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Eine Zeitreise in eine spätmittelalterliche Stadt 1437/1438

Inhaltsverzeichnis

Als Buch erhältlich:

Zeitreise 1 – Besuch einer spätmittelalterlichen Stadt
288 Seiten, mit 90 Bildern, ISBN 3-8334-2419-2, € 18,90

Eintrag 45

Claudias Bericht, geschrieben am 23.2.1438

Die Kinder sind jetzt endlich eingeschlafen. Um 2 Uhr morgens!! Katharina liegt neben mir. In dem Bett von Anna, Berthold und Kristein befindet sich Holger. Von ihm ist nicht mehr viel zu sehen! Die drei Kinder haben sich ängstlich an seinen Körper gedrückt und versuchen selbst noch im Schlaf, sein mögliches Weggehen zu verhindern, indem sie mit ihren kleinen Händen seine Hände und seine Beine festumschlungen halten. Holger muß seit gestern mittag Barbara ersetzen! Denn Barbara hat die Geburt nicht überlebt!!! Aber ihr Mann, Johannes Bussow, geht seinen Geschäften, als wäre nichts geschehen, nach.

In der Nacht vom 20. auf den 21. ging die Geburt los! Barbara fing plötzlich neben mir im Bett, laut zu schreien an! Sie richtete sich auf, krallte ihre Hände in die Bettdecke und schaute mich dabei hilfesuchend an. Katharina, Kristein, Anna und Berthold umringten sofort unser Bett und starrten voller Angst auf ihre geliebte Mutter. Die Mägde liefen ebenfalls in unser Zimmer und blickten ratlos auf die vor Schmerzen schreiende Herrin.

Abb. 64: Der Gebärstuhl

"Ich hole die Medicina! Mama braucht Hilfe!" Mit diesen Worten verließ Katharina, indem sie sich durch die Menschenansammlung einen Weg bahnte, das Zimmer. Auch Holger und unser Gastgeber wurden durch den "Lärm" geweckt, aber nur Holger blieb bei uns. Herr Bussow zog es vor, in die Wohnstube auszuwandern, um in aller Ruhe weiterträumen zu können. Holger setzte sich an unser Bett, sprach Barbara mit seiner sanften Stimme Mut zu und streichelte ihr - vor den erstaunten Gesichtern der Mägde - die Arme, die Hände und den freien Rücken. Nachdem der Schmerz endlich nachgelassen hatte, suchte Barbara in Holgers Armen Schutz. Wie ein kleines Kind klammerte sie sich an ihn und schluchzte vor sich hin. Dann bat Holger die Mägde, den Raum zu verlassen, und führte die Kinder, als Barbara schließlich in meinen Armen lag, in den Nebenraum. Schon bald erschien Katharina mit der "medicina" oder, wir würden sagen, der Hebamme Maria und ihrer Helferin Agnes. Maria ist Anfang 30, vollschlank, sehr hübsch und schon seit ihrer Kindheit mit Barbara eng befreundet. In ihrer rechten Hand trug sie eine große Tasche, aus der sie nacheinander zwei Haken, eine Zange, zwei Scheren, einen kleinen Spiegel, ein kleines Stoffsäckchen, Garn, Nadeln und mehrere Salbfläschchen herausholte und auf die große Truhe legte. Katharina stellte einen Krug, den sie von Maria bekommen hatte, vorsichtig neben die anderen Utensilien. In ihm befand sich eine selbstgemachte Arznei, die nach einem alten volksmedizinischen Rezept hergestellt worden war und die Geburtsschmerzen lindern sollte. Agnes, die knapp 15-jährige, spirreldünne Hebammenhelferin, plazierte derweil einen eigenartigen Stuhl in die Mitte des Raumes. Wie ich im Laufe der Zeit erfuhr, handelte es sich um einen Gebärstuhl (Abb. 64). Barbara war in der Zwischenzeit in meinen Armen eingeschlafen.

