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Meine Freundin Margrit

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Des Kaisers neue Kleider

Ernährung und Gesundheit

Sprichwörter, Sprüche, Weisheiten und kleine Geschichten (meine persönliche Sammlung)


Zu den Themen „Gott“, „Vergänglichkeit“, „Tod“ und „Alter“

Nein, danke

Ein gläubiger Mensch rettet sich während einer riesigen Überschwemmung auf das Dach seines Hauses. Die Fluten steigen und steigen. Eine Rettungsmannschaft kommt in einem Boot vorbei und bietet an, ihn mitzunehmen. „Nein, danke“, sagt er, „Gott wird mich retten.“ Die Nacht bricht an, und das Wasser steigt weiter. Der Mann klettert auf den Schornstein. Wieder kommt ein Boot vorbei, und die Helfer rufen: „Steig ein!“ „Nein, danke“, erwidert der Mann nur. „Gott wird mich retten.“ Schließlich kommt ein Hubschrauber. Die Besatzung sieht ihn im Scheinwerferlicht auf dem Schornstein sitzen, das Wasser bis zum Kinn. „Nehmen Sie die Strickleiter“, ruft einer der Männer. „Nein, danke“, antwortet der Mann, „Gott wird mich retten.“ Das Wasser steigt weiter, und der Mann ertrinkt. Als er in den Himmel kommt, beschwert er sich bei Gott: „Mein Leben lang habe ich treu an Dich geglaubt. Warum hast Du mich nicht gerettet?“ Gott sieht ihn erstaunt an: „Ich habe dir zwei Boote und einen Hubschrauber geschickt. Worauf hast Du gewartet?“

aus meinem Lieblingsbuch: Typisch! Kleine Geschichten für andere Zeiten. Andere Zeiten e.V., Hamburg 2005

Mittagessen mit Gott

Ein kleiner Junge wollte Gott treffen. Er packte einige Coladosen und Schokoladenriegel in seinen Rucksack und machte sich auf den Weg. In einem Park sah er eine alte Frau, die auf einer Bank saß und den Tauben zuschaute. Der Junge setzte sich zu ihr und öffnete seinen Rucksack. Als er eine Cola herausholen wollte, sah er den hungrigen Blick seiner Nachbarin. Er nahm einen Schokoriegel und gab ihn der Frau. Dankbar lächelte sie ihn an – ein wundervolles Lächeln! Um dieses Lächeln noch einmal zu sehen, bot ihr der Junge auch eine Cola an. Sie nahm sie und lächelte wieder, noch strahlender als zuvor. So saßen die beiden den ganzen Nachmittag im Park. Als es dunkel wurde, verabschiedete sich der Junge. Zu Hause fragte ihn seine Mutter: „Was hast du denn heute Schönes gemacht, dass du so fröhlich aussiehst?“ Der Junge antwortete: „Ich habe mit Gott Mittag gegessen – und sie hat ein wundervolles Lächeln!“ Auch die alte Frau war nach Hause gegangen, wo ihr Sohn sie fragte, warum sie so fröhlich aussehe. Sie antwortete: „Ich habe mit Gott Mittag gegessen – und er ist viel jünger, als ich dachte.“

aus: Oh! Noch mehr Geschichten für andere Zeiten. Andere Zeiten e.V., Hamburg 2010

Solon über den Tod

„Und bei dieser Kürze des Daseins ist kein Mensch so glücklich, dass er sich nicht mehr als einmal im Leben den Tod herbeiwünscht ...“

Solon († um 560 v. Chr.), griechischer Lyriker und athenischer Staatsmann

Marc Aurel über den Tod

  1. „... endlich den Tod mit Herzensfrieden erwarten und darin nichts anderes sehen als die Auflösung der Urstoffe, woraus jedes Wesen zusammengesetzt ist.“
  2. „Wer sich vor dem Tode fürchtet, fürchtet sich entweder vor dem Aufhören jeglicher Empfindung oder vor einem Wechsel des Empfindens. Wenn man nun gar nichts mehr fühlt, so wird man auch kein Übel mehr fühlen; erhalten wir aber eine andere Art des Fühlens, so werden wir auch zu anderen Wesen und hören mithin nicht auf zu leben.“
  3. „Auch das Sterben ist eine von den Aufgaben unseres Lebens.“

Marc Aurel (121-180), römischer Kaiser von 161-180, aus seinem Werk „Selbstbetrachtungen“

Marc Aurel über die Zeit

„Die Zeit ist ein Fluss, ein ungestümer Strom, der alles fortreißt. Jegliches Ding, nachdem es kaum zum Vorschein gekommen, ist auch schon wieder fortgerissen, ein anderes wird herbeigetragen, aber auch das wird bald verschwinden.“

Marc Aurel, aus seinem Werk „Selbstbetrachtungen“

Marc Aurel über die Vergänglichkeit

  1. „Alexander von Mazedonien und sein Maultiertreiber haben nach ihrem Tod dasselbe Schicksal erfahren. Denn entweder wurden sie in dieselben Lebenskeime der Welt aufgenommen oder der eine wie der andere unter die Atome zerstreut.“
  2. „Noch eine kleine Weile – und dann wirst du selbst nicht mehr sein noch etwas von den Dingen, die du jetzt siehst, noch von den Menschen, die jetzt leben. Denn alles ist von Natur zur Umwandlung, zur Veränderung und zum Untergang bestimmt, damit anderes an seine Stelle rücke.“

Marc Aurel, aus seinem Werk „Selbstbetrachtungen“

Marc Aurel über Gott

„Alle Seelen sieht Gott in ihrer Nacktheit, ohne alle körperliche Hülle, Rinde und Unsauberkeit. Nur durch seinen Geist ist er mit dem in Berührung, was aus ihm selbst in sie übergeflossen und abgeleitet worden ist. Gewöhnst du dich daran, ebenso zu verfahren, so wirst du dir eine Menge Sorgen aus dem Wege räumen. Denn wer sich nicht viel um das Fleisch kümmert, von dem er umgeben ist, wird sich noch viel weniger um Kleidung, Wohnung, Ehre und allen solchen Schmuck und Pomp ängstigen.“

Marc Aurel, aus seinem Werk „Selbstbetrachtungen“

Plato oder Platon über Gott und die Seele

„Erkennen ist Erinnern an das, was die Seele einst geschaut hat.“

Plato oder Platon ( 427-347 v. Chr.), antiker griechischer Philosoph aus Athen

Das Alter

„Es ist seltsam mit dem Alter;
wenn man dreizehn und noch ein Kind,
weiß man glasklar, dass das Alter
so um zwanzig rum beginnt.
Ist man aber selber zwanzig,
denkt man nicht mehr ganz so steif,
glaubt jedoch, genau um dreißig
sei man für den Sperrmüll reif.
Dreißiger, schon etwas weiser
und vom Lebenskampf geprägt,
haben den Beginn des Alters
auf Punkt vierzig festgelegt.
Vierziger mit Hang zum Grübeln
sagen dumpf wie ein Fagott:
Fünfzig sei die Altersgrenze
und von da an sei man Schrott.
Doch die Fünfziger, die Klugen,
denken überhaupt nicht dran,
jung sind alle, die noch lachen,
leben, lieben, weitermachen.
Alter fängt mit hundert an!“

Verfasser leider unbekannt

Plutarch über Gottes Wirken

„Der Gott legt dem Menschen nicht den Entschluss in die Seele, sondern nur die Vorstellungen, welche den Entschluss auslösen und zwingt ihn dadurch nicht zu unfreiwilligem Tun, schenkt ihm vielmehr, wenn er zu handeln bereit ist, das Beginnen und erfüllt sein Herz darüber hinaus mit Mut und Hoffnung. Denn entweder müssen wir jede göttliche Ursache, jeden göttlichen Einfluss auf unser Handeln leugnen – oder zugeben, dass die Götter auf keine andere Weise den Menschen helfen und beistehen können. Sie formen nicht an unserem Körper, sie geben unsern Händen und Füßen nicht selber die erforderliche Richtung, sondern wecken in der Seele die Energie und Entschlusskraft durch Einfälle, Vorstellungen, Gedanken oder bringen uns im Gegenteil davon ab und halten uns zurück.“

Plutarch (um 45 bis um 125), griechischer Schriftsteller und Verfasser biographischer und philosophischer Schriften, in seiner Biographie über Gaius Marcius

Euripides über den Tod

  1. „Zur Erde muss, was aus der Erde stammte. Doch was des Äthers Saat entkeimte, kehrt wieder in des Himmels Wölbung.“
  2. „Der Tote wenigstens vergisst seine Schmerzen. Das Nichtsein ist gleich dem Totsein, meine ich (Andromache), Totsein aber ist besser als ein qualvolles Leben. Denn nach den Leiden des Lebens fühlt der Tote keinen Schmerz.“

Euripides (485/484 oder 480 v. Chr. - 406 v. Chr.), griechischer Dichter, aus seinem Werk „ Die Troerinnen“

Aischylos über den Tod

„Besser sterben auf einmal, als Leid erdulden alle Tage, die man lebt.“

Aischylos (525-456 v. Chr.), großer griechischer Tragödiendichter, aus seinem Werk „Der gefesselte Prometheus“

Gedanken der Sumerer über den Tod

„O Gilgamesch (Heldenfigur des 3. Jahrtausends v. Chr.), wohin noch willst du laufen,
Das (unsterbliche) Leben, das du suchst, wirst nicht du finden!
Denn als die Götter einst die Menschen schufen,
Da teilten sie den Tod der Menschheit zu,
Das Leben aber nahmen sie für sich!
Drum fülle dir, o Gilgamesch, den Bauch,
Ergötze dich bei Tage und bei Nacht,
bereite täglich dir ein Freudenfest
Mit Tanz und Spiel bei Tage und bei Nacht!
Lass Deine Kleider strahlend sauber sein,
Wasch' dir das Haupt und bade dich in Wasser,
Blick auf das Kind, das an die Hand dich fasst,
Beglückt sei deine Frau an deiner Brust –
Denn solches alles ist der Menschen Lust.“

Der Tod und das Mädchen

Das Mädchen:
„Vorüber! Ach, vorüber!
Geh, wilder Knochenmann!
Ich bin noch jung, geh lieber!
Und rühre mich nicht an.“
Der Tod:
„Gib deine Hand, du schön
und zart Gebild,
Bin Freund und komme
nicht, zu strafen.
Sei gutes Muts! Ich bin nicht wild,
Sollst sanft in meinen Armen schlafen.“

Matthias Claudius (1740-1815), deutscher Dichter, Lyriker und Journalist

Dieter Forte über Gott und Religionen

Dieter Forte lässt in seinem Theaterstück „Martin Luther & Thomas Münzer“ Papst Leo X. († 1521) Folgendes prophezeien: „Man sollte sich lieber um die Erde kümmern. Der schöne Planet. Erster Preis: Friede auf Erden. Statt dessen werden wir uns jetzt tüchtig und ordentlich und rechthaberisch streiten, wer den einzigen, auch wahren, hundertprozentig richtigen und wirklich lieben Gott hat. Und in 500 Jahren werden wir merken, dass überhaupt keiner Recht hat, dann stehen wir endlich da, wo wir jetzt stehen.“

Dieter Forte, geboren im Jahr 1935, deutscher Schriftsteller

Exklusiv

Eine farbige Frau möchte in eine New Yorker Gemeinde aufgenommen werden. Der Pfarrer ist reserviert. „Ich bin nicht sicher, ob Sie so recht zu uns passen. Ich schlage vor, Sie gehen erstmal nach Hause und beten darüber und warten ab, was Ihnen der Allmächtige dazu sagen wird.“ Einige Tage später kommt die Frau wieder. „Herr Pfarrer“, sagt sie, „ich habe Ihren Rat befolgt. Ich sprach mit dem Allmächtigen über die Sache, und er sagte zu mir: Bedenke, dass es sich um eine sehr exklusive Gemeinde handelt. Ich selbst versuche schon seit vielen Jahren hineinzukommen, aber bis jetzt ist es mir noch nicht gelungen.“

aus meinem Lieblingsbuch: Typisch! Kleine Geschichten für andere Zeiten. Andere Zeiten e.V., Hamburg 2005

Josef H. Reichholf über die Bibel

„Allzu wörtliches Auslegen der Bibel hat genug Unheil in der Welt gestiftet.“

Josef H. Reichholf, geboren am 17. April 1945, deutscher Zoologe, Evolutionsbiologe und Ökologe, aus seinem Werk „Das Rätsel der Menschwerdung“

Eintauchen in das Geheimnis, vergänglich sein zu dürfen.“

Verfasser leider unbekannt

Dem Unausweichlichen auszuweichen, das Unabwendbare abzuwenden, hieße das gefallene Blatt wieder an den Baum zu nageln.“

Verfasser leider unbekannt

Wenn wir sterben
du
ich
soll nicht am Ende
ein Fragezeichen
stehen
sondern einfach
ein Punkt.

