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Begegnungen mit Zeitgenossen der Renaissance

Inhaltsverzeichnis

Jean Fouquet: Bildnis des ferraresischen Hofnarren Gonella, um 1445


Die Zeit der Narren

Gonella, der berühmteste Hofnarr des 15. Jhs., lebte am Hofe des Markgrafen Nicolò III. von Este († 1441) zu Ferrara. Im 16. Jh. waren die Narren besonders beliebt. Adlige, Kleriker und reiche Bürger besorgten sich Liliputaner, Zwerge, Verwachsene oder andere „Attraktionen“, die einerseits die Spaßmacherrolle übernehmen mußten, andererseits wiederum auch allein das Recht besaßen, ungehindert und straffrei die Wahrheit auszusprechen. Am französischen Hofe Heinrichs IV. († 1610) und seines Sohnes, Ludwig XIII. († 1643), z.B. kostümierte sich der weibliche Hauptnarr als Amazone und kommentierte in dieser Aufmachung die politischen und religiösen Angelegenheiten Frankreichs und der Welt. Selbst Sir Thomas More (Abb. 25) besaß einen Hausnarren namens Henry Patenson, der auch gleichzeitig „Mädchen für alles“ war.

Abb. 25: Sir Thomas More, 1527