Eintrag 35
Kurts Bericht, Fortsetzung ...
Samstag, den 17.1.1438
Mir bleibt nur kurze Zeit, um diese Notizen noch aufzuschreiben. Wir wollen uns jetzt auf den Heimweg machen. Herr von Münzenberg hat keine Lust, morgen dem Dorfpriester zu begegnen. Er kann diesen "Hurenbock", wie er ihn nannte, nämlich nicht ausstehen. Die Bauern haben dem Priester vor drei Jahren mit der Hilfe Herrn von Münzenbergs eine Köchin besorgt, damit er die Ehefrauen und Töchter der Bauern in Ruhe läßt. Für diese Köchin und seine mit ihr mittlerweile schon gezeugten Kinder muß "Vater Sebastian", so heißt der besagte Priester, dem Bischof, seinem Vorgesetzten, einen Hurenzins und pro Kind fünf Gulden zahlen.
"Ach, man sollte den Bischof Hurenwirt heißen, denn er nimmt durch seine geilen Priester mehr Geld ein, als alle Bordellwirte im ganzen Bistum zusammen!" schimpfte Herr von Münzenberg. Heinke und ich brachten heute noch einmal zwei Säcke mit Lebensmitteln zu Mechthild und ihrer Familie. So, Lubbert ruft mich, ich muß mit dem Schreiben aufhören!
Kurt