Wir haben
in der Kürze
der Zeit
Zeit genug
wenn wir
sie uns schenken.“

Verfasser leider unbekannt

Grabinschrift

„Ich hoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei!“

Diese Weisheit steht auf dem Grabstein von Nikos Kazantzakis, dem Autor des Alexis Sorbas.

Warum leiden, wenn man sterben kann

„... warum mögen, wenn man lieben kann
... warum gehen, wenn man tanzen kann
... warum sprechen, wenn man singen kann
... warum leiden, wenn man sterben kann.“

Verfasser leider unbekannt

Salomo über das Genießen des Lebens im Alter

„Wenn die Schatten länger werden, wenn der Herbst naht, betrachte die noch vor dir stehenden Jahre als Geschenk des Schicksals, das man dankbar empfangen muss.“

Salomo, König von Israel von ungefähr 965 - ungefähr 926 v. Chr.

Altgriechische Weisheiten bezüglich des Todes

  1. „Der Schlaf ist der Bruder des Todes“.
  2. „Wenn man schon zum Sterben bestimmt ist, warum sollte man namenlos seine Lebenszeit, im Dunkeln kauernd verbrüten, ohne an allem Schönen seinen Teil zu haben?“

Charles de Saint-Denis, Seigneur de Saint-Évremond, über den Wert des Lebens

„Acht Tage leben sind mehr wert als acht Tage Ruhm nach unserem Tod.“

Charles de Saint-Denis (1613-1703), Seigneur de Saint-Évremond, französischer Schriftsteller

Francis Bacon über die Seele

„Wahrlich, die Seele befreit nur, welche die lastenden Ketten über der Brust zerbricht, dann wird er ledig des Harms.“

Francis Bacon (1561-1626), englischer Staatsmann und Philosoph

Lukrez über das Sterben

„Die Sterblichen wechseln unter sich ab. Und die Lebensfackeln gehen von Hand zu Hand, wie unter den Wettrennern bei den heiligen Gebräuchen.“

„Die Nützlichkeit des Lebens liegt nicht in seiner Länge, sondern in seiner Anwendung.“

„Gibt es eine Sache in der Welt, die nicht ebenso altert als ihr? Tausende von Menschen, Tausende von Tieren und Tausende von anderen Geschöpfen sterben in demselbigen Augenblick, da ihr sterbt.“

Lukrez (vermutlich 97-55 v. Chr.), römischer Dichter und Philosoph

Peter de Rosa über Gott, Nächstenliebe und anderes

  1. Glaube muss in Gott wurzeln, nicht in fragwürdiger, primitiver Dokumentation, nicht im Zeugnis von anderen, wie heilig oder würdig sie auch sein mögen.
  2. Es ist falsch, Gott als Ersatz für menschliche Liebe zu sehen.
  3. ... Mitgefühl, die menschlichste aller Emotionen, reicher selbst als das Lachen, das in sich die Gabe ist, die einen Menschen ausmacht, und zeigt, dass er ein Kind Gottes ist.
  4. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts hat ein für allemal gezeigt, dass Gewaltlosigkeit die Gewalt nicht beendet, sondern manchmal verlängert.
  5. Je höher der Affe klettert, desto mehr sieht man seinen Hintern.
  6. Nächstenliebe allein spricht zu Gott und nur sie hört er ... Gott krönt Nächstenliebe allein, wer sich von irgendeinem anderen Beweggrund leiten lässt, handelt vergebens. Es gibt weder Gott noch Religion, wo es keine Nächstenliebe gibt.
  7. Jeder Mensch empfindet seine Religion als etwas so Persönliches wie das Leben selbst!

Peter de Rosa, ehemaliger Geistlicher und Professor für Ethik an der Universität von Westminster, London, und anschließend sechs Jahre Dekan am Corpus Christi College, London, im Jahr 1970 gab er sein Priesteramt auf und heiratete

Urs Boller: Gott sei Dank

„Meine Mutter sagt:
Du bist zu klein.
Der Lehrer meint:
Du bist schwer von Begriff.
Der Pfarrer schimpft:
Du bist verdorben.
Meine Kameraden lachen:
Du hast verloren.
Der Berufsberater weiß:
Du bist nicht geeignet.
Der Meister bestimmt:
Der andere ist besser.
Der Leutnant brüllt:
Du hast keine Haltung.
Gott sagt:
Du bist mir ähnlich.
Gott sei Dank!“

Properz über den Tod

Seine tote Geliebte spricht zu ihm: „Auch im Tode bleib’ ich dir treu. Ich warte auf dich. Wenn die Zeit kommt, da du sterben wirst, schmiege ich mein Totengebein an das deine, und du bist mein für immer, mein allein.“

Properz (50 v. Chr. - 16 n. Chr.), eigentlich Sextius Propertius, römischer Dichter

Saint-René Taillandier über das Gesetz von Leben und Tod

„Auch das neue Leben wird wieder alt werden, gleich dem Meere Ebbe und Flut haben, gleich der Erde Jahreszeiten, Aufbruch im Frühling, Absterben im Winter und Bedrohungen durch Gewitter und Sturm. Erstarrung wäre Untergang. Nichts wird empfangen und geboren, ohne dem Gesetz von Leben und Tod zu unterliegen ...“

Saint-René Taillandier (1817-1879), französischer Schriftsteller und Kritiker

Michel de Montaigne über den Tod

„Wenn ihr das Leben recht genossen habt, so seyd ihr diesem satt. Geht also vergnügt aus dem Leben.“

„Wer sterben gelernt hat, versteht das Dienen nicht mehr.“

Michel de Montaigne (1533-1592), Schriftsteller, Satiriker, Philosoph und Politiker

Die Geschichte von den zwei Spuren

Ein Mann kommt zu Gott in den Himmel. Gott führt den Mann zu einem großen Feld und zeigt ihm zwei Spuren, die Spuren seines Lebens. Der Mann fragt: „Woher kommt das zweite Paar Spuren?“ Gott antwortet: „Das sind meine Schritte. Ich habe dich die ganze Zeit begleitet.“ Der Mann antwortet: „Aber manchmal sind nur ein Paar Schritte zu sehen. In der Zeit, in der es mir am schlechtesten ging, hast du mich alleine gelassen.“ Gott antwortet: „In der Zeit, als es Dir schlecht ging, habe ich Dich getragen.“

Josephus Flavius über den Tod

„Wie sollte man den Tod fürchten, wenn man die Ruhe des Schlafes liebt?“

Josephus Flavius (37/38-100), jüdischer Feldherr und Geschichtsschreiber, aus seinem Werk „Der Jüdische Krieg“

Leonardo da Vinci über den Tod

  1. „See: one’s hopes and wishes to return to one’s homeland and origin – they are just as moths trying to reach the light. And a man who is looking forward with joyful curiosity for the new spring, and the new summer, and always new months and new years – and even if the time he is longing for ever comes, it will always seem to him to be too late – and he does not notice that his longing carries in it the germs of his own death. But this longing is the quintessence, the spirit of the elements, which through the soul is enclosed in the human body and which craves for return to its source.You must know that this very yearning is the quintessence of life, the handmaid of Nature, and that Man is a model of the world.“
  2. „As a well-spent day brings happy sleep, so life well used brings happy death.“

Leonardo da Vinci (1452-1519), großer Maler der Renaissance, Ingenieur, Naturwissenschaftler, Philosoph und Diplomat

Sophokles über den Tod

„... so klage nicht so laut, denn allen Menschen ist der Tod bestimmt.“

Sophokles (496-406/405 v. Chr.), antiker griechischer Tragödiendichter, aus seinem Werk „Elektra“

Grabspruch des Arztes von König Ludwig VI. von Frankreich, gestorben zwischen 1130 bis 1138

„Was wir einst waren, bist du jetzt, und was wir sind, wirst du sein.“

Nizami über den Tod

  1. „Der alte Mann hatte die Wahrheit gesagt. Er hatte zwar die Heimat noch erreicht, aber nachdem er dort angelangt war, schwand seine letzte Kraft, und seine Seele entfaltete ihre Flügel. Noch zwei Tage zögerte sie, dann zerriss sie die Fessel vollends, und der himmlische Vogel schwang sich empor und fand seine Ruhestätte am Sitze der Wahrheit, indes man der Erde zurückgab, was der Erde gehörte.“
  2. „So schlummern die beiden der Auferstehung entgegen; es kann kein Tadel ihnen den Weg mehr verlegen. Sie hatten sich Treue gelobt in dieser Welt, sie schlafen in jener zusammen im gleichen Zelt.“

Nizami (um 1141-1205/1209), kurdisch-persischer Schriftsteller und Dichter, aus seinem Werk „Leila und Madschnun“

Seneca über den Verlust eines „wertvollen Menschen“

„Statt immer wieder über den Verlust eines wertvollen Menschen zu klagen, sollte man sich freuen, dass man mit ihm leben durfte.“

Seneca (1-66 n. Chr.), eigentlich Lucius Annaeus Seneca, römischer Politiker, Schriftsteller, Philosoph

Seneca über den Tod und das Leben

  1. „Der Tod ist ein Geschenk, die letzte Zuflucht aller Unglücklichen.“
  2. „Wie lange ich lebe, hängt nicht von mir ab. Ob ich aber wirklich lebe, solange ich bin, hängt von mir ab.“

Quintus Aurelius Symmachus über Gott und die verschiedenen Religionen

„Billigerweise hält man für Eines jenes Unbekannte, das alle verehren. Es sind die gleichen Sterne, zu denen wir aufschauen, gemeinsam ist der Himmel, eine und dieselbe Welt hüllt uns ein; welchen Unterschied macht es, mit welcher Denkart jeder die Wahrheit sucht? Auf einem einzigen Weg kann man nicht zu diesem großen Geheimnis gelangen ...“

Quintus Aurelius Symmachus (um 342-402/403), nichtchristlicher Senator, Konsul und Stadtpräfekt im spätantiken Rom

Jean Meslier über die Vergänglichkeit

„Wir gehen alle wieder in den Zustand ein, in dem wir vor unserem Dasein waren.“

Jean Meslier (1664-1729), französischer Priester, Atheist und Philosoph

Marin Le Roy, Seigneur de Gomberville, über die Vergänglichkeit

„Wir müssen der Natur zurückerstatten, was sie uns geliehen hat. Wir müssen dahin zurückkehren, woher wir gekommen sind.“ (im Jahr 1646 geschrieben)

Marin Le Roy (1600-1674), Seigneur de Gomberville, französischer Romanschriftsteller

Emily Brontë über den Tod

„O wir dürfen keineswegs für sie verzweifeln, wenn das Grab finster ist, sind sie an einem anderen Ort: Ihr Stand ist mit dem Boden vermischt, ihre seltsamen Seelen sind zu Gott aufgebrochen! ... Wo wir geboren wurden – wo du und ich unsere Liebsten treffen, wenn wir sterben, frei von Leiden und Zersetzung, der Gottheit zurückgegeben.“

Emily Brontë (1818-1848), britische Schriftstellerin

Marsilio Ficino (1433-1499) und seine Botschaft aus dem Jenseits

Einer der Lieblingsschüler von Marsilio Ficino, der Humanist, Philosoph, Arzt und ein sehr enger Freund der Medici war, war ein gewisser Michele Mercati, der uns folgende Geschichte über seinen Meister erzählt: Michele: „Meister, lassen Sie uns einen Pakt schließen.“ Ficino: „Wieso?“ Michele: „Lassen Sie uns vereinbaren, dass derjenige, der zuerst stirbt, zurückkommen wird und dem anderen erzählt, ob es dort oben irgendetwas gibt.“ Ficino nahm seine Hand und nickte zustimmend. Kurz darauf, früh am Morgen, als ganz Florenz noch am Schlafen war, wurde Michele Mercati durch den Klang von Pferdehufen geweckt und hörte eine Stimme, die seinen Namen rief. Er stand auf und ging zum Fenster und sah ein Phantom auf einem Schimmel sitzend, das zum Himmel wies und murmelte „Michele, Michele, es ist alles wahr.“ Michele rannte schnell die Treppen hinunter und auf die Straße und schaute in jede Richtung, aber die Erscheinung war verschwunden. Dann fiel ihm die Vereinbarung mit Ficino ein und er eilte zu dessen Haus. Er klopfte an die Tür und eine alte Frau fragte ihn, was er wollte. „Ich möchte mit meinem Meister Ficini sprechen“, antwortete er. „Mein Herr ist gerade gestorben“, sagte die Dienerin, „beten Sie für seine Seele zu Gott.“

in: Yvonne Maguire: The Private Life of Lorenzo the Magnificent. London 1936, S. 139-140

Vertrau’ auf Gott und verlier' nie den Mut, hab’ Sonne im Herzen und alles wird gut.