"Laß sie schlafen! Sie wird nachher noch viel auszustehen haben", flüsterte Maria mir zu. Ich befreite mich vorsichtig aus Barbaras Umklammerung, zog mein auf der Truhe liegendes Kleid an und begab mich zu den beiden Frauen.

Nachdem wir uns gegenseitig vorgestellt hatten, entschuldigte ich mich bei Maria für die späte Störung.

"Na, das ist doch meine Aufgabe! Und für meine Freundin Barbara stehe ich jederzeit auf!"

"Hatten Sie heute schon viel zu tun?"

"Ach, es ging! Heute morgen wurde ich zu einer Patientin gerufen, bei der nach einer schweren Geburt die Gebärmutter aus der Scheide getreten war. Die Frau hatte hohes Fieber und sah ganz gelb im Gesicht aus. Sie erzählte mir, daß eine andere Hebamme versucht hätte, die Gebärmutter wieder in die richtige Lage zu bringen, aber das gelang ihr wohl nicht. Und als ich dann ihre Gebärmutter zu sehen bekam, wußte ich gleich, was ich zu tun hatte. Dieses mittlerweile schwarze und stinkende Gebilde mußte sofort entfernt werden. Ich umschnürte deshalb den Gebärmutterhals nahe am äußeren Muttermund mit einem ziemlich dicken Faden und schnitt dann den Hals schnell durch. So fiel die Gebärmutter ganz ab! Anschließend habe ich die Wundstelle mit Wein gewaschen, den ich mit Honig und Aloe aufgekocht hatte. In zwei Tagen werde ich wieder zu ihr gehen. Dann müßte das Fieber auch zurückgegangen sein. Ja, und dann wurde ich zu einer Schwangeren gerufen, die an Verstopfung litt. Zur Sommerszeit hätte ich ihr empfohlen, einen mit viel Butter zubereiteten Spinat oder in Salz, Wein und Essig erweichten Lauch zu essen. Jetzt zur Winterszeit habe ich ihr ein Zäpfchen aus Venezianischer Seife verpaßt. Wenn das nicht hilft, werde ich ihr morgen eine Abkochung aus Sennablättern zum Trinken geben. Leider ohne frisch extrahierter Kassia! Und heute nachmittag brauchte ein Ehepaar meine Hilfe, weil die Frau nach zehn Jahren Ehe immer noch nicht schwanger geworden ist. Tja, und dann wurde ich gegen Abend zu einer Geburt gerufen, die sehr schnell ablief. Nur das Zunähen des Dammrisses beanspruchte längere Zeit."

Maria griff erneut in ihre Tasche und polsterte die Lehne des von ihr mitgebrachten Gebärstuhles mit Tüchern aus.

"Maria, darf ich Sie etwas fragen?"

"Immerzu! Was willst du wissen?"

"Wie behandelst du den Dammriß?"

"Der Riß wird mit einem Faden aus rohem Haar zusammengenäht, und dann streue ich über die Wunde ein selbstgemachtes Pulver aus getrockneten Blüten des Wermutstrauches, den Resten von Rosenblüten und den Blüten des wilden Granatbaumes. So fault die Naht nicht und hält, bis die Wunde verheilt ist."

Plötzlich füllte das Schmerzensgeschrei von Barbara wieder den Raum. Maria lief sofort auf sie zu, drückte Barbara an ihren großen mütterlichen Busen und streichelte ihre Wangen.

"Barbara, atme ganz tief ein", sagte Maria sanft zu ihr. "Nein, nicht so! Schau mich an und mache mir es nach! Ganz tief einatmen, ja, so ist es richtig! Komm, Barbara, nicht aufgeben! Noch einmal tief einatmen! Ja, so..."

Agnes und ich standen am Bett und atmeten synchron mit Barbara und Maria. Und dann war die Wehe wieder vorbei. Barbara weinte nur noch und hing an Marias Armen.

"Möchtest du etwas trinken oder essen, Barbara? Nein? Komm' dann setze dich auf den Gebärstuhl! Ich will nachschauen, wie weit der Geburtsvorgang schon ist."

Abb. 65: Die Hebamme untersucht die Gebärende

Barbara verließ das Bett und begab sich mit der Hilfe von Maria auf den genannten Stuhl (Abb.65).

