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Anna von Sachsen – Gattin von Wilhelm von Oranien

als Buch bei amazon.de: 144 Seiten, mit Stammtafeln und 62 Bildern, Books on Demand GmbH, ISBN 978-3-8330-0322-6, € 13,00

als E-BOOK bei amazon.de: mit Stammtafeln und 67 Bildern, davon 37 in Farbe, Eigenproduktion 2014, € 7,50


Vorwort

In diesem Buch möchte ich Sie, liebe Leser und Leserinnen, mit der traurigen Lebensgeschichte der sächsischen Prinzessin Anna, die im Jahre 1544 das Licht der Welt erblickte und die bereits kurz vor ihrem 33. Geburtstag im Jahre 1577 verstarb, bekannt machen. Die Tragik ihres Lebens begann mit dem frühen Tod ihrer Eltern, ihres Vaters, des Kurfürsten Moritz von Sachsen, im Jahre 1553 und ihrer Mutter, Agnes von Hessen, im Jahre 1555. Als Waise kam sie sogleich in die Obhut ihres geizigen und machtgierigen Onkels August, der als Nachfolger ihres Vaters die Herrschaft in Sachsen übernommen hatte, und ihrer gefühlskalten und strengen Tante, Anna von Dänemark. Um diesem lieblosen neuen Zuhause entfliehen zu können, bot sich für Anna nur der Ausweg einer baldigen Heirat an. Und so hielt sie den um sie gegen Ende des Jahres 1559 werbenden, sehr gutaussehenden, zuvorkommenden, kultivierten, galanten und jedermann einnehmenden Wilhelm von Oranien geradezu für ein Geschenk Gottes.

Nach einigen Schwierigkeiten – Annas Großvater mütterlicherseits, der hessische Landgraf Philipp, erhob heftigen Einspruch gegen diese eheliche Verbindung – konnte die Hochzeit schließlich am 24. August 1561 stattfinden. Aber Annas glückliche Zeit währte nur sehr kurz. Wilhelm von Oranien war nämlich mehr an ihrer hohen Mitgift und ihrer gesellschaftlichen Position interessiert, von der er sich Unterstützung und Vorteil bei seinen eigenen ehrgeizigen Machtplänen versprach, als an Anna selbst. Schon bald suchte er seine zahlreichen Liebschaften wieder auf, und die endlosen Zwistigkeiten und Streitereien in ihrer Ehe begannen. Denn Anna besaß in den Augen ihrer männlichen Zeitgenossen nicht die idealen Eigenschaften einer Gattin. Sie war nämlich nicht die gefügige, gehorsame Gemahlin, die sich ihrem Ehemann bedingungslos unterordnete, stillschweigend dessen Ehebrüche ertrug und sich ohne Widerrede in irgendeines seiner Schlösser abschieben ließ. Im Gegenteil, wie ihre weiblichen sächsischen Verwandten, ihre Großmutter, Katharina von Mecklenburg, und ihre Tante, Sidonie von Braunschweig-Calenberg, war sie besonders stolz auf ihre Herkunft. So war sie sich stets ihres gesellschaftlichen Ranges bewusst, den sie sich von niemandem nehmen ließ. Außerdem wies sie die unverbesserliche Sturheit ihrer sächsischen Familie auf, die letztendlich zu ihrem tragischen Ende beitragen sollte.

Als ihr Gatte, der in die Geschichte als der große Held der niederländischen Befreiungsbewegung eingehen sollte, im Jahre 1570 beschloss, sich von ihr mit Hilfe einer Intrige zu trennen, standen ihr als Frau nur wenige legale Wege zur Verfügung, um sich gegen seine Machenschaften zu wehren. Naiv wie sie war, durchschaute sie das Lügengespinst ihres Gatten überdies leider viel zu spät. Da es ihr an nahen Verwandten – wie Eltern und Geschwistern – und einflussreichen Freunden fehlte, starb sie schließlich eingemauert im Schloss ihres Onkels an den Folgen schwerer Blutungen, die über Monate gewährt hatten und gegen die ihr Onkel August und ihre Tante Anna von Dänemark keine ärztliche Hilfe aufgesucht hatten, am 18. Dezember 1577. Anna, die aufgrund ihrer Eheprobleme und besonders durch den frühen Tod zweier ihrer Kinder an schweren Depressionen litt, die sie sogar an Selbstmord denken ließen, und die von ihrem egozentrischen Mann und ihrem gefühlskalten, sächsischen Onkel diesbezüglich weder Verständnis noch Hilfe erwarten durfte, gehört somit zu den nicht wenigen Frauen in der Renaissance, die zu den Opfern ihrer ruhm- und machtgierigen, männlichen Verwandten zu zählen sind.