Verfasser leider unbekannt


Zu den Themen „Liebe“, „Freundschaft“, „Nächstenliebe“ und „Abbau von Vorurteilen“

Heimat ist für mich überall dort, wo ein Mensch ist, zu dem ich kommen kann, ohne gefragt zu werden, weshalb ich komme; wo ich nicht begründen muss, weshalb ich da bin; der mir einen Tee anbietet, weil er weiß, dass ich Tee trinke, und wo ich bei dieser Tasse Tee schweigen darf.“

Verfasser leider unbekannt

Ich weiß nicht, ob es Spaß war oder Ernst, als Du mich fragtest, ob ich auch in der Nacht von Dir träume. Als ich verneinte, hab' ich nicht gelogen, wenngleich ich für mich behielt, dass ich fast jeden Tag von Dir träume.“

Verfasser leider unbekannt

Es gibt Momente,
da wünsche ich,
ich wäre Sonnenstrahlen
für dich
Sonnenstrahlen, die deine Hände wärmen
deine Tränen trocknen
Sonnenstrahlen, die dich an der Nase kitzeln
und dich zum Lachen bringen
Sonnenstrahlen, die deine dunklen Winkel
in deinem Innern erleuchten
deinen Alltag in helles Licht tauchen
die Eisberge um dich zum Schmelzen bringen.“

Verfasser leider unbekannt

Typisch!

Eine ältere Frau kauft sich im Schnellrestaurant eine Suppe. Sie trägt den dampfenden Teller an einen der Stehtische und hängt ihre Handtasche darunter. Dann geht sie noch einmal zur Theke, um einen Löffel zu holen. Als sie zurückkehrt, sieht sie am Tisch einen dunkelhaarigen Mann, der ihre Suppe löffelt. „Typisch Ausländer, was fällt dem ein?!“, denkt die Frau empört. Sie drängt sich neben ihn, sieht ihn wütend an und taucht ihren Löffel ebenfalls in die Suppe. Sie sprechen kein Wort, aber nach dem Essen holt der Mann für sie beide Kaffee und verabschiedet sich dann höflich. Erstaunt bedankt sich die Frau mit einem Lächeln. Als sie ebenfalls gehen will, hängt ihre Handtasche nicht mehr am Haken unterm Tisch. Also doch ein hinterhältiger Betrüger. Das hätte man sich doch gleich denken können! Mit rotem Gesicht schaut sie sich um. Er ist verschwunden. Aber am Nachbartisch sieht sie ihre Handtasche. Und einen Teller Suppe, inzwischen kalt geworden.

aus meinem Lieblingsbuch: Typisch! Kleine Geschichten für andere Zeiten. Andere Zeiten e.V., Hamburg 2005

Vor der Einsamkeit
nicht fliehen
in die Einsamkeit
sich nicht flüchten.

Sie von Zeit zu Zeit
suchen
und aushalten
und
der Heilung
eine Chance geben.“

Verfasser leider unbekannt

Kahil Gibran über das Recht der Kinder auf ein eigenes Leben

„Deine Kinder sind nicht deine Kinder. Sie sind Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst. Sie kommen durch dich, aber nicht von dir, und obwohl sie bei dir sind, gehören sie dir nicht. Du kannst ihnen deine Liebe geben, aber nicht deine Gedanken, denn sie haben ihre eigenen Gedanken. Du kannst ihrem Körper ein Heim geben, aber nicht ihrer Seele, denn ihre Seele wohnt im Haus von morgen, das du nicht besuchen kannst, nicht einmal in deinen Träumen. Du kannst versuchen, ihnen gleich zu sein, aber versuche nicht, sie dir gleich zu machen. Denn das Leben geht nicht rückwärts, und verweilt nicht im Gestern.“

Kahil Gibran (1883-1931), libanesisch-amerikanischer Maler, Dichter und Philosoph

Ich sehe dich an
und weiß
du brauchst
nur einen Blick
der dich ermuntert
dich zu öffnen
dich anzuvertrauen
herauszutreten.

Ich zögere
und bei dir fällt leise
die kaum
geöffnete
Tür
ins Schloss.“

Verfasser leider unbekannt

Du streichelst mein Haar.
Ich spüre deine Hand
und in mir
wird ein Gefühl stark:
Mich ganz einzukuscheln
in diese Hand,
darin liegen und geborgen sein
ohne Angst,
du könntest sie
zu fest zusammendrücken
oder zum Wegwerfen öffnen.“

Verfasser leider unbekannt

Eine Liebeserklärung aus dem 14./13. Jahrhundert v. Chr.

Das Mädchen spricht:
„Deine Hand liegt auf meiner Hand,
meinem Leibe ist wohlgetan.
Mein Herz ist in Freude,
weil wir zusammen gehen.
Deine Stimme zu hören ist mir Süßwein.
Ich lebe davon, sie zu hören.
Jeder Blick, mit dem ich angesehen werde,
nützt mir mehr als Essen und Trinken.“

in: Papyrus Harris 500, zur Zeit des Pharaos Sethos I., um 1303-1290 v. Chr.

Nach Sturmfahrten
und Flautentreiben
auf der hohen See des Lebens
sehne ich mich danach
bei dir meine Anker zu werfen
die Segel zu streichen
die Ruder einzuziehen
das Steuerrad aus der Hand zu geben
in deinen Hafen einzulaufen
bei dir anzulegen
festen Boden unter den Füßen zu spüren
beim Anblick
deiner offenen Arme.“

Verfasser leider unbekannt

Wie oft hast du dein Lebensnetz
hoffnungsvoll ausgeworfen
eine heilende Hand
ein liebendes Wort
eine zärtliche Geste
ein geduldiges Ohr
zu erhalten.
Wie oft hast du dein Lebensnetz
leer wieder eingeholt –
nicht müde werden
sondern das Netz ausbessern
und wieder auswerfen
es liegt an den nicht heilenden Verwundungen
dass manches
das dir geschenkt wird
dir entgeht
bevor du es erkennen kannst.“

Verfasser leider unbekannt

Eines Menschen Heimat ist auf keiner Landkarte zu finden, nur in den Herzen der Menschen, die ihn lieben.“

Verfasser leider unbekannt

Das Zuhause sein
teilen
mit dem
der kommt
Fremder oder Freund
einfach ein wenig
Geborgenheit
verschenken.“

Verfasser leider unbekannt

Sapphos Gefühlswelt beim Blick auf den Geliebten

„... denn wenn ich zu dir hinüber
Rasch nur schaue, versagt mir bereits
die Stimme,
Und meine Zunge
Liegt wie von Fesseln gelähmt, es rieselt
mir plötzlich
Unter der Haut entlang ein flüchtiges Feuer,
Trübe wird mir das Augenlicht, in den Ohren
Saust es wie Sturmwind,
Schweiß überströmt meine Glieder, am ganzen Körper
Fasst mich ein Zittern, fahler als keimende Sprossen
bin ich ...“

Sappho (geboren zwischen 630 bis 612 v. Chr., gestorben um 570 v. Chr.), antike griechische Dichterin

Jeremy Taylor über die Liebe eines Ehepaares

„Eheliche Liebe ist ein Ding, rein wie das Licht, heilig wie ein Tempel, ewig wie die Welt. Die Liebe, die aufhören kann, war niemals echt.“

Jeremy Taylor (1613-1667), englischer Geistlicher

Bana über die Freude am Geschlechtsakt

Bana sagt über seine Geliebte: „Mit ihr werde ich den unaussprechlichen Genuss genießen, der gleich ein Nirwana anderer Art ist, das Wollust heißt. Wie ein Nirwana anderer Art ist es zwar von allen Menschen leicht zu erreichen, dennoch kann es nur durch die Vereinigung erlangt werden. Obgleich es Gegenstand des Tastsinnes ist, greift es dennoch das Herz an. Obgleich es die Sinne blendet, befriedigt es dennoch die Sinne. Obgleich es das Liebesfeuer schürt, löscht es dieses dennoch aus. Obgleich es die Erschöpfung des Körpers bewirkt, erfüllt es dennoch mit Wohlbehagen. Obgleich es unregelmäßige Atmung, Ermattung und Schweiß hervorruft, macht es einem dennoch die Haare zu Berge stehen, was mit dem Einziehen des Atems verbunden ist. Obgleich es genossen wurde, weckt es dennoch das Verlangen, zu genießen. Obgleich es tausendmal genossen wurde, ist es dennoch neu. Obgleich es sehr deutlich ist, so ist es dennoch unmöglich, die ihm eigene Natur zu bestimmen.“

Bana, 7. Jahrhundert n. Chr., Indien, in seinem Werk „Kadambari“

Mimnermus von Smyrna über die Liebe

„Die Liebe ist der einzige Trost im Leben.“

Mimnermus von Smyrna, 7. Jahrhundert v. Chr., griechischer Dichter


Lebensweisheiten und „eine kleine Geschichte“ aus meiner neuen Heimat Australien

A little story ...

This is a story about four people named – „Everybody“, „Somebody“, „Anybody“ and „Nobody“. There was an important job to be done and Everybody was sure that Somebody would do it. Anybody could have done it but Nobody did it. Somebody got angry about that because it was Everybody’s job. Everybody thought Anybody could do it. It ended up that Everybody blamed Somebody when Nobody did what Anybody could have done.

entdeckt in einer Bäckerei in Bordertown, Südaustralien

Smile A While

"Smile A While
And
While You Smile,
Another Smiles,
And
Then There’s
Miles and Miles
Of Smiles
And
Life’s
Worthwhile,
Because You
Smiled."

entdeckt in einem Kaufhaus in Sydney, New South Wales

He [or she] most lives

"He [or she] most lives
who thinks most,
feels the noblest,
acts the best."

entdeckt in einem Poesiealbum in Hahndorf, Südaustralien (wurde geschrieben am 22. August 1910)

Australische Lebensweisheiten

  1. Do not choose to be wrong for the sake of being different.
  2. Your smile is the most important thing you wear.
  3. Each day comes just once in a life time.
  4. You can’t get anywhere unless you start.
  5. Behind every good woman ... is herself.
  6. Some people exist but never really live.
  7. You’ll never get rid of a bad temper by losing it.
  8. Every ending is a new beginning.
  9. Purpose is what gives life meaning.
  10. If you see someone without a smile, give them one of yours.
  11. To know one’s ignorance is part of knowledge.
  12. If we don’t stand for something, we’ll fall for anything.
  13. Wealth buys leisure but not wisdom.
  14. You never know what you can do until you try.
  15. Life is a canvas – you fill in the picture.
  16. Your life is what your thoughts make it.
  17. To find friendship, offer friendship.
  18. Nothing makes people go into debt like trying to keep up with people who already are.
  19. Pleasant thoughts make pleasant lives.
  20. The greatest mistake is fearing you'll make one.
  21. Do not want to have a good day – make one.
  22. It is common sense to take a method and try it. If it fails, admit it frankly and try another. But above all, try something.
  23. Listen not to vain words of empty tongues.
  24. Whoever follows a crowd will never be followed by a crowd.
  25. Love was not put in your heart to stay. Love is not love until you give it away.
  26. A good fortune may forebode a bad luck, which may in turn disguise a good fortune.
  27. It is better to forget and smile than remember and be sad.
  28. Confucius said: "Study without thought is vain: thought without study is dangerous."

The clock of life

„The clock of life is wound but once
And no man has the power,
To tell just when the hands will stop,
At late or early hour.

Now is the only time you own
Live, love, toil with a will.
Place no faith in tomorrow
For the clock may then be still.”

Anonymus, in: Griselda Sprigg with Rod MacLean. Dune is a four-letter word.