"Barbara, es wird alles gut! Du brauchst keine Angst zu haben! Morgen werden wir wieder das Kindbettfest feiern. Wir werden alle weiblichen Freunde und Verwandte einladen, essen, trinken, scherzen, tanzen, bis du wieder das Bett verlassen kannst. Meine Tochter backt schon den Kuchen für morgen, und ich habe vom Apotheker Konfekt besorgt. Das wird ein Fest werden! So, lege dich ganz bequem zurück auf den Stuhl. Ja, so!"

Maria setzte sich vor den Stuhl und legte ihre Hände tastend auf den Bauch von Barbara. "Ich hole noch eben meine Salben von der Truhe! Atme tief ein! Es wird alles gut!" beruhigte sie Barbara.

Vor der Truhe mit ihren Utensilien stehend, befahl sie Agnes, warmes Wasser zu besorgen. "Mist, das Kind liegt quer", flüsterte sie mir derweil zu. "Ich muß es auf die Füße oder den Kopf wenden."

Und schon wieder schrie Barbara. Maria griff nach einer Salbendose und lief erneut auf die Schreiende zu. Mit ihren breiten Händen hielt sie das Gesicht von Barbara fest und befahl ihr: "Schau mich an! Ich atme ganz tief ein! So! Komm, mach es mir nach! Ganz tief, Barbara! Barbara, nein, gib' nicht so schnell auf! Atme ganz tief ein!"

Es war schrecklich, daß alles mit ansehen zu müssen und nicht helfen zu können. Nach dieser Wehe salbte sich Maria die Hände ein und versuchte Barbaras Muttermund zu öffnen. "Claudia, du mußt mir helfen! Nimm Barbara in den Arm! Es wird gleich wieder losgehen!"

Dann ölte Maria noch einen kleinen Spiegel und einige medizinische Instrumente ein, die sie in den Muttermund von Barbara einschieben wollte. Nebenbei erzählte sie lustige Neuigkeiten aus der Stadt und reichte Barbara einen Becher zum Trinken, in dem sich die selbstgemachte Flüssigkeit aus Wacholder, Kamille, Beifuß und Arnika befand, die die Schmerzen lindern sollte. Aber die nächste Wehe kam in alter Stärke, und Barbara schrie wie ein kleines Kind, dem man schrecklich weh getan hatte. Die Abstände zwischen den Wehen wurden immer kürzer. Maria massierte den Bauch, versuchte erneut den Muttermund zu öffnen und schließlich zu weiten, um mit ihrer Hand in die Gebärmutter zu greifen und das Kind zu wenden. Agnes mußte in der Zwischenzeit Fenchel und Gundelrebe, die sich als getrocknete Pflanzen in dem Stoffsäckchen befanden, in Wasser kochen und auf die Schenkel und den Rücken von Barbara legen. Um das Herunterfallen der heißen Pflanzenteile zu verhindern, wurden sie mit einem Tuch am Körper festgebunden. Anschließend masturbierte Maria ihre Patientin, damit diese sich zwischen den Krampfanfällen mehr entspannte. Tatsächlich erholte Barbara sich, aber dann wurde es wieder schlimmer! Ihre Schreie werde ich nie vergessen!

"Maria" hörte ich sie zu ihrer Freundin sagen, "Maria, ich verspreche Gott, wenn alles vorbei ist und ich am Leben bleibe, daß ich ihm das Kind schenke. Wenn es ein Junge wird, dann soll er Kleriker werden, und wenn es etwas Schlechteres wird, dann werde ich das Mädchen in ein Kloster schicken! Maria, glaubst du, daß ich dieses Mal einen Jungen bekomme? Johannes wünscht sich so sehr noch einen Sohn!"

"Na, klar! Das wird absolut ein Junge! Ganz bestimmt!"

"Dann möchte ihn gern Holger nennen. Hast du Holger..."

Abb. 66: Das Kind wird nach dem Tod seiner Mutter durch einen Kaiserschnitt geboren

Und dann schrie sie wieder! Agnes und ich stellten uns direkt vor Barbara und atmeten synchron tief ein und aus. Sie sollte es uns nachmachen, aber sie schien uns gar nicht wahrzunehmen. Maria wühlte in Barbaras Gebärmutter und preßte dann von außen auf den Bauch. Aber es war zu spät! Wir hörten Barbara gerade noch schreien, und dann wurde plötzlich alles so furchtbar still. Maria trug Barbara auf ihr Bett, drückte ihr die Augen zu und holte aus ihrer Tasche ein großes Messer, mit dem sie in die linke, untere Körperseite von der Toten schnitt. Mit ihren geölten Händen legte sie die Eingeweide beiseite, öffnete die Gebärmutter und zog das Kind heraus (Abb. 66). Vier Finger breit durchtrennte sie die Nabelschnur vom Bauch und übergab Agnes das Kleine. Dann nähte sie säuberlich den Schnitt wieder zu und streichelte das Gesicht ihrer toten Freundin.

"Vielleicht hättest du den Kaiserschnitt früher machen sollen, Maria!" warf ich Maria wütend vor.

"Nein, das ist verboten, Claudia! Das darf niemand! Nur wenn die Mutter tot ist, darf ich schneiden!"

Abb. 67: Das in Wickelbänder geschnürte Baby

Agnes wusch das Kind in einem kleinen Bottich, nachdem sie den Restnabel mit einem Faden abgebunden hatte. Dann bat sie mich, ein über dem Kachelofen hängendes Leinentuch zu holen, in das sie die Kleine einwickeln wollte. Vorher aber legte sie über den Restnabel ein in Olivenöl getränkten Verband, ließ je einen Tropfen Öl in die Augen fallen und säuberte die Nase und die Ohren des Neugeborenen. Ja, und dann wurde das Kind wie ein Paket verschnürt. Die gestreckten Arme, Beine und Füße wurden in das Leinentuch gewickelt und schließlich wurde das ganze noch mit Wickelbändern zugeschnürt (Abb. 67). Agnes behauptete, daß das der Kräftigung und Begradigung der Gliedmaßen dienen und dadurch den Gliedern ein schöner Wuchs gesichert werden würde.

"Erst nach einem Monat werden die Tücher um die Extremitäten und den Leib gelockert", fügte Agnes hinzu. Dann wurde die Kleine schließlich mit einem Häubchen auf dem Kopf in die Wiege gelegt. Sein Köpfchen hatte dabei wie bei den Erwachsenen auf hohen Kissen zu ruhen! Zuletzt wurde auch noch die Wiege mit Kreuzbändern zugeschnürt, damit die Kleine nicht herausfallen konnte.

Maria saß immer noch apathisch neben Barbara. Sie hatte die Hand ihrer Freundin in ihren Händen und weinte leise vor sich hin. Ich ging zu ihr und versuchte, sie zu trösten.

"Weißt du, Claudia, Barbara wurde in dieser Schwangerschaft nie das Gefühl los, daß sie sterben wird! Ich hatte ihr Schwarzmalerei vorgeworfen! Bis zuletzt habe ich fest geglaubt, daß ich es schaffe! Das Kind lag doch jetzt fast richtig! Sie hätte nur noch etwas durchhalten müssen! Wir hätten es zusammen geschafft! Vor einer Woche hatte ich auch so eine schwere Geburt. Aber in diesem Fall starb das Kind in der Gebärmutter, nachdem ich es getauft hatte. Ich habe es dann herausgeholt. Die Frau blieb am Leben!"

"Getauft und dann herausgeholt? Wie hast du das gemacht?"

"Wir Hebammen besitzen eine Taufspritze, die mit Weihwasser gefüllt und dann in die Gebärmutter eingeführt wird. So kann das Kind noch vor seinem Tod getauft werden. Ungetauft wäre es ohne Sarg in ein einfaches Leinentuch gewickelt und vor den Toren in ungeweihter Erde verscharrt worden! Jetzt steht Barbara das bevor!"

Schluchzend warf sie sich auf den Körper ihrer Freundin und ließ sich nicht mehr beruhigen. Erst Agnes klärte mich auf:

"Ja, die Wöchnerin muß sich nach der Geburt erst wieder mit der Kirche aussöhnen, dann ist ihr der Zutritt zum Gotteshaus wieder erlaubt! Barbara ist ohne diese Aussöhnung gestorben, deshalb wird ihr die Beerdigung auf dem Friedhof verweigert!"

Wie grausam sind wir Christen doch!!!

"Und wie bekommt man ein totes Kind aus dem Körper?"

"Entweder durch Kräutersäfte oder mit zwei Haken! Im letzteren Fall ist das natürlich eine ekelhafte Sache. Stückchen für Stückchen wird das Kind herausgeholt!"

Agnes schloß die Luken, die um frische Luft in den Raum hereinzulassen, die ganze Zeit über weit offen gestanden hatten, und löschte bis auf eine alle Kerzen.

"Wer sorgt für das Kleine? Welche Nahrung erhält es?" fragte ich die viel beschäftigte Agnes, die in einer großen Schüssel die medizinischen Instrumente reinigte und die letzten Blutspuren beseitigte.

"Soweit ich weiß, hat Herr Bussow eine Amme besorgt. Sie müßte eigentlich gleich kommen!"

Und tatsächlich erschien kurz darauf eine kleine Frau, die ihre Brust entblößte, mit Wasser wusch und das Mädchen zum Trinken aus der Wiege befreite und zu sich hoch hob.

"Wird hier jedes Kind durch eine Amme gestillt?" nervte ich Agnes weiter.

"Ja, es ist mittlerweile fast überall Brauch geworden. Leider! Ich halte es persönlich immer noch für das Beste, wenn die Mütter selbst ihre Kinder stillen."

"Wenn keine Amme zu Verfügung steht und die Mutter aus irgendwelchen Gründen nicht stillen kann, mit was füttert ihr die Kinder dann?" stellte ich weiter meine Fragen.

Abb. 68: Eine Mutter versorgt ihr Kleinkind mit Hilfe eines Kuhhornes mit Milchnahrung

"Dann werden die Kleinen mit Kuhmilch ernährt, die wir in ein Kuhhorn füllen (Abb. 68). Vom spitzen Ende dieser Hörner saugen die Kinder die Milch in ihren Mund. Noch mehr Fragen oder darf ich jetzt endlich weiterarbeiten!"

Johannes Bussow betrat schließlich den Raum, um zu fragen, ob ihm ein Sohn geschenkt wurde. Als Agnes dies verneinte, verließ er das Zimmer, ohne auch nur einen Blick auf Barbara oder das Baby geworfen zu haben! Maria schrie vor Wut!

"Diese Männer! Wie ich sie zu hassen begonnen habe! Sie sind alle gleich! Wie oft habe ich mit ansehen müssen, daß sich die Herren, anstatt sich über den guten Ablauf einer Geburt zu freuen, ihre Frauen beschimpfen, wenn diese Mädchen geboren haben! Meine Eltern haben fünf Söhne und eine Tochter. Aber wo sind ihre Söhne geblieben? Weg! Verschwunden! Nur ich, ihre einzige Tochter, sorge für sie! Herr Bussow, das will ich ihnen sagen", schrie sie durch den Raum. "Töchter sind viel dankbarer als Söhne! Und wir Frauen sind nicht so dumm wie ihr Männer uns gerne haben wollt!"

Für Katharina, Kristein, Anna und Berthold brach beim Anblick der toten Mutter eine Welt zusammen. Holger, der sie zu ihrer Mutter begleitete, wurde hilfesuchend umarmt. Nur Katharina blieb allein am Bett zurück. Ich bin völlig fertig! Ich habe seit Donnerstagabend kaum geschlafen!

Claudia

P.S.: Barbara wurde schon wenige Stunden nach ihrem Tod von einem Abdecker abgeholt! Als ob sie ein toter Hund gewesen wäre!!! Ich bin total fertig!