In die Geschichte ging Anna letztendlich als die gehasste, zweite Gattin des legendären Wilhelm von Oranien ein, die kein Verständnis für die große Mission ihres Mannes, nämlich die Befreiung der Niederlande, hatte und die ihm in seiner raren Freizeit sogar noch durch ihre ständigen Nörgeleien jede Freude am Leben genommen hatte. Außerdem galt sie fortan als Paradebeispiel einer kalten und lieblosen Mutter und Ehebrecherin. Von den Biographen Wilhelms, die ihren Helden nicht genug loben und preisen konnten, wurde sie als stolz, eifersüchtig, wollüstig und als sehr egoistisch beschrieben. Eigenschaften, die außer der Eifersucht sehr gut zu ihrem Gatten selbst passten! Denn eines darf nicht vergessen werden: Die Hauptquelle für diese Biographen bezüglich Anna war Wilhelm von Oranien selbst, der es mit der Wahrheit nie besonders ernst genommen hatte. Dieses negative Bild über Anna von Sachsen lässt sich jedoch bei genauerer und objektiver Betrachtung der verfügbaren Quellen nicht mehr halten. Geben wir der sächsischen Prinzessin deshalb mit diesem Buch erstmals das Recht, die Geschehnisse in ihrem Leben aus ihrer Sichtweise darstellen zu dürfen.

P.S.: Am 19. November 2008 erhielt ich eine sehr interessante Email bezüglich Annas Tochter Christine von Herrn Karl Merz, aus der ich zitieren möchte: "Im Jahre 2006 waren wir in Meissen im Dom, dort habe ich gefragt, wo die Anna von Sachsen liegt, die beiden Damen, die dort waren, sind mit mir an den Platz gegangen, wo sie liegt. Im weiteren Gespräch kam auch das Thema Rubens, hier sagten sie, dass vor kurzem die Nachkommen von Christine, die hier in einem Ort im Westerwald wohnen, im Dom gewesen sind. Auch das Thema: "Jan oder Wilhelm, wer ist unser Vorfahre?" kam zur Sprache. Sie sind bereit einen Gen-Test machen zu lassen, aber dieses wird strikt von der anderen Seite (den Nassauern) abgelehnt."


Links zu den Bilder-Stammtafeln:

Anna von Sachsen, Wilhelm von Oranien, Das sächsische Fürstenhaus ernestinischer Linie und albertinischer Linie


Korrekturen und Ergänzungen zum Buch (die Fehler sind im obigen E-Book korrigiert worden):


Erneut sehr positive Kritiken von "Bücherschneck", von F. Horn, von "Manta" und von Margit Schneider, über die ich mich sehr gefreut habe und die bei amazon.de zu finden sind:

Fünf von fünf Sternen von "Bücherschneck": "Wilhelm von Oranien war in keinerlei Hinsicht der glorreiche und tugendhafte Held, als der er immer dargestellt wird. Die Art und Weise, wie er und seine Familie das Bild seiner zweiten Ehefrau verfälschten und die Öffentlichkeit manipulierten, ist geradezu erschreckend. Obwohl Historiker nachgewiesen haben, dass Etliches, was er in seinen "Memoiren" schildert, nicht den Tatsachen entspricht, hat sich niemand die Mühe gemacht, das über Anna von Sachsen Geäußerte zu überprüfen. Anna von Sachsen wurde von Anfang an nur als Mittel zum Zweck betrachtet und nachdem man sie be- und ausgenutzt hatte und sie "wertlos" war, durch eine Intrige ihres Ehemannes "aus dem Weg geräumt". Die Autorin hat sich für einen klaren, schnörkellosen Stil entschieden. Auch bei den Informationen zu historischen Hintergründen verzettelt sie sich zum Glück nicht in überflüssigen Details, sondern verweist auf Quellen, die sie teilweise auch zitiert. Dieses Buch ist ein Muss für alle, die sich für Frauenschicksale in der Geschichte interessieren. Empfehlenswert aber auch für heiße Wilhelm-von-Oranien-Liebhaber, um sie auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen."

Fünf von fünf Sternen von F. Horn: "Wer meint die Nassauer hätten aus Nächstenliebe und Güte ihr vermeidliches Kuckucksei Christine von Diez aufgezogen, die weitere Erziehung im Stift Keppel bezahlt, anschließend als Hofjungfer in Dillenburg geduldet, eine „Standesgemäße“ Hochzeit mit Johann Wilhelm von Welschenengsten gen. Bernkott organisiert und obendrein noch eine Abfindung (Schweigegeld) von 16000 Gulden gezahlt haben, dem kann man auch erzählen die Erde ist eine Scheibe. Frau Vogt-Lüerssen beschreibt hier treffend die Zusammenhänge die schon Hans Kruse 1934 hätten auffallen müssen, von dem ja fast alle danach abgeschrieben haben."

Fünf von fünf Sternen von "Manta": "Maike Vogt-Lüerssen hat auch mit diesem Buch wieder mal bewiesen, wie Geschichte dargestellt werden kann: informativ, unterhaltsam und alles andere als langweilig. Wer diese Geschichte über Anna von Sachsen gelesen hat, bleibt mit einem mulmigen Gefühl zurück. Hier ist offensichtlich der Ehefrau eines Mächtigen und Frauenhelden, hier Wilhelm von Oranien, Unrecht geschehen. Ein klasse Buch, das längst Vergessenes zutage fördert und Fragen aufwirft."

Fünf von fünf Sternen von Margit Schneider: "Historisch sehr gut recherchiert und überaus interessant geschrieben. Das Buch ist in keiner Zeile langweilig. Ich konnte mich nur sehr schwer lösen, als es zu Ende war."