Matt Price (1961-2007), einer unserer beliebtesten Journalisten in Australien, über die Vergänglichkeit

„Life is fragile, hug your loved ones.“

Bessie Hawker, geborene Seymour, Südaustralien, 19. Jahrhundert, und ihr Tipp für Eheleute

„... that husbands and wives needed to learn to agree and, if they found differences of opinion, adopt the view that the faults of your husband or your wife are insupportable only so long as you insist on correcting them. You should put up with them as you do with the smell of your dog because you like him.“

Harlan Ellison (geboren im Jahr 1934)

„The two most abundant things in the universe are hydrogen and stupidity.“


Lebensweisheiten unserer Vorfahren und Zeitgenossen

Abraham Lincoln über das Kennenlernen des Charakters eines Menschen

„Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib' ihm Macht.“

Abraham Lincoln (1809-1865), 16. Präsident der USA

Aischylos' Tipp für die Alten

„Ihr aber, Greise, lebet wohl und gönnt, obgleich im Leide, der Seele Freude, wie der Tag sie bringt. Den Toten nämlich ist der Reichtum nichts mehr nütz.“

Aischylos (525-456 v. Chr.), großer griechischer Tragödiendichter, in seinem Werk „Die Perser“

Angelina Jolie über das Recht zur Selbstachtung

  1. „If you have people who put knots in your stomach, it makes you feel bad about yourself, you cry and then you get them out of your life, be strong and focus on your love elsewhere.“
  2. "You don’t have to love someone just because you ‘re related to them.“
  3. „Live your life and try to make the best of it; do everything as if it were your last day.“
  4. „I don’t want someone around me who makes me feel bad, so I can’t really afford to have a relationship with him (her father).“

Angelina Jolie, geboren im Jahr 1975, US-amerikanische Schauspielerin und Sonderbotschafterin für das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge, die Zitate stammen aus: Rhonda Mercer, Angelina Jolie – The biography

Anton Semjonowitsch Makarenko über die Freude im Leben

„Der Mensch kann auf Erden nicht leben, wenn er nichts Freudiges vor sich hat.“

Anton Semjonowitsch Makarenko (1888-1939), sowjetischer Pädagoge und Schriftsteller

Arabische Weisheiten aus dem 8. Jahrhundert

  1. „Eine Tafel ohne Gemüse ist wie ein Greis ohne Weisheit.“
  2. „Armut ohne Schulden ist der rechte Reichtum.“
  3. „Geduld ist der Schlüssel zur Lösung aller Probleme.“

Archilochos von Paros über das Maßhalten, was die Gefühlswelt betrifft

„Herz, mein Herz, von ausweglosen Kümmernissen wirr und wüst, raff’ dich auf, den Widersachern tritt entgegen und die Stirn biete ihnen, lass die Hasser gegen dich anlaufen, steh’ fest und breit! Und wenn du siegtest, prahle nicht vor allem Volk, noch wenn du besiegt bist, wirf dich nicht hin und jammere zu Haus, sondern über Frohes freue und im Unglück kränke dich nicht zu sehr. Versteh’ den Rhythmus, der den Menschen hebt und senkt.“

Archilochos von Paros (um 700-645 v. Chr.), griechischer Lyriker

Aristoteles über „das liebe Geld“, Rechtschaffenheit und wahre Freundschaft

  1. „Aufgabe der Tapferkeit ist es, Mut zu zeigen, nicht aber Schätze zu sammeln, und ebenso wenig ist dies der Zweck der Feldherrnkunst oder der Heilkunst, sondern jene soll den Sieg, diese die Gesundheit herbeiführen. Es gibt aber Leute, die aus allem einen Gelderwerb machen, als ob dies das Ziel wäre, auf das sich alles richten müsste.“
  2. „Es liegt in jedem Geschöpf der Natur irgendetwas Wunderbares.“
  3. „Dies (die Rechtschaffenheit) erwählen sich manche nicht nur um des Ruhmes willen, sondern auch ohne dass sie darauf Aussicht haben. Die meisten Politiker verdienen freilich diese Bezeichnung nicht. Denn sie sind gar keine wirklichen Politiker, denn der (echte) Politiker bevorzugt eine ehrenvolle Tätigkeit um ihrer selbst willen, die meisten aber wenden sich dieser Form des Lebens nur aus Geldgier und Habsucht zu.“
  4. „Das Zustandekommen der edelsten und höchsten Freundschaften erfordert Zeit und wechselseitige Gewöhnung. Denn nach dem Sprichwort kann man einander nicht kennen lernen, ehe man, wie man sagt, einen Scheffel Salz zusammen gegessen hat.“

Aristoteles (384-322 v. Chr.), altgriechischer Philosoph

Assyrische Weisheiten

  1. „Wenn Du gedemütigt wurdest, lass' deinen Freund handeln.“
  2. „Ist sie schwanger geworden ohne Geschlechtsverkehr? Ist sie fett geworden, ohne zu essen?“
  3. „Freundschaft währt für einen Tag, Geschäftsverbindungen für immer.“
  4. „Mag demjenigen, der freundlich ist, stets Freundlichkeit widerfahren.“
  5. „Du findest etwas, aber es geht verloren. Du wirfst etwas weg, aber es kommt immer wieder zu dir zurück.“

gefunden in: W.G. Lambert: Babylonian Wisdom Literature. Oxford 1960

Augustinus über irdischen Reichtum

„Denn glücklich kann irdischer Reichtum weder uns noch unsere Söhne machen; auch werden wir ihn entweder schon zu Lebzeiten verlieren, oder er wird, wenn wir tot sind, in den Besitz von wer weiß wem übergehen, vielleicht sogar von solchen, denen wir das Erbe nicht gönnen.“

Augustinus (354-430), Kirchenlehrer

Augustus' Lebensphilosophie

  1. „Es genügt, dass schnell genug getan wird, was gut genug getan werden soll.“
  2. „Eile mit Weile.“

Augustus (63 v. Chr. - 14 n. Chr.), römischer Kaiser von 31 v. Chr. bis 14 n. Chr.

Austin O'Malley über „Wölfe und Schafe“

„Sonderbar, dass es den Wölfen immer gelingt, die Welt von der Gefährlichkeit der Schafe zu überzeugen.“

Austin O’Malley (?1858-1932?), US-amerikanischer Arzt und Humorist

Austin O'Malley über das Verhältnis zwischen „Sein und Wollen“

„Je kleiner der Kopf, umso größer der Traum.“

Austin O'Malley über Exklusivität

„Exklusivität ist ein Charakteristikum, das den Neureichen, der High-Society und dem Stinktier eigen ist.“

Bias von Priene: Aphorismen

  1. Überlege und dann handele.
  2. Die Weisheit ist das einzige unverlierbare Eigentum des Menschen.
  3. Der größte Reichtum ist, nichts zu wünschen.
  4. Liebt euch, Freunde, solange ihr es könnt, denn ihr werdet euch wahrscheinlich schon früh genug zu hassen beginnen.
  5. Überlege dir ganz genau, wie du vorgehen willst, aber wenn du dich entschieden hast, dann handele mit unermüdlicher Entschlossenheit.

Bias von Priene (um 590 - um 530 v. Chr.), einer der Sieben Weisen, Staatsmann und Richter

Boethius über Gott

„Wenn es einen Gott gibt, woher dann das Böse? Woher aber das Gute, wenn es keinen gibt?“

Boethius (um 475/480-524/26), spätantiker christlicher Philosoph, aus seinem Werk „Trost der Philosophie“

Boethius über das Glück

„Mit wieviel Bitternissen ist die Süße menschlichen Glückes befleckt!“

Boethius, aus seinem Werk „Trost der Philosophie“

Buddhas Erkenntnisse

  1. „Nicht die Vergehungen der anderen, was sie getan, was sie versäumt haben, soll man betrachten, vielmehr das, was man selbst tut und unterlässt.“
  2. „Feindschaft wird durch Feindschaft hienieden nie zerstört; durch Nichtfeindschaft wird sie zerstört, dies ist ein ewiges Gesetz.“
  3. „Ein altes, tiefes Wort ist es; nicht stammt es erst von heute her: Man tadelt den, der stumm dasitzt, man tadelt den, der vieles spricht, auch den, der mäßig spricht, schilt man: Dem Tadel kann man nicht entgehen.“

Carl W. Weber (oder Karl-Wilhelm Weeber): Aphorismen

  1. „Verleumde den anderen so frech, wie du kannst – es bleibt immer etwas hängen!“
  2. „Großmächte neigen dazu, Einsicht mit Schwäche und Trotz mit Konsequenz zu verwechseln.“

Carl W. Weber, eigentlich Karl-Wilhelm Weeber, geboren im Jahr 1950, deutscher klassischer Philologe, Autor und Athistoriker

Chilon von Sparta: Aphorismen

  1. Halte deinen Zorn unter Kontrolle.
  2. Pass' auf dich auf.
  3. Lerne die Stille zu lieben.
  4. Geh' deinem Geschäft nicht in zu großer Eile nach.
  5. Sehne dich nicht nach dem Unmöglichen.
  6. Gold wird geprüft mit harten Wetzsteinen, die über den Reinheitsgrad sichere Auskunft geben können; und der Geist des Menschen wird durch Gold auf „gut“ und „böse“ getestet.

Chilon von Sparta, einer der Sieben Weisen, spartanischer Ephor im Jahr 556/555 v. Chr., Verfassungsreformer

Christina von Schweden: Aphorismen

  1. Man kann nicht lange mit geliehenen Federn prunken.
  2. Man kann alle hinters Licht führen, nur nicht sich selbst.
  3. Hat man ein Unrecht verziehen, muss man es aus seinem Gedächtnis löschen.
  4. Man lernt selten aus dem Unglück und den Irrtümern anderer, noch weniger aus seinen eigenen. Die Menschen sind wie Vögel, sie lassen sich immer in denselben Schlingen fangen.
  5. Ob man Menschen und Dinge auch verachtet, man muss vorgeben, sich für sie zu interessieren.
  6. Ruhm und Ruf sind nicht immer dasselbe.
  7. Die Kenntnis der Vergangenheit ist ein großer Gewinn für die Zukunft.
  8. Der stumme Zorn ist der gefährlichste.
  9. Einsamkeit ist die Lebenskraft großer Geister.
  10. Ein langes Leben ist nur ein langes Warten auf den Tod.
  11. Abwechslung ist eine gute Medizin für die meisten Leiden.
  12. Gute Taten machen dir oft Feinde, selten Freunde, was dich nicht hindern darf, dein Äußerstes zu tun.
  13. Durch das Alter bereitet uns die Natur auf den Tod vor, allmählich machen Krankheit und Gebrechen uns lebensüberdrüssig. Man stürbe untröstlich, wenn man nicht alterte.
  14. Keine Regel ohne Ausnahme; das eigene Urteil muss in jedem Einzelfall entscheiden!
  15. Oft einzugestehen, das weiß ich nicht, ist keine Schande.
  16. Die Scheinheiligen beunruhigen sich sehr über anderer Sünden, die eigenen machen ihnen wenig Sorgen.
  17. Das Glück lockt einen Haufen falscher Freunde an, die mit ihm verschwinden.
  18. Die Menschen finden keinen Fehler an denen, die sie fürchten, doch tausend Fehler an denen, die sie verachten.
  19. Es gibt Männer, die ebenso sehr Frau sind wie ihre Mütter, und Frauen, die ebenso männlich sind wie ihre Väter, denn die Seele hat kein Geschlecht.
  20. Es ist ebenso gefährlich, den Menschen Gutes zu erweisen, wie wilde Tiere zu liebkosen.
  21. Ein Geheimnis wird selten gewahrt; jeder hat einen Vertrauten, und der Vertraute hat einen Freund.
  22. Man braucht Vertraute, die ausstreuen, was man unter die Leute bringen will.
  23. Vielleicht stimmt die Behauptung, dass die Jugend ein Fieber ist; doch glücklich, wer an diesem Fieber bis zu seinem Tod leidet.
  24. Wer nicht lesen mag, verzichtet auf die lehrreichste Unterhaltung.
  25. Liebe und Treue sind unzertrennlich.
  26. Es wäre ein allzu großes Glück, gleichzeitig verliebt und verheiratet zu sein.
  27. Man kann viele zärtliche Beziehungen erleben, doch nur eine große Liebe.

