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Begegnungen mit Zeitgenossen der Renaissance

Inhaltsverzeichnis

Hans Memling: Isabella von Bourbon, Herzogin von Burgund, um 1465


Der Hennin

Isabella von Bourbon, die Herzogin von Burgund, zweite Gattin von Karl dem Kühnen (Abb. 61) und Mutter der berühmten Maria von Burgund (Abb. 62), zeigt uns hier, womit die Dame von Welt damals besonders gern ihr Haupt schmückte, dem Hennin nämlich.

Abb. 61: Karl der Kühne, Herzog von Burgund

Abb. 62: Maria von Burgund

Der Hennin bestand aus drei unterschiedlichen Teilen, die hier gut zu erkennen sind:

  1. aus dem abgestumpften oder spitzen Kegel (Abb. 63), der aus Metalldrähten oder steifem Leinen hergestellt und mit Brokat oder mit anderen wertvollen Stoffen überzogen wurde
  2. dem Mandil, einem kleinen, feinen und durchsichtigen Tuch, das die hoch ausrasierte Stirn und das Haupthaar bedeckte, und
  3. dem Flinder, einem durchsichtigen Schleier, der von der Spitze des Hutes bis zum Boden hinabreichen konnte (Abb. 64).

Abb. 63: Maria Baroncelli, die Gattin von Tommaso Portinari, trägt einen spitzen Hennin, der mit den Buchstaben "m" und "t", den Anfangsbuchstaben ihres Namens und des ihres Gemahls, verziert wurde [großes Bild]

Abb. 64: Ebenso beliebt war der Doppelhennin bei den Frauen!

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