrieben. Von keinem erhielt ich eine Antwort. In der letzten Woche las ich nun, dass der WDR am 6. November 2015 anlässlich „des 2.000sten Geburtstages von Agrippina der Jüngeren“ eine Dokumentation zeigen möchte. Auch die Deutsche Welle erzählt ihren Leser und Leserinnen, Agrippina die Jüngere sei im Jahr 15 n. Chr. geboren worden. Vermutlich stammen die Informationen für die Dokumentation im WDR und die unterschiedlichen Artikel, die im Internet hinsichtlich Agrippina der Jüngeren zu finden sind, vom Römisch-Germanischen Museum, dessen Historikern und Kunsthistorikern vorgeworfen werden muss, dass sie sich nicht ausreichend mit dem historischen Quellenmaterial zur Zeit der großen Römerin beschäftigt haben. So wird bei ihnen nicht nur behauptet, Agrippina die Jüngere sei im Jahr 15 n. Chr. geboren, sondern auch dass Germanicus, der Vater von Agrippina der Jüngeren, mit seiner Familie bereits im Jahr 16 n. Chr. Germanien verlassen hätte, um nach Rom zurückzukehren. Der Aufbruch geschah jedoch erst im Frühjahr 17 n. Chr. Was werden die Historiker und Kunsthistoriker des Römisch-Germanischen Museums in ihrer Ausstellung nicht noch alles behauptet haben, wofür es keine historischen Quellen gibt? Sind sie in ihrer Beschreibung und Beurteilung von Agrippina der Jüngeren blind den Angaben von Tacitus gefolgt? Oder haben sie eigene Entdeckungen gemacht?

Selbstverständlich habe ich mich sofort an die Herren und Damen des Römisch-Germanischen Museums gewandt und gebeten, mir die historischen Quellen für ihre Behauptungen zu zeigen. Bisher habe ich noch keine Antwort erhalten. Anscheinend ist man dort einfach den Aussagen von Theodor Mommsen und natürlich Tacitus gefolgt.

Wenn in der Geschichte Fehler begangen werden, sind sie wirklich nicht mehr auszurotten. Es gibt einfach zu viele Akademiker, die nicht gelernt haben, auch die Aussagen sogenannter Autoritäten infrage zu stellen. Und wie sagte nicht schon Samuel Butler (1835-1902): Obgleich Gott die Geschichte nicht verändern kann, Historiker (wie z. B. Theodor Mommsen) können es.

Erfreulich ist daher jeder kleine Erfolg bei der Richtigstellung von historischen Fehlern. Wer auch immer für die Zusammenstellung der Kölner Stadtgeschichte verantwortlich ist, hat hervorragende Arbeit geleistet.

Außerdem möchte ich noch Herrn Erich Hermans danken, für den Agrippina die Jüngere ebenfalls am 6. November 16 n. Chr. geboren wurde und der bereits große Pläne zu ihrem 2.000sten Geburtstag im Jahr 2016 hat.

Daher bin ich schon fleißig am Sparen, damit ich an Agrippinas Geburtstagfeierlichkeiten am 6. November 2016 in Köln teilnehmen kann.

Gäbe es doch nur mehr von diesen intelligenten, kritischen Zeitgenossen …

als Buch und E-book

Agrippina die Jüngere – Die große römische Politikerin und ihre Zeit

als Buch bei amazon.de: 260 Seiten, mit Stammtafeln und 59 Bildern, ISBN 3-8334-5214-5, 2., überarbeitete Auflage, € 17,90

als E-BOOK bei amazon.de: mit Stammtafeln und 70 Bildern, Eigenproduktion 2017, € 13,53