Vorwort
Marburg an der Lahn, den 28.11.1989
Kaum zu glauben, aber wahr! Uns, d.h. einer kleinen, an Geschichte sehr interessierten Gruppe aus vier Teilnehmern und neun Teilnehmerinnen im Alter von 25 - 35 Jahren und mir als deren Leiterin, ist etwas Sensationelles im Geschichtsbereich gelungen. Endlich ist es &ndash zumindest in dieser Geisteswissenschaft &ndash vorbei mit der langweiligen Theorie. Nach fast dreijähriger Forschungsarbeit ist es uns nämlich geglückt, eine Zeitmaschine zu entwickeln. Ja, Sie lesen richtig: Eine Zeitmaschine!
Vor knapp einem Monat habe ich mich &ndash die Neugierde besiegte die Angst &ndash als Versuchskaninchen zur Verfügung gestellt. Ich landete in einer mittelalterlichen Stadt im Norden Deutschlands, und zwar im Jahr 1437. Relativ schnell gelang es mir hier, Kontakt mit zwei freundlichen Bürgern, einem Kaufmann namens Reinhold von Münzenberg und einem Blaufärber namens Johannes Bussow aufzunehmen. Beide Herren fanden sich ohne Zögern bereit, je zwei von unseren Gruppenmitgliedern für volle drei Monate aufzunehmen und zu verpflegen. Das Los traf Holger L. (Diplomchemiker, 31 Jahre alt), Heinke S. (Gymnasiallehrerin in Latein und Biologie, 30 Jahre alt), Claudia H. (Hausfrau und Mutter von vier Kindern, 30 Jahre alt) und Kurt K. (Diplomchemiker, 32 Jahre alt). Nun verbringen wir seit fast vier Wochen jede freie Minute mit der Anfertigung von zeitgemäßen Kleidungsstücken. Gott sei Dank, haben unsere Gruppenmitglieder Ulrike, Angelika und Eve in der Volkshochschule Nähkurse belegt.