Christina von Schweden (1626-1689), Königin von Schweden von 1632-1654

Daniel Defoe über das Klugwerden und die Angst

  1. „Aber zum Klugwerden ist es nie zu spät, und ich kann allen überlegenden Menschen, deren Leben von so außerordentlichen oder auch weniger außerordentlichen Ereignissen gefüllt ist wie das meine (Robinson Crusoe), nur raten, solche geheimen Winke der Vorsehung nicht in den Wind zu schlagen!“
  2. „Daraus mag man ersehen, um wieviel schlimmer die Erwartung eines Unglücks ist als das Unglück selber, besonders wenn man Vermutung und Angst nicht abschütteln kann.“

Daniel Defoe (1660-1731) englischer Schriftsteller, aus seinem Werk „Robinson Crusoe“

Dirck Rafaëlsz Camphuysen über den Vorteil, weise Menschen auf Erden zu haben

„Ach wollten die Menschen weise sein
Und nur das Gute tun,
Dann wäre die Erde ein Paradies:
Eine Hölle ist sie nun.“

Dirck Rafaëlsz Camphuysen (1586-1627), niederländischer Dichter, Strophe aus seinem Gedicht „Morgenstunde im Mai“

Emanuel Geibel über das Sammeln von Lebenserfahrung

„Lehr’ nur die Jungen weisheitsvoll,
wirst ihnen keinen Irrtum sparen;
was ihnen gründlich helfen soll,
das müssen sie eben selbst erfahren.“

Emanuel Geibel (1815-1884), deutscher Dichter

Englisches Parlament im Jahr 1295

„Quod omnes tangit al omnibus approbatur.“ = „Was alle berührt, muss von allen gebilligt werden.“

Epicharm (oder Epicharmos) über die Notwendigkeit, misstrauisch zu sein

„Sei besonnen und denke daran, misstrauisch zu sein; daraus setzt sich die Vernunft zusammen.“

Epicharm (um 550/540 - um 460 v. Chr.), vorsokratischer Philosoph, Komödiendichter, Arzt und Naturforscher

Epikur: Aphorismen

  1. Sinnlos ist es, von den Göttern zu erbitten, was einer sich selbst zu verschaffen imstande ist.
  2. Mitfühlen wollen wir mit unseren Freunden, nicht indem wir jammern, sondern indem wir uns um sie kümmern.
  3. Nichts ist ausreichend für den, dem das Ausreichende zu wenig ist.
  4. Nicht hungern, nicht dürsten, nicht frieren! Denn wenn einer dies besitzt und erwarten kann, es zukünftig zu besitzen, könnte er selbst mit Zeus um das Glück wetteifern.
  5. Niemanden soll man beneiden. Denn die Guten verdienen den Neid nicht, die Schlechten ruinieren sich selbst um so mehr, je mehr Glück sie haben.

Epikur (341-270 v. Chr.), griechischer Philosoph

Erasmus von Rotterdam über den Krieg, Gott, die Erziehung, den Tod und anderes

  1. „Alle Kriege werden zum Vorteil der Herrschenden vom Zaun gebrochen und stets zum Nachteil des Volkes geführt. Herrscher und Generäle mögen aus dem Kriege Nutzen ziehen, die große Masse hat die Kosten und das Unglück zu tragen. Ein Friede ist nie so ungerecht, dass er nicht dem gerechtesten Krieg vorzuziehen wäre.“
  2. „Die Leugner der Existenz Gottes sind nicht so unfromm wie die, die sie als unerbittlich darstellen.“
  3. „Um die Untertanen aus den Bindungen ihres Hasses und ihrer Egozentrik zu lösen, ist der Unterricht, die Volksbildung energisch zu fördern. Der kulturlose, ungebildete, kurzsichtige Mensch lässt sich vom Kriege faszinieren, weil er die Folgen und das Wesen des Krieges nicht zu durchschauen vermag. Volksbildung ist die Grundlage innerer und äußerer Freiheit, ist das Fundament einer Friedensgesellschaft.“
  4. „Ein Staat, der nur auf Gewalt begründet ist, kann nicht von Dauer sein.“
  5. „Der Krieg ist die wichtigste Einnahmequelle des Staates.“
  6. „... und was ist schließlich das menschliche Leben anderes als ein Theaterstück, in dem jeder eine Person darstellt, auftritt und so lange seine Rolle spielt, bis ihn der Regisseur abtreten lässt.“
  7. „Findet sich niemand, dich zu loben, so lobe dich selbst.“
  8. „Die erste Bedingung für alles Lernen ist eine wechselseitige Liebe zwischen Lehrer und Schüler.“
  9. „Denn Eigenliebe bedeutet nichts anderes, als sich selbst zu streicheln; aber einen anderen zu streicheln, das ist Schmeichelei.“
  10. „Die Weisheit aber macht zaghaft, und ohne Schwierigkeiten könnt ihr erkennen, dass die Weisen von Armut, Hunger und schlechter Luft niemals befreit werden, dass sie unbeachtet, unrühmlich und angefeindet dahinleben. Die Toren dagegen schwimmen im Geld, bekommen das Staatsruder in die Hand, kurz, sie haben Erfolg in jeder nur erdenklichen Weise.“
  11. „... wer etwas annimmt, verpflichtet sich dem, von dem er es annimmt, und verliert etwas von der Kraft seines Ansehens. Wer etwas annimmt, ist weniger frei im Tadeln, und wer gegeben hat, lässt sich ebenso nicht mehr von dem tadeln, dem er eine Wohltat erwiesen hat.“
  12. „Das Leben eines jeden ist lang genug, wenn man haushälterisch damit umgeht.“
  13. „Lerne mit Fleiß, so wirst du weis.“
  14. „Nur an den Lebenden zehrt der Neid, er ruht nach dem Tode.“
  15. „Zuweilen muss man auch einen Freund ermahnen; besteht aber keine Aussicht, dass er sich ändert, dann schweigt man lieber.“

Erasmus von Rotterdam (1465/69-1536), Humanist, Theologe und Philosoph

Euripides über das Geschenk des Gottes Dionysios, den Wein,

„der die armen Sterblichen befreit
Vom Leid, wenn sie sich laben an des Weinstocks Saft,
Schlaf ihnen schenkt, vergessen aller Mühen des Tags;
kein andres Mittel heilt wie dieses Qual und Not.“

Euripides (485/484 oder 480 v. Chr. - 406 v. Chr.), griechischer Dichter, aus seinem Werk „Die Bakchen“

Euripides über die Wankelmütigkeit des Schicksals und anderes

  1. „Töricht der Sterbliche, der sein Glück unerschütterlich wähnt und sich daran freut! Denn das Schicksal springt. So ist seine Art, wie ein wankelmütiger Mensch, bald hierhin, bald dorthin, und keiner ist je aus eigenem Vermögen glücklich.“ (Euripides, aus seinem Werk „Die Troerinnen“)
  2. „Kein Sterblicher lebt, dem bis an das Ziel hold lächelt das Glück; schmerzfrei ward keiner geboren.“ (Euripides, aus seinem Werk „Iphigenie in Aulis“)
  3. „Die Zunge ist mächtiger als das Schwert.“
  4. „Ein guter Ruf gleicht einem irdenen Teller, beides kann brechen, beides kann ausgebessert werden, aber beides wird nie wieder, wie es gewesen.“

François Fénelon: Aphorismen

  1. Ein Weiser von der Insel Lesbos sagte: „Der unglücklichste aller Menschen ist derjenige, welcher es zu sein glaubt, denn das Unglück ist nicht sowohl eine Folge der Widerwärtigkeiten, die man erduldet, als vielmehr die Ungeduld, durch die man sein Unglück vermehrt.
  2. Wer seine Schwachheit und die Heftigkeit seiner Leidenschaften noch nicht empfunden hat, ist noch nicht weise, denn er kennt sich selbst noch nicht, und er setzt kein Misstrauen in sich.
  3. Wer nie gelitten hat, ist unwissend, sie kennen weder das Gute noch das Böse; sie kennen nicht die Menschen, sie kennen sich selbst nicht.
  4. Du musst durch deinen Mut und deine Geduld das grausame Schicksal ermüden, das Gefallen daran findet, dich zu verfolgen.
  5. Wer glücklich ist, sei gut und edel und helfe den Unglücklichen.
  6. Oft gewähren uns unsere Fehler reichere und nützlichere Früchte als die schönsten Handlungen.
  7. Auf die Undankbarkeit der Menschen muss man gefasst sein, aber man darf doch nicht unterlassen, ihnen Gutes zu erweisen.

François Fénelon (1651-1715), eigentlich François de Salignac de La Mothe-Fénelon, französischer Geistlicher und Schriftsteller, aus seinem Werk „Telemach“

Friedrich Hebbel über die Dummheit

„Es ist unglaublich, wieviel Geist in der Welt aufgeboten wird, um Dummheiten zu beweisen.“

Friedrich Hebbel (1813-1863), deutscher Dramatiker und Lyriker

Friedrich Schiller ebenfalls über die Dummheit

„Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.“

Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter, Dramatiker, Historiker und Philosoph

Giovanni Guareschi über Optimisten und Pessimisten

„Sobald ein Optimist ein Licht erblickt, das es gar nicht gibt, findet sich ein Pessimist, der es wieder ausbläst.“

Giovanni Guareschi (1908-1968), italienischer Journalist, Schriftsteller und Karikaturist

Günter Ropohl über die feine Unterscheidung zwischen einem Dilettanten, einem Fachidioten und einem Generalisten

„Wer von allem nur ein bisschen weiß, ist ein Dilettant; wer nur von einem bisschen alles weiß, ist ein Fachidiot. Ein Generalist aber ist, wer viel von einem bisschen und einiges vom Ganzen weiß, worin das bisschen seinen Platz hat.“

Günter Ropohl, geboren im Jahr 1939, deutscher Philosoph und Ingenieur

Hans Conrad Zanders Tipps fürs Leben, gefunden in seinem Buch „Warum ich Jesus nicht leiden kann“

  1. Das erste und wichtigste in der Religion ist die Fähigkeit, andere Menschen in Ruhe zu lassen ... Wenn ich einen andern Menschen in Ruhe lasse, erweise ich ihm einen kostbaren Dienst. Ich lasse ihn etwas spüren von der Ruhe, die ich selber in Gott gefunden habe ...
  2. Lass keinen an dein Portemonnaie heran, auch nicht unter den schönsten Vorwänden der Nächstenliebe.
  3. Liebe deine Feinde nicht, sondern wehre dich gegen sie.
  4. Verfluche deine Feinde nicht, wie Jesus sie verflucht hat. Gott liebt sie vielleicht mehr als dich.
  5. Predige nicht den Weltuntergang. Hilf ihn abwenden.
  6. Dränge dich nicht ans Kreuz. Suche nicht die Größe in der Tragödie. Sei glücklich und stirb lebenssatt.

Hans Conrad Zander, geboren im Jahr 1937, ehemaliger Mönch im Dominikanerorden, Reporter des „Stern“, Buchautor

Helen Phillips über sehr kreative Menschen

„One vital characteristic of a highly creative person, she says, is that they have at least one other person in their life who doesn’t think they are completely nuts.“

Helen Phillips in ihrem Artikel „Looking for inspiration“ (NewScientist, 29.10.2005)

Henry Benraths Erkenntnisse über das Leben, gefunden in seinem Werk „Die Kaiserin Konstanze“

  1. Wer nicht die Kraft zur Unbeliebtheit aufbringt, dem fehlt ein Letztes in seiner Überzeugung.
  2. Die Menschen vermögen selbst aus den schmerzlichsten Erfahrungen nicht das Geringste zu lernen, sondern begehen immer wieder die gleichen Irrtümer von neuem.
  3. Gewalt erzeugt Lüge. Lüge erzeugt das Verbrechen.
  4. Nein. Die Welt ist nicht reif für die Milde. Sie wird es niemals werden. Gott bedarf des Bösen. An wen sollte er sonst seine Gnade verschwenden.
  5. Wer in Gott ruht, braucht nichts von Gott zu wissen. Wer in Gott eingeht, auch nichts mehr. Das Ungeborene und das Vollendete ruht in Gott.

Henry Benrath (1881-1949), eigentlich Albert H. Rausch, deutscher Schriftsteller

Herklit über die Macht des Herzen

„Gegen das Herz anzukämpfen ist schwer; denn was es will, erkauft es um den Preis der Seele.“

Heraklit oder Herakleitos von Ephesos ( um 545 - um 475 v. Chr.), vorsokratischer Philosoph

Hildegard Knef über den Unterschied zwischen Mann und Frau

„Wenn ein Mann tobt, ist er dynamisch; schreit eine Frau, ist sie hysterisch.“

Hildegard Knef (1925-2002), Schauspielerin, Chansonsängerin und Autorin

Homer übers Jammern

„Gar nichts richten wir aus mit Jammern“.

Homer, 8. Jahrhundert v. Chr., Dichter der griechischen Antike

Horaz über die Freude am Leben

„Immer wieder rief er die Begrenztheit des menschlichen Lebens ins Bewusstsein, relativierte er Reichtum und Macht, empfahl er das bescheidene, maßvolle Glück, das Nutzen von Tag und Stunde, das Auskosten der Lebensfreude in einer kleinen, persönlichen Welt.”

Horaz (65-8 v. Chr.), eigentlich Quintus Horatius Flaccus, römischer Dichter

Jacques Bossuet über die Unbedeutsamkeit der eigenen Existenz

Im Alter von 20 Jahren schrieb er im Jahr 1648 Folgendes: „Mein Leben währt höchstens 80 Jahre ... Ich nehme wenig Raum ein in diesem großen Schlund der Jahre ... Wenn ich einen Blick über mich hinaus richte, welch unendlicher Raum, in dem ich nicht mehr bin! Wenn ich ihn rückwärts richte, welch schreckliche Zeitenfolge, in der ich nicht gewesen bin, und ich nehme wenig Raum ein in diesem ungeheuren Schlund der Zeit ... Ich bin nichts. Diese kleine Zwischenzeit ist nicht imstande, mich vom Nichts abzuheben, in das ich eingehen muss. Ich bin nur zur Welt gekommen, um zahlenmäßig zu Buche zu schlagen, zu mehr war ich nicht nutze.“

Jacques Bossuet (1627-1704), französischer Bischof und Schriftsteller

Jean M. Auel über die Geburt von Ungerechtigkeiten

„Grausamkeit gebiert Grausamkeit; Schmerz gebiert Schmerz; Misshandlung führt zu neuer Misshandlung.“

Jean M. Auel, geboren im Jahr 1936, US-amerikanische Schriftstellerin, in ihrem Werk „Ayla und das Tal der Grossen Mutter“

Jesajas Wunsch nach dem Ende aller Kriege

„Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“

Jesaja, 8. Jahrhundert v. Chr., Prophet

Johann Wolfgang von Goethe über Wissenschaftler im Allgemeinen

„Sie beweisen die Wahrheit nicht, und das ist auch keineswegs ihre Absicht, sondern es liegt ihnen bloß daran, ihre Meinung zu beweisen. Deshalb verbergen sie auch alle solche Experimente, wodurch die Wahrheit an den Tag kommen und die Unhaltbarkeit ihrer Lehre sich darlegen könnte.“

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter, Dramatiker, Naturwissenschaftler, Staatsmann, Theaterleiter

Jonathan Swift über die Gesetzgebung

„Gesetze sind wie Spinngewebe, in denen kleine Fliegen sich fangen, aber keine Wespen und Hornissen.“

Jonathan Swift (1667-1745), irisch-englischer Schriftsteller und scharfzüngiger Satiriker

Josephus Flavius über den Neid

„Wenn man Erfolg hat, ist es eben unmöglich, dem Neid zu entgehen.“

Josephus Flavius (37/38-100), jüdischer Feldherr und Geschichtsschreiber, aus seinem Werk „Der Jüdische Krieg“

Juvenal über das Gesicht als Spiegel der Gefühle

„Verbirg die Freude, verbirg den Gram deines Herzens in deiner Brust, so tief du willst. Dennoch wird von beiden die Spur auf deinem Gesicht sich zeigen.“

Juvenal, eigentlich Decimus Iunius Iuvenalis, römischer Satirendichter des 1. und 2. Jahrhunderts

Katharina von Siena gegen das Vertuschen von Fehlern

„Alles friedlich vertuschen wollen, ist grausamer als alles andere. Wenn man die Wunde nicht mit Feuer und Eisen schneidet und brennt, und nur Salbe darauf streicht, heilt sie nicht, sondern vergiftet alles und bringt oft genug den Tod.“

Katharina von Siena (1347-1380), Heilige, italienische Mystikerin und Kirchenlehrerin

Kleobulos von Lindos über die Versöhnung

„Sei nach einem Streit zu einer Versöhnung bereit.“

Kleobulos von Lindos, einer der Sieben Weisen, Tyrann von Lindos im 6. Jahrhundert v. Chr.

Konfuzius über die Selbsterkenntnis

„Mach es dir zur Gewohnheit, die eigenen Fehler zu bekämpfen, bevor du die Fehler der anderen zu bekämpfen beginnst.“

Konfuzius (551-479 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Koran – Weisheiten aus dem Islam

  1. „Sofern ihr einem grollet, ihr sollet nicht meiden seine Nähe. Aufsuchet ihn und grüßet ihn und sprechet aus euch sänftiglich und ohne scharfer Rede Dorn in jeglichem, was euch an ihm verdrießet. Das ist erneuter Liebe Born. Der Bessre sein wird der von euch, der als der Erste kommt und grüßt.“
  2. „Gott ändert nichts, was im Menschen steckt, wenn der Mensch es nicht selbst ändern will.“

Lebensweisheit aus dem alten Assyrien

„Tarsos hat (der assyrische König) Sardanapal an einem Tag gegründet; du aber Fremdling, iss, trinke, liebe; was sonst der Mensch hat, ist nicht der Rede wert.“

Inschrift auf einem Standbild des assyrischen Königs Sardanapal in Anchiale, Kilikien

Lebensweisheiten der stoischen Philosophie

  1. Stimme mit dir selbst überein; folge der Natur, lebe der Natur gemäß!
  2. Wer sich immer nur um andere kümmert und nicht um sich, lernt nie sich selbst erkennen!

Leo Tolstoi über die Güte

„Ich anerkenne kein anderes Zeichen der Überlegenheit als die Güte.“

Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Schriftsteller

Leonardo da Vinci über die Grausamkeit der Menschen

„Die werden immer untereinander kämpfen und sich größten Schaden zufügen, und viele werden sterben auf beiden Seiten. Es wird keine Grenze geben für ihre Bosheit, und mit ihrer Wildheit werden sie die großen Bäume der Wälder des Universums zu Boden reißen. Dann, wenn sie satt sind, wird ihr Wunsch davon genährt sein, Tod zu geben, Leiden, Ungemach, Kriege und Wut, ganz gleich auf wen und was da lebt. Und in ihrem unersättlichen Hochmut werden sie sich zum Himmel hinaufheben wollen, doch durch die allzu große Schwere ihrer Leiber werden sie unten bleiben. Nichts auf Erden, unter der Erde oder im Wasser wird es geben, das nicht verfolgt, aufgestöbert, verdorben wird und von dem einen Land ins andere versetzt ... O Welt! Warum öffnest du nicht die tiefen Spalten deiner Höhlen und Abgründe, schleuderst sie da hinab, damit der Himmel nicht mehr den Anblick dieser grausamen und ruchlosen Ungeheuer erdulden muss.“

Leonardo da Vinci (1452-1519), einer der größten Maler der Renaissance, Ingenieur, Naturwissenschaftler und Diplomat

Leonardo da Vinci über das Leben

„Das Leben der Menschen ist etwas Göttliches und wer es zerstört, beweist dadurch, dass er es gering schätzt und folglich zu leben nicht verdient."

„You can have no greater and no smaller dominion than that over yourself."

Leonardo da Vinci über das Sterben

„Wenn ich glauben werde, das Leben zu lernen, dann werde ich das Sterben lernen."

Lorenzo de’ Medici über den Rat anderer

„Wer den Rat anderer anhört, hat neben seinem eigenen Gehirn noch das der andern.“

Lorenzo de' Medici (1449-1492), Bankier, Politiker, Dichter, Philosoph

Madame de La Fayette über den Preis, den man für die Vernunft zahlen muss

„Wie töricht ist man, wenn man jung ist; man ist für nichts dankbar, und man kennt nicht den Wert eines Freundes wie Sie. Es kostet viel, vernünftig zu werden: es kostet die Jugend.“

Marie-Madeleine de La Fayette (1634-1693), französische Schriftstellerin

Marc Aurel über die Zeit

„Die Zeit ist ein Fluss, ein ungestümer Strom, der alles fortreißt. Jegliches Ding, nachdem es kaum zum Vorschein gekommen, ist auch schon wieder fortgerissen, ein anderes wird herbeigetragen, aber auch das wird bald verschwinden.“

Marc Aurel (121-180), römischer Kaiser von 161-180, aus seinem Werk „Selbstbetrachtungen“

Marc Aurel über die Rache

„Die beste Art, sich an jemanden zu rächen, ist die, nicht Böses mit Bösem zu vergelten.“

Marc Aurel, aus seinem Werk „Selbstbetrachtungen“

Marc Aurel über den Sinn des Lebens

„Darin suche deine ganze Freude und Befriedigung, immer Gottes eingedenk von einer gemeinnützigen Tat zu einer andern fortzuschreiten.“

Marc Aurel, aus seinem Werk „Selbstbetrachtungen“

Marc Aurel über die Zukunft

„Betrachte die Vergangenheit, die großen Veränderungen so vieler Reiche; daraus kannst du auch die Zukunft vorhersehen; denn sie wird durchaus gleichartig sein dem, was gewesen ist, und kann unmöglich von der Regel der Gegenwart abweichen. Daher ist es auch einerlei, ob du das menschliche Leben vierzig oder zehntausend Jahre hindurch erforschst; denn was würdest du Neues sehen?“

Marc Aurel, aus seinem Werk „Selbstbetrachtungen“

Marc Aurel über das Zusammenleben der Menschen

„Die Menschen sind füreinander da. Also belehre oder dulde sie.“

Marc Aurel, aus seinem Werk „Selbstbetrachtungen“

Marc Aurel über das Unrecht

„Oft tut auch der Unrecht, der nichts tut; wer das Unrecht nicht verbietet, wenn er kann, befiehlt es.“

Marc Aurel, aus seinem Werk „Selbstbetrachtungen“

Marc Aurel über das Aussprechen eines Urteils

„Du kannst es nicht einmal recht wissen, ob dieser oder jener sich wirklich vergangen hat. Denn vieles geschieht auch vermöge eines Dranges der Umstände, und man muss überhaupt mit manchen Verhältnissen zuvor bekannt sein, um über die Handlungsweise eines andern ein gegründetes Urteil abgeben zu können.“

Marc Aurel, aus seinem Werk „Selbstbetrachtungen“

Mark Twain über das Verhalten von Bankiers

„Ein Bankier ist ein Kerl, der Ihnen bei schönem Wetter einen Regenschirm leiht und ihn zurück verlangt, sobald es regnet“.

Mark Twain (1835-1910), eigentlich Samuel Langhorne Clemens, US-amerikanischer Schriftsteller

Martial über das „ideale Leben“

„Was das Leben erfreulich macht für einen,
mein geliebtester Freund Martial, ist dieses:
ein Vermögen, ererbt, nicht schwer erworben,
ein ergiebiges Feld, ein Herd, der fortbrennt,
kein Prozess, zum Besuch kein Zwang, Gemütsruh,
Kräfte, wie es sich ziemt, gesunder Körper,
Einfalt, aber gescheit, und gleiche Freunde,
stets bequeme Gesellschaft, kunstlos Tafeln,
eine Nacht, nicht berauscht, doch frei von Sorgen,
nie verödet das Lager, trotzdem züchtig,
Schlaf, der einem die Zeit des Dunkels abkürzt,
nur sein wollen, was man grad ist, nicht andres,
und das Ende nicht fürchten und nicht wünschen.“

Martial (um 40 - um 104), eigentlich Marcus Valerius Martialis, römischer Dichter

Max Liebermann über Künstler im Allgemeinen

„Ein Stück Selbstmordkandidat liegt in jedem Künstler.“

Max Liebermann (1847-1935), deutscher Maler und Grafiker

Max Liebermann beim Betrachten eines Fackelzugs zu Adolf Hitlers Machtübernahme

„Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte.“

Menander über die erstaunliche Schaffenskraft der Menschen

„Man soll doch nichts verloren geben, wenn man’s nur recht ernstlich will. Erobern kann, wer Sorgfalt übt und Müh’ nicht scheut, rein alles!“

Meander (342/341-290/290 v. Chr.), römischer Dichter und Schriftsteller, aus seinem Werk „Das Raubein – Dyskolos“

Michelangelo über den Mut zur eigenen Schaffenskraft

„Wer hinter anderen hergeht, kommt ihnen nie voraus, und wer von sich aus nicht etwas Gutes zu schaffen vermag, der kann sich auch der Werke anderer nicht recht bedienen.“

Michelangelo (1475-1564), eigentlich Michelangelo di Lodovico Buonarroti Simoni, italienischer Maler, Bildhauer, Architekt und Dichter

Milan Kundera über die „unerträgliche Leichtigkeit des Seins“

  1. „Der Mensch ist nicht etwa Eigentümer, sondern lediglich Verwalter dieses Planeten, und er wird eines Tages für diese Verwaltung zur Rechenschaft gezogen werden.“
  2. „Am Anfang der Genesis steht geschrieben, dass Gott den Menschen geschaffen hat, damit er über Gefieder, Fische und Getier herrsche. Die Genesis ist allerdings von einem Menschen geschrieben, und nicht von einem Pferd. Es gibt keine Gewissheit, dass Gott dem Menschen die Herrschaft über die anderen Lebewesen tatsächlich anvertraut hat. Viel wahrscheinlicher ist, dass der Mensch sich Gott ausgedacht hat, um die Herrschaft, die er an sich gerissen hat über Kuh und Pferd, heilig zu sprechen ... Es brauchte aber nur ein Dritter ins Spiel treten, etwa ein Besucher von einem anderen Planeten, dessen Gott gesagt hätte: 'Du wirst über die Geschöpfe der übrigen Gestirne herrschen', und schon würde die Selbstverständlichkeit der Genesis mit einem Male problematisch. Der Mensch, der von einem Marsmenschen vor einem Wagen gespannt oder von einem Bewohner der Milchstraße am Spieß gebraten wird, wird sich vielleicht an das Kalbskotelett erinnern, das er auf seinem Teller zu zerschneiden gewöhnt war, und er wird sich (zu spät!) bei der Kuh entschuldigen.“
  3. „Ach, wie schrecklich ist es, dass wir im Voraus vom Tod derer träumen, die wir lieben!“

Milan Kundera, geboren im Jahr 1929, tschechischer Schriftsteller

Mohammed über den Wert der Gelehrten

„Die Tinte des Gelehrten ist heiliger als das Blut des Märtyrers.“

im Koran, Hadith

Molière über unsere Verantwortung hinsichtlich unseres Handelns und Nichthandelns

„Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir unterlassen.“

Molière (1622-1673), eigentlich Jean-Baptiste Poquelin, französischer Schauspieler, Theaterdirektor und Schriftsteller

Nizamis Lebenserfahrungen

  1. „Hüte dich vor dem unbedachten Wort! Bevor du den Pfeil abschießest, prüfe den Bogen: ob die Sehne für das Ziel nicht zu schlaff sei, oder auch für die Kraft deines Armes zu straff. Gesprochen wie geschossen ist rasch, aber Scham und Reue danach währen lang.“
  2. „Alles, was geschieht und uns zustößt, hat seinen Sinn; doch ist es oft schwierig, ihn zu erkennen. Auch im Buch des Lebens hat jedes Buch zwei Seiten. Die eine, obere, schreiben wir Menschen mit unserem Planen, Wünschen und Hoffen, aber die andere füllt die Vorsehung, und was sie anordnet, ist selten unser Ziel gewesen.“
  3. „... wer so zertrümmert ist wie ich, der kann nicht mehr hoffen, dass er je wieder aufgebaut wird.“

Nizami (um 1141-1205/1209), kurdisch-persischer Schriftsteller und Dichter, aus seinem Werk „Leila und Madschnun“

Oscar Wilde über die Wahrheit

„Die Wahrheit ist selten rein, und niemals einfach.“

Oscar Wilde (1854-1900), irischer Schriftsteller

Perikles über die Pflicht jedes Bürgers, aktiv an der Politik teilzunehmen

„Wir allein sehen in demjenigen, der am öffentlichen Leben keinen Anteil nimmt, nicht einen ruheliebenden Bürger, sondern ein faules und unnützes Glied des Staates.“

Perikles (490-429 v. Chr.), athenischer Staatsmann und Feldherr

Petrons Lebenserfahrungen

  1. „Beim anderen siehst du die kleinste Laus, bei dir siehst du keinen Holzbock.“
  2. „Wenn du einen Groschen hast, bist du einen Groschen wert, hast du was, giltst du was.“

Petron (um 14-66), römischer Senator, Schriftsteller und Satiriker, aus seinem Werk „Gastmahl bei Trimalchio“

Pittakos: Aphorismen

  1. Erkenne den rechten Augenblick.
  2. Lerne dich selbst kennen.
  3. Was du vorhast, sage nicht; denn gelingt's dir nicht, wirst du verlacht.
  4. Es gehört zum Weisen, dass er, bevor Schwierigkeiten entstehen, dafür sorgt, dass sie nicht entstehen.
  5. Vermeide Übermaß.
  6. Es ist sehr schwer, ein wirklich guter Mensch zu sein.
  7. Macht enthüllt das wahre “Ich” des Menschen.
  8. Verspotte keinen Menschen wegen seiner Missgeschicke, wenn du nicht möchtest, dass Nemesis (die griechische Schicksals- und Rachegöttin) sich dir zuwendet.
  9. Führe das gut aus, was immer du auch gerade im Augenblick tust.

Pittakos (651/650 - um 570 v. Chr.), Heerführer, Tyrann von Lesbos, Philosoph und einer der Sieben Weisen

Plutarch über den Anfang (einer Idee oder Bewegung)

„... dass man in keiner Sache den Anfang gering achten darf. Denn was man dauern lässt, ist bald groß geworden, gerade weil man es verachtet und deshalb nicht verhindert (hat)“.

Plutarch (um 45 bis um 125), griechischer Schriftsteller und Verfasser biographischer und philosophischer Schriften, in seiner Biographie über Caesar

Plutarch über die Voraussetzungen zu einem zufriedenen Leben

„Ein angenehmes und heiteres Leben kommt nie von äußeren Dingen, sondern der Mensch bringt aus seinem Inneren, wie aus einer Quelle, Zufriedenheit in sein Leben.“

Polybios über Reichtum aus eigener Schaffenskraft oder durch Erbschaft

„Bei den meisten Unternehmen der Menschen neigen die, die etwas erworben haben, zur Bewahrung, die aber, die Gegebenes übernommen haben, zum Verschleudern.“

Polybios (200-120 v. Chr.), antiker griechischer Geschichtsschreiber

Robert von Ranke Graves' Lebenserkenntnisse, gefunden in seinem Werk: „Ich Claudius Kaiser und Gott“

  1. „Ich tröste mich mit Plato, der einmal gesagt hat, dass die einzige Entschuldigung für jemanden, der eine herrschende Tätigkeit ausübt, darin besteht, dass er es auf diese Weise vermeidet, von Leuten regiert zu werden, die weniger leisten als er.“
  2. „... Leider wurde ich die Gewohnheit nicht los, mich ständig zu entschuldigen, dass ich es wagte, unter den Lebenden zu wandeln. Ich wusste zwar, dass hauptsächlich die Erfahrungen meiner Jugend daran schuld waren, als ich von jedermann für überflüssig gehalten wurde, aber ich konnte mich von dem Gefühl eigener Minderwertigkeit auch dann nicht befreien, als ich Ursache hatte, mich sehr wohl als ein zum Dasein berechtigter Mitbürger zu fühlen. Es ist eigentümlich, wie sehr der Mensch an seinen ersten Empfindungen hängenbleibt, auch wenn er sich mittlerweile noch so oft völlig gewandelt hat. Natürlich hatten meine Entschuldigungen und das offene Zugeben meiner Fehler und Unzulänglichkeiten stets den Erfolg, dass man mich für schwächlich hielt. Ich konnte trotzdem von dieser unbequemen Angewohnheit niemals ganz lassen. Wahrscheinlich entsteht sie aus dem verkappten Wunsch, andere Menschen nicht merken zu lassen, wie sehr man ihre eigenen Unzulänglichkeiten durchschaut.“
  3. „Die christliche Religion 'ist ein Wettbewerb in Selbsterniedrigung'“.
  4. „Furcht beflügelt den Verstand.“
  5. „Wenn ein Patient sterben will, kann kein Arzt ihn retten.“
  6. „Niemand stirbt zweimal an der gleichen Krankheit.“

Robert von Ranke Graves (1895-1985), britischer Schriftsteller und Dichter

Roland Villeneuve und seine pessimistische Sicht bezüglich der Menschheit

„Wenn es stimmt, dass der Mensch Millionen von Jahren gebraucht hat, bis er von einem Tier zum Menschen geworden ist, so braucht er doch nur kurze Zeit, damit er vom Menschen wieder zum Tier werde.“

Roland Villeneuve, geboren im Jahr 1922, französischer Schriftsteller

Sallusts Erkenntnisse aus seinem Leben

  1. „Denn durch Eintracht werden kleine Dinge groß, durch Zwietracht zerfallen die größten. (aus seinem Werk „Der Krieg mit Jugurtha“)
  2. „Jeder Krieg werde leicht begonnen, aber ende tieftraurig.“ (aus seinem Werk „Der Krieg mit Jugurtha“)
  3. „Denn dasselbe wollen und nicht wollen, das erst ist die Grundlage fester Freundschaft.“

Sallust (86-35/34 v. Chr.), eigentlich Gaius Sallustius Crispus, römischer Geschichtsschreiber und Politiker, aus seinem Werk „Die Verschwörung des Catilina“

Salomo über das Setzen von Prioritäten

„Wer auf den Wind achtet, sät nicht, und wer nach den Wolken blickt, erntet nicht.“

Salomo, König von Israel von ungefähr 965 – ungefähr 926 v. Chr.

Scheich Saadi: Weisheiten aus einem langen Leben

  1. Man fragte den weisen Loqman: „Wer hat dich gelehrt, so höflich zu sein?“ „Die Unhöflichen“, gab er zur Antwort, „denn ich habe mir stets gemerkt, was mir am Benehmen der anderen mir gegenüber missfallen hat, und dann habe ich mich gehütet, meinen Mitmenschen dasselbe zuzufügen ...“
  2. Ein Weiser, der nicht handelt, wie er spricht, der ist kein Weiser, und sein Wort hat kein Gewicht!
  3. Es hofft der Mensch zwar, dass ihm Menschen Gutes tun, doch, siehe, mir genügt es nun, willst du mir kein Leid antun.
  4. Mich wundert nicht, dass einer stirbt vor des Geliebten Zelt – mich wundert nur, wenn einer liebt und sich am Leben hält.
  5. Grabspruch: „Ach, wie sehr hat mein Herz das Grün der Gärten genossen, eh mir der Tod das Tor des Lebens verschlossen! Zieh hin in Frieden, mein Freund, und kehre zurück, wenn meinen Staub der Frühling verwandelt in grünendes Glück ...“
  6. Sich der Schwäche des Feindes zu erbarmen, ist falsch, denn derselbe Feind wird, mächtig geworden, dich auch nicht verschonen.
  7. Wer einen Schlechten vernichtet, befreit die Menschen von einem Übel und bewahrt ihn selbst vor der göttlichen Vergeltung: zwar ist verzeihen sicher lobenswert, doch einem Menschenschinder wohltun, ist verkehrt. Wer die Schlange schont und ihr das Gift verzeiht, der ist ein Feind von Mensch und Menschlichkeit.
  8. Nicht jeder, dessen Erscheinung durch Schönheit entzückt, ist schön auch inwendig. Eines Menschen Wesen wurzelt nicht auf seiner Haut, sondern unter ihr. Du magst zwar das Äußere eines anderen, auch seine Kenntnisse und Fähigkeiten, an einem einzigen Tage kennen lernen – aber glaube nur ja nie, damit ihn selbst schon zu kennen! Lass' dich also nicht täuschen durch Voreiligkeit und fasse nicht zu früh Vertrauen, denn noch nach Jahren ständigen Umgangs kann dir das Finstere einer Seele verborgen geblieben sein.
  9. Die Freundschaft, die ein Leben brauchte, zu entstehen, darf nicht im Unmut eines Augenblicks verwehen
  10. Weichheit macht den Feind nicht zum Freund, sondern lässt nur seine Gier und Anmaßung ins Übermaß wachsen.

Scheich Saadi (1210-1292), persischer Dichter

Seneca über das Leben und den Tod

  1. „... zu leben aber muss man das ganze Leben lang lernen und, worüber du dich vielleicht noch mehr wunderst, man muss das ganze Leben lang lernen zu sterben.“
  2. „Das größte Hindernis im Leben ist die Erwartung, die vom Morgen abhängig ist und das Heute zerstört ...“
  3. „Alles, was kommen wird, liegt im Ungewissen: jetzt sofort sollst du leben.“
  4. „Der hat nicht lange gelebt, sondern ist nur lange da gewesen.“
  5. „Ja, vom fünfzigsten Jahr an werde ich mir Ruhe gönnen, das sechzigste wird mich aus allen Verpflichtungen entlassen.“ Aber wer garantiert dir dafür, dass du dieses Alter erreichst? Und es ist doch recht spät, wenn man mit dem Leben erst dann beginnt, wenn das Ende schon bevorsteht.
  6. „Wir pflegen zu sagen, es habe nicht in unserer Macht gelegen, unsere Eltern auszusuchen, da sie uns der Zufall geschenkt hat: aber das eine ist uns überlassen, nach unserer Entscheidung aufzuwachsen.“
  7. „Manche Leute müssen behandelt werden, ohne dass die Kranken es wissen: für viele war die Ursache des Todes die Kenntnis ihrer Krankheit.“
  8. „Die erste Stunde, die uns das Leben gibt, nahm uns des Lebens erste Stunde.“
  9. „Bevor manche sich zum Gipfel ihres Ehrgeizes emporarbeiteten, hat sie schon zu Beginn ihres Ringens das Leben verlassen.“

Seneca (1-66 n. Chr.), eigentlich Lucius Annaeus Seneca, römischer Politiker, Schriftsteller, Philosoph

Shakespeares Lebensweisheiten

  1. „Weil nichts so stöckisch, hart und voll von Wut, das nicht Musik auf eine Zeit verwandelt. Der Mann, der nicht Musik hat in ihm selbst, den nicht die Eintracht süßer Töne rührt, taugt zu Verrat, zu Räuberei und Tücken. Die Regung seines Sinns ist dumpf wie Nacht, sein Trachten düster wie der Erebus. Trau’ keinem solchen! Horch auf die Musik!“ (aus seinem Werk „Der Kaufmann von Venedig“)
  2. „Der Narr hält sich für weise, aber der Weise weiß, dass er ein Narr ist.“ (aus seinem Werk „Wie es euch gefällt“)
  3. „Wahnsinniger, du irrest. Ich sage dir aber, es gibt keine andre Finsternis als Unwissenheit ...“ (aus seinem Werk „Was ihr wollt“)
  4. „Die gute Tat, die ungepriesen stirbt, würgt tausend andre, die sie zeugen könnte.“ (aus seinem Werk „Das Wintermärchen“)
  5. „Es gibt mehr Ding’ im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt, Horatio.“ (aus seinem Werk „Hamlet“)
  6. „Wort ohne Sinn kann nicht zum Himmel dringen.“ (aus seinem Werk „Hamlet“)
  7. „Unheil beklagen, das nicht mehr zu bessern, heißt um so mehr das Unheil vergrößern.“ (aus seinem Werk „Othello“)
  8. „Wer bessern will, macht oft das Gute schlimmer.“ (aus seinem Werk „König Lear“)
  9. „Der ärmste Mensch, gezähmt durch Schicksalsschläge, der durch die Schule selbstempfundenen Grams empfänglich ward für Mitleid.“ (aus seinem Werk „König Lear“)

William Shakespeare (1564-1616), englischer Dichter

Sokrates über die Vernunft und das Leben

„Nur wenn die Vernunft schweigt, ist das Leben angenehm.“

Sokrates (469-399 v. Chr.), griechischer Philosoph

Solons Tipps fürs Leben

  1. Sei wachsam gegenüber jedermann.
  2. Schließe nicht so schnell Freundschaft.
  3. Die Menschen halten ihre Versprechungen nur, wenn sie nichts dabei gewinnen können, wenn sie sie brechen.
  4. Werdet jeden Tag älter und lernt etwas Neues hinzu (Ratschlag an seine Freunde).
  5. Der Rede müssen Taten folgen.
  6. Konzentriere dich auf die Sachen, die wichtig sind.
  7. Lass' die Vernunft immer dein Führer sein.
  8. Mäßigkeit in allen Dingen.
  9. Und bei dieser Kürze des Daseins ist kein Mensch so glücklich, dass er sich nicht mehr als einmal im Leben den Tod herbeiwünscht ...

Solon († um 560 v. Chr.), griechischer Lyriker und athenischer Staatsmann

Sophokles' Lebensweisheiten

  1. „Keines Menschen Leben erfüllt sich frei von Unheil!“ (in seinem Werk „Antigone“)
  2. „Füll meinetwegen dein Haus mit Schätzen, leb' im Herrscherprunk – Ich gebe nicht den Schatten eines Rauchs für alles, wenn des Herzens Freude fehlt.“ (in seinem Werk „Antigone“)
  3. „Der Welt zur Weisung: Das Verderblichste, was uns zuteil ward, ist der Unverstand.“ (in seinem Werk „Antigone“)
  4. „Allzu tiefes Schweigen macht mich so bedenklich wie ein zu lauter Schrei.“ (in seinem Werk „Antigone“)
  5. „Kein ärgrer Brauch erwuchs den Menschen als das Geld! Es äschert ganze Städte ein, es treibt die Männer weg von Haus und Hof. Ja, es verführt auch unverdorbne Herzen, sich schändlich Geschäften hinzugeben. Es weist den Sterblichen zur Schurkerei den Weg, zu jeder gottvergessnen Tat!“ (in seinem Werk „Antigone“)
  6. „Wer schnell denkt, strauchelt leicht.“ (in seinem Werk „König Ödipus“)
  7. „Sehet, dieser Ödipus, der die berühmten Rätsel löste, mächtig wie kein zweiter war, er, auf dessen Glück ein jeder Bürger sah mit Neid, in welch große Brandung ungeheuren Schicksals er geriet! Drum blicke man auf jenen Tag, der zuletzt erscheint, und preise keinen, der da sterblich, selig, eh er denn zum Ziel des Lebens durchgedrungen, ohne dass er Schmerz erlitt.“ (in seinem Werk „König Ödipus“)
  8. „Mein Lieber, lern’ in Not vom Trotz zu lassen.“ (in seinem Werk „Philoktet“)
  9. „Aller Menschen Los ist der Tod.“ (in seinem Werk „Elektra“)

Sophokles (496-406/405 v. Chr.), antiker griechischer Tragödiendichter

Stefan Zweig über Politik und Politiker

  1. „Moral bleibt immer nur relativ.“
  2. „Aber Politik ist allezeit die Wissenschaft des Widersinns. Ihr widerstreben die einfachen, die natürlichen, die vernunftmäßigen Lösungen, Schwierigkeiten sind ihre liebste Lust, Zwist ist ihr Element.“
  3. „... ein Mensch, der sich der Politik verschworen, gehört nicht mehr sich selbst und muss anderen Gesetzen gehorchen als den heiligen seiner Natur.“
  4. „Immer richten Halbwahrheiten und Unehrlichkeiten in der Politik und im Leben mehr Schaden an als die energischen und scharfen Entschlüsse.“
  5. „Eine kräftige Lüge kostet nun niemals einen gerissenen Politiker mehr als einen Atemzug leerer Luft!“
  6. „Politik hat nichts mit Moral zu schaffen.“
  7. „Hat Politik einmal den höchsten Hitzegrad der Leidenschaft erreicht, dann verdampfen alle moralischen und rechtlichen Bedenken, dann schwindet die letzte Rücksicht auf Anstand und Ehre, dann gilt selbst der Meuchelmord als herrliche Opfertat.“
  8. „Unrecht haben in der Politik nur die Besiegten, und mit ehernem Schritt geht die Geschichte über sie hinweg.“

Stefan Zweig (1881-1942), österreichischer Schriftsteller, aus seinem Werk „Maria Stuart“

Sumerisches Sprichwort

„Wer viel Silber hat, mag glücklich sein; wer viel Korn hat, mag froh sein; aber wer nichts hat, der kann schlafen.“

„Tausend und eine Nacht“ – Weisheiten

  1. „Fasse dich und verzage nicht, wer Geduld hat, erreicht sein Ziel; Geduld ist der Schlüssel der Erlösung.“
  2. „Du kannst tun, was du willst, doch weißt du wohl, mein Sohn, dass, wer nicht viel wagt, auch nicht viel zu erwarten hat.“

Terenz über die Liebe

„Gut Essen und gut Trinken heizt die Liebe ein.“

Terenz (um 195/190 oder 185/184 v. Chr. bis 159/158 v. Chr.), berühmter Komödienschreiber der römischen Antike, aus seinem Werk „Der Eunuch“

Thales über Gott und die Zeit

„God is the most ancient of all things,
for He had no birth,
the world is the most beautiful of all things,
for it is the work of God,
place is the greatest of things,
for it contains all things, intellect is the swiftest of things,
for it runs through everything;
necessity is the strongest of things,
for it rules everything,
and time is the wisest of things,
for it finds out everything.

Thales (636/624-546 v. Chr.), vorsokratischer Philosoph und einer der Sieben Weisen

Valéry Giscard d'Estaing über die Rollenverteilung der Nationalitäten in Himmel und Hölle

„Im Himmel ist der Polizist ein Brite, der Küchenchef ein Franzose, der Liebhaber ein Italiener, der Mechaniker ein Deutscher und der Verwaltungsbeamte ein Schweizer. In der Hölle ist der Polizist Deutscher, der Küchenchef Brite, der Liebhaber Schweizer, der Mechaniker Franzose und der Verwaltungsbeamte Italiener.“

Valéry Giscard d’Estaing, geboren im Jahr 1926, französischer Staatspräsident von 1974-1981

Wesir Ptahhotep über die Weisheit

„Sei nicht stolz auf dein Wissen, berate dich mit dem Unwissenden wie mit dem Weisen. Eine gute Rede ist verborgener als ein Edelstein, und doch kann man sie finden bei den Mägden über den Mühlsteinen“.

Wesir Ptahhotep, der dem Pharao Asosi oder Djedkare (2414-2375 v. Chr.), dem vorletzten König der 5. Dynastie, diente

Wilhelm Raabe über das Leben

„O versteht es nur, Blumen zwischen die kargen Blätter des Lebens zu legen.“

Wilhelm Raabe (1831-1910), deutscher Schriftsteller

William Faulkner hinsichtlich unserer persönlichen Sichtweise

„Was wir bei uns selbst Grundsätze nennen, nennen wir bei den anderen Vorurteile.“

William Faulkner (1897-1962), US-amerikanischer Schriftsteller

Xenophons Lebenserkenntnisse

  1. „Ich bin überhaupt versucht zu sagen, dass niemand erzogen wird, wenn ihm der Lehrer nicht gefällt.“
  2. „Das Gefühl der Sicherheit nämlich führt zu Sorglosigkeit, Leichtsinn und Ungehorsam, die Furcht aber macht die Leute aufmerksamer und gehorsamer, und sie lassen sich leichter in Reih und Glied bringen.“
  3. „Niemals lebte ein Mensch, noch wird ein solcher je leben, der von den Göttern und allem, wovon ich rede, Gewisses wüsste; und spräche sogar das Vollkommenste jemand darüber, weiß er es selber doch nicht, nur Raten ist alles und Meinung.“

Xenophon (um 426 – nach 355 v. Chr. ), antiker griechischer Geschichtsschreiber, Philosoph und Heerführer, aus seinem Werk „Erinnerungen an Sokrates“

Aus Furcht vor dem Schrecklichen rennt der Mensch in das Schreckliche.“

Verfasser leider unbekannt

„Glück besteht in der Kunst, sich nicht zu ärgern, dass der Rosenstrauch Dornen trägt, sondern sich zu freuen, dass der Dornenstrauch Rosen trägt.“

Verfasser leider unbekannt

„Es ist zum Wimmern: wir geben Geld aus, das wir nicht haben, für Dinge, die wir nicht brauchen, um Leute zu beeindrucken, die wir nicht mögen.“

Verfasser leider unbekannt

„Wer die Verhältnisse zum Besseren wenden will, muss in der Gesellschaft leben und handeln, er darf nicht 'aussteigen'.“

Verfasser leider unbekannt

„Theorie ist, wenn man alles weiß und nichts klappt. Praxis ist, wenn alles funktioniert und keiner weiß warum.“

Verfasser leider unbekannt

„Wir leben nicht, wir werden gelebt. Ich habe längst gelernt, dass ich nicht die Hand bin, die den Würfel wirft, sondern der Würfel.“

Verfasser leider unbekannt

„Habgier erweist sich für viele als wahrer Fluch, da sie den Genuss der meisten Freuden vergällt.“

Verfasser leider unbekannt

Arbuscula, eine berühmte und selbstbewusste Schauspielerin in der Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr., ist, als nach ihrer Vorführung einige Zuschauer aus der Menge ihr Missfallen äußerten, durch folgenden Ausspruch bekannt: „Mir genügt's, wenn die Kenner Beifall klatschen“.

„Wisset, dass Geschenke den Leuten den Sinn verdrehen und den Lästerern das Mundwerk schließen, selbst wenn diese etwas Böses über die Geber wüssten, würden sie dann alles erdenkliche Gute über sie sagen.“

Jean de Meun († um 1305)

„Wisse, dass es gar angenehm ist, einen Menschen zu kennen, dem man es wagen kann, seine Gedanken und Geheimnisse anzuvertrauen.“

Verfasser leider unbekannt

„Die giftigen Angriffe gewisser Leute zu verachten, ist oft besser, als sie zu widerlegen.“

Erasmus von Rotterdam (1466-1536)

„... Der Weg des Himmels nimmt von denen,
die zuviel haben,
um denjenigen zu geben,
die zuwenig haben.
Der Weg der Menschen ist ganz anders:
Er nimmt von denen,
die zuwenig haben,
um es denen zu geben,
die bereits mehr als genug haben.
Wo gibt es die Menschen,
die das, was sie zuviel haben,
der Welt schenken?
Das tut nur der Mensch,
der dem Weg folgt." ...

Lao Tse (6. Jahrhundert v. Chr